LK-Punkte System
Einklappen
X
-
Wir haben das System ja deutlich länger als fünf Jahre. Die Resonanz ist stark von der jeweiligen Altersklasse abhängig. Habe mir eben mal unseren Turnierplan für die Monate April, Mai und Juni angesehen. Da besteht ein Überangebot an Juniorenturnieren und an Turnieren ab AK 40 aufwärts. Vereinzelt ein paar Aktiven-Turniere und so gut wie keine Herren-30-Turniere. Als ambitionierter AK 30 hast Du quasi die A....karte gezogen. Wenn wir davon ausgehen, dass sich das Angebot an Turnieren an der Nachfrage orientiert, kann man also sagen, dass das System von den Junioren und den älteren Semestern ab 40 aufwärts wirklich gut angenommen wird. Dazwischen herrscht Flaute. -
Ok. Einigen wir uns auf den Begriff "NebeneffekteMit Verlaub, das ist einfach nur Quatsch. Zum einen hat die LK-Einführung nicht im geringsten mit irgendwelchen tatsächlichen oder vermeintlichen Problemen bei Aufstellungen im Mannschaftstennis zu tun, zum anderen wird der prozentuale Anteil an nicht leistungsgerechter Aufstellungen dadurch in keiner Weise reduziert. Die "Pro-Fraktion", zu der ich mich übrigens ebenfalls zähle, täte gut daran, zur Rechtfertigung des Systems auf Aspekte des Mannschaftstennis zu verzichten. Aus der Perspektive gibt es am System nämlich einiges zu kritisieren, aber faktisch nix, was zu dessen Rechtfertigung herhalten könnte.
Im Dokument auf Seite 6 runtscrollen.Einen Kommentar schreiben:
-
Berni, deinen zweiten Absatz würde ich so unterschreiben. Gerade in den mittleren Altersklassen gibt es so viele Faktoren (Familie usw.), daß ich mir da keinen wirklichen Riesenschub bei den Turnieren vorstellen kann. Bei den Aktiven und den eher niedrigen LKs kann da schon ein gewisser Motivationseffekt eintreten, Turniere zu spielen. Wie nachhaltig das dann ist wird interessant zu sehen sein.
Und dieses Altersklassen-Wechsel-Problem gilt dann wenigstens für alle gleich. Eine extreme Abweichung kann eigentlich nur vorkommen, wenn der in die nächste Altersklasse wechselnde vorher deutlich tieferklassig gespielt hat. Wie gesagt, unsere Herren 30 spielt eine Klasse tiefer als wir (Herren40), und wenn der Einser und der Zweier zu uns wechseln würden, würden sie sich genau bei uns ins Spielstärkengefüge einpassen, nämlich an 1 und 3. Gegen den etatmäßigen 4er der Herren 30 gewinne ich regelmäßig, und ich spiele bei uns auch an 4. Das würde von der LK auch hinkommen, der wäre hinter mir. Ich glaube, daß die Unregelmäßigkeit hier geringer ist, als wenn eine Mannschaft ihre zwei Schwächsten an 1 und 3 aufstellt, um hinten Punkte zu machen (um einem erneuten Aufflammen der Diskussion vorzubeugen: Nein nicht jede Mannschaft macht es jetzt so, in niedrigeren Spielklassen findet sich ein ähnliches Vorgehen aber schon mit einer gewissen Häufigkeit). Und die Unregelmäßigkeit betrifft alle gleich.Einen Kommentar schreiben:
-
Sehr schöner GedankengangWas ich aber nach wie vor nicht sehe, sind Argumente für das System aus der Perspektive reiner Medenspieler. Darauf sollte man m.E. verzichten, da das ganz schnell nach hinten losgeht, insbesondere wenn es um leistungsgrechte Einstufungen bei den Mannschaftsaufstellungen geht. Simples Beispiel, das auch in der Realität häufig genug vorkommen dürfte: 29-jähriger LK-7-er, der seine erste Saison bei den Herren-30-ern spielen darf. Auf der Meldeliste der H-30-Mannschaft stehen nun aber auch etliche Spieler mit LK 4, 5 oder 6, die mindestens zehn oder gar 15 Jahre älter sind als der junge LK-7-er. Diese müssen samt und sonders vor dem jungen spielen, obgleich dieser im Regelfall alleine schon wegen seiner altersbedingten körperlichen Verfassung als Sieger vom Platz gehen dürfte, wenn er gegen seinen 43-jährigen Mannschaftskameraden mit LK 5 spielt. Nur wird dieser junge LK-7-er zwar womöglich nach spätestens ein oder zwei Jahren in seiner neuen AK LK-mäßig entsprechend aufsteigen, dafür rücken dann aber im nächsten Jahr wieder andere nach, die in der gleichen Situation sind. Unterm Strich betrachtet wirst Du immer einen gewissen Prozentsatz an Spielern haben, die deutlich schlechter aufgestellt werden müssen, als sie im realen Leistungsgefüge sind. Wenn Du nun also das LK-System als Argument gegen das "taktische Aufstellen" anführst, treibst Du letztlich nur den Teufel mit dem Belzebub aus - paradoxerweise betroffen werden davon übrigens diejenigen Mannschaften und Vereine, die "ehrlich" aufstellen. Denen nimmt man nämlich dadurch die Freiheit, ihre Spieler nach dem tatsächlichen Leistungsstand aufzustellen.

Du bist einer der wenigen hier, der auch mal "nachdenkt". Ist natürlich auch ein Argument, vorallem in den älteren Klassen wie z.B. bei den Herren 50, wo einiger Spieler deutlich jenseits der 60 mitspielen und die Altersunterschiede besonders gross sind.
Und es "soll" ja auch einige Vereine geben, die "fair" aufstellen (ich behaupte immer noch, dass dies die Mehrheit ist), die sind die Dummen.
Nochmals zur Turnierszene. Es ist sicher schön, wenn da einiges geht. Aber erstens hätte man dies ohne Verknüpfung zu den Medenspielen lösen können und zweitens würde ich jetzt erstmal fünf Jahre abwarten, wie sich das entwickelt und ob lediglich der "Reiz des Neuen" die Spieler anzieht. Da bin ich mir nicht so sicher. Ich fürchte, dass viele, die am Anfang vielleicht noch begeistert dabei waren, sich recht schnell wieder zurückziehen werden, wenn sie merken, dass sie schlichtweg chancenlos sind und den Trainingsaufwand überproportional zeitlich und finanziell steigern müssten, um überhaupt noch in einer höhere Klasse zu kommen. Den Ehrgeiz werden nur wenige haben.
Aber wie ich sagte, da muss man abwarten.Einen Kommentar schreiben:
-
-
Dem kann ich nur beipflichten.Gerade die Belebung der Turniergeschichte finde ich ja auch gut und wichtig, denn wenn man sieht was sich auf Kreis oder Bezirksmeisterschaften so tummelt, das ist für den Ar***. Neunerfelder mit Freilosen und Spielausfällen
Wenn es nach mir ginge, würde es ein LK-System geben, bei dem die erspielte Gesamtpunktmenge durch die Anzahl der durchgeführten Spiele geteilt wird, und der Quotient dient dann zur Einstufung (Mindestquotient 3, d.h. wer nur ein Spiel gemacht hat, kriegt seine Punkte durch 3 geteilt). Dann hat der Vielspieler keinen Vorteil mehr.
Es gibt in so einem föderalisierten System mit so vielen Klassen und Interessen keinen allumfassenden Weg, Transparenz und Leistungsgerechtigkeit herzustellen. Ich kann jeden verstehen, der seine Abneigung gegen die LKs begründet zum Ausdruck bringt, jedes der Argumente ist immer auch wieder durch eine Ausnahme zu widerlegen. Wenn jemand seine "Karriere" so ernst nimmt, dass er in ein anderes Bundesland fährt, um LK-Punkte zu hamstern, und bitte! Gegen so etwas gibt es kein System. Aber da gerade auf dem Kreis und Bezirkssektor und den niedrigen Landesebenen schwerpunktmäßig die Medenrunde für Ergebnisse sorgt, die auch dann nur zu einem geringen Prozentsatz geschoben sind (bei Einzelturnieren schenkt man leichter ab, betrifft ja da nicht noch 5 andere), macht es Sinn, die dort erspielten LK-Punkte als Basis für die Mannschaftsaufstellung zu nehmen.
Und das Gegenbeispiel zu der unstimmigen LK beim Altersklassenwechsel: Unser Einser bei der Ü30 hat LK 9, die Mannschaft spielt eine Klasse unter meiner. Wenn der jetzt wechselt, hat er die gleiche LK wie unser etatmäßiger Einser, paßt also. Wenn eine Mannschaft wie in dem genannten Beispiel nur aus LK 4-6 besteht, wird der aus der anderen Altersklasse nachrückende Spieler mit LK 7 in der Regel niemals so stark sein, dass er den alten Einser mit LK 4 hinrichtet, denn Lk 4 muß man sich ja auch erspielen.
Es wird überall Ausnahmen geben, aber man will ja hier den Regelfall abbilden.
Bis auf den Teil mit dem Altersklassensystem Beispiel. Da kann ich nicht mitreden.
Einen Kommentar schreiben:
-
Gerade die Belebung der Turniergeschichte finde ich ja auch gut und wichtig, denn wenn man sieht was sich auf Kreis oder Bezirksmeisterschaften so tummelt, das ist für den Ar***. Neunerfelder mit Freilosen und Spielausfällen
Wenn es nach mir ginge, würde es ein LK-System geben, bei dem die erspielte Gesamtpunktmenge durch die Anzahl der durchgeführten Spiele geteilt wird, und der Quotient dient dann zur Einstufung (Mindestquotient 3, d.h. wer nur ein Spiel gemacht hat, kriegt seine Punkte durch 3 geteilt). Dann hat der Vielspieler keinen Vorteil mehr.
Es gibt in so einem föderalisierten System mit so vielen Klassen und Interessen keinen allumfassenden Weg, Transparenz und Leistungsgerechtigkeit herzustellen. Ich kann jeden verstehen, der seine Abneigung gegen die LKs begründet zum Ausdruck bringt, jedes der Argumente ist immer auch wieder durch eine Ausnahme zu widerlegen. Wenn jemand seine "Karriere" so ernst nimmt, dass er in ein anderes Bundesland fährt, um LK-Punkte zu hamstern, und bitte! Gegen so etwas gibt es kein System. Aber da gerade auf dem Kreis und Bezirkssektor und den niedrigen Landesebenen schwerpunktmäßig die Medenrunde für Ergebnisse sorgt, die auch dann nur zu einem geringen Prozentsatz geschoben sind (bei Einzelturnieren schenkt man leichter ab, betrifft ja da nicht noch 5 andere), macht es Sinn, die dort erspielten LK-Punkte als Basis für die Mannschaftsaufstellung zu nehmen.
Und das Gegenbeispiel zu der unstimmigen LK beim Altersklassenwechsel: Unser Einser bei der Ü30 hat LK 9, die Mannschaft spielt eine Klasse unter meiner. Wenn der jetzt wechselt, hat er die gleiche LK wie unser etatmäßiger Einser, paßt also. Wenn eine Mannschaft wie in dem genannten Beispiel nur aus LK 4-6 besteht, wird der aus der anderen Altersklasse nachrückende Spieler mit LK 7 in der Regel niemals so stark sein, dass er den alten Einser mit LK 4 hinrichtet, denn Lk 4 muß man sich ja auch erspielen.
Es wird überall Ausnahmen geben, aber man will ja hier den Regelfall abbilden.Einen Kommentar schreiben:
-
Sicher. Wobei ich weniger davon ausgehe, dass es sich bei Euch erst einpendeln muss, sondern tatsächlich glaube, dass das LK-System dazu beiträgt, das Gesamtniveau zu steigern. Wer sich darauf einlässt, hat halt die Möglichkeit, für relativ moderates Geld das ganze Jahr über Wettbewerbstennis zu spielen, mitunter auch gegen deutlich hochklassigere Gegner, die normalerweise in einer ganz anderen Liga spielen und folglich in den Medenrunden kaum auf dem gleichen Platz stehen würden. Das System ist in dem Sinne egalitär, die meisten Turniere für das gesamte Leistungsspektrum von 1-23 offen. Ich halte es in dem Sinne für folgerichtig, dass sich in Verbänden mit einem etablierten LK-System insgesamt ein höheres spielerisches Niveau einpendelt, als in Verbänden, in denen sich das Wettbewerbstennis auf einige wenige Sommermonate der Medenrunde beschränkt.
Aber auf der anderen Seite sollte m.E. eine Möglichkeit geschaffen werden, die gewährleistet, dass Spieler, die aus - welchen Gründen auch immer - Tennis auch weiterhin ausschließlich als Mannschaftssport betreiben wollen, keine Konsequenzen für ihr Mannschaftsgefüge hinnehmen müssen. Das Recht sollte man dieser Gruppe auf jeden Fall zugestehen. Und ich finde es ehrlich gesagt nicht in Ordnung, wie hier auf den Vertretern dieser Gruppe rumgehackt wird.Einen Kommentar schreiben:
-
Wobei ich sagen muss, dass hier in der Koblenzer-Region die LK's noch recht gut bemessen sind! In Anderen Regionen hier im Rheinland gibt es wirklich Leute die gut 3-4 LK's besser sind als ich und gegen mich keinen Ball sehen! Was mich natürlich ziemlich verwundert! Letztes Jahr habe ich als damaliger LK 17er gegen einen LK14er ganz glatt gewonnen und auch einige LK12er machen mir keine Probleme..Ich setze mich nicht nur mit dem hier geschriebenen auseinander, sondern versuche meine Erfahrungen zusammenzufassen, da ich halt beim STB seit etlichen Jahren im System stecke. Und ich darf mich wiederholen: ich bin ein Befürworter des Systems, weil es die Turnierszene tatsächlich belebt, den Vereinen und Verbänden finanzielle Quellen erschließt und durch die permanente Wettbewerbssituation in einer deutlich lebendigeren und breitgefächerten Turnierszene zugleich auch das spielerische Gesamt-Niveau der Basis hebt. Gerade die letzten beiden Aspekte halte ich für besonders wichtig.
Was ich aber nach wie vor nicht sehe, sind Argumente für das System aus der Perspektive reiner Medenspieler. Darauf sollte man m.E. verzichten, da das ganz schnell nach hinten losgeht, insbesondere wenn es um leistungsgrechte Einstufungen bei den Mannschaftsaufstellungen geht. Simples Beispiel, das auch in der Realität häufig genug vorkommen dürfte: 29-jähriger LK-7-er, der seine erste Saison bei den Herren-30-ern spielen darf. Auf der Meldeliste der H-30-Mannschaft stehen nun aber auch etliche Spieler mit LK 4, 5 oder 6, die mindestens zehn oder gar 15 Jahre älter sind als der junge LK-7-er. Diese müssen samt und sonders vor dem jungen spielen, obgleich dieser im Regelfall alleine schon wegen seiner altersbedingten körperlichen Verfassung als Sieger vom Platz gehen dürfte, wenn er gegen seinen 43-jährigen Mannschaftskameraden mit LK 5 spielt. Nur wird dieser junge LK-7-er zwar womöglich nach spätestens ein oder zwei Jahren in seiner neuen AK LK-mäßig entsprechend aufsteigen, dafür rücken dann aber im nächsten Jahr wieder andere nach, die in der gleichen Situation sind. Unterm Strich betrachtet wirst Du immer einen gewissen Prozentsatz an Spielern haben, die deutlich schlechter aufgestellt werden müssen, als sie im realen Leistungsgefüge sind. Wenn Du nun also das LK-System als Argument gegen das "taktische Aufstellen" anführst, treibst Du letztlich nur den Teufel mit dem Belzebub aus - paradoxerweise betroffen werden davon übrigens diejenigen Mannschaften und Vereine, die "ehrlich" aufstellen. Denen nimmt man nämlich dadurch die Freiheit, ihre Spieler nach dem tatsächlichen Leistungsstand aufzustellen.
Vergiss aber bitte nicht, dass sich diese Deine Einschätzung auf eine Turnierszene bezieht, die bislang ohne LK-System ausgekommen ist. Das System verändert die Szene ganz massiv. Ich habe hier bei uns im STB sogar einige Freunde, die systematisch Turniere beim benachbarten rheinlandpfälzischen Verband spielen (die Spieler dort sind bei gleicher LK in der Regel schwächer als bei uns) und sich die dort erspielten Punkte vom eigenen Verband anerkennen lassen. Einer ist ganz besonders heiß und fährt gar jedes Jahr von Saarbrücken bis nach Koblenz hoch, weil er dort locker gegen LK gewinnt, gegen die er im heimischen Verband kaum einen Ball sehen würde. Wohlgemerkt: da gehts nicht um Geld, sondern nur um LK-Punkte.
Das mit den LK's könnte wenn nur daran liegen, dass es dieses System bei euch schon länger gibt?!Einen Kommentar schreiben:
-
Bist du der erste den ich höre der das so sieht. Ich habe noch nie einen getroffen, der die LK Einstufung gut findet. Von leistungsgerecht wollen wir gar nicht erst sprechen.
Das sind Argumente die nachvollziehbar sind und evtl. eine Meinung ändern können.Ich setze mich nicht nur mit dem hier geschriebenen auseinander, sondern versuche meine Erfahrungen zusammenzufassen, da ich halt beim STB seit etlichen Jahren im System stecke. Und ich darf mich wiederholen: ich bin ein Befürworter des Systems, weil es die Turnierszene tatsächlich belebt, den Vereinen und Verbänden finanzielle Quellen erschließt und durch die permanente Wettbewerbssituation in einer deutlich lebendigeren und breitgefächerten Turnierszene zugleich auch das spielerische Gesamt-Niveau der Basis hebt. Gerade die letzten beiden Aspekte halte ich für besonders wichtig.
Ob das dann am Ende von Erfolg gekrönt sein wird und wie sich dieser äußert, muß natürlich noch belegt werden.Einen Kommentar schreiben:
-
Ich setze mich nicht nur mit dem hier geschriebenen auseinander, sondern versuche meine Erfahrungen zusammenzufassen, da ich halt beim STB seit etlichen Jahren im System stecke. Und ich darf mich wiederholen: ich bin ein Befürworter des Systems, weil es die Turnierszene tatsächlich belebt, den Vereinen und Verbänden finanzielle Quellen erschließt und durch die permanente Wettbewerbssituation in einer deutlich lebendigeren und breitgefächerten Turnierszene zugleich auch das spielerische Gesamt-Niveau der Basis hebt. Gerade die letzten beiden Aspekte halte ich für besonders wichtig.@avrasya
Du setzt dich wenigstens mit dem auseinander, was man schreibt, das finde ich schonmal gut. Also:
Ich bin reiner Medenspieler, treffe pro Jahr 7 Mannschaften mit auch 6 Medenspielern, und die fanden das auch alle gut mit den LKs. Woher diese Meinung kommt, daß der Medenspieler das Mist findet, weiß ich also nicht.
Natürlich wird das LK-System nie ganz exakt die Spielstärken in jeder einzelnen Mannschaft abbilden, das kann auch nicht der Anspruch sein. Aber von der Tendenz her wird es im Regelfall einigermaßen passen (bei den Mannschaften, die ich so kenne, ist die Ersteinstufung ziemlich gut geworden, finde ich). Wenn in einer Mannschaft Punkt 3 und 4 vertauscht sind, weil der eigentlich stärkere Vierer eine schlechte Saison hat, ist das hinnehmbar. Wir hatten dieses Jahr 3 Mannschaften dabei, die vorne einen reingestellt hatten, der das nicht etatmäßig hingehört. Die stehen jetzt alle weiter hinten, man wird ja sehen, ob sie sich da einnisten oder wieder hochkommen.
Was ich aber nach wie vor nicht sehe, sind Argumente für das System aus der Perspektive reiner Medenspieler. Darauf sollte man m.E. verzichten, da das ganz schnell nach hinten losgeht, insbesondere wenn es um leistungsgrechte Einstufungen bei den Mannschaftsaufstellungen geht. Simples Beispiel, das auch in der Realität häufig genug vorkommen dürfte: 29-jähriger LK-7-er, der seine erste Saison bei den Herren-30-ern spielen darf. Auf der Meldeliste der H-30-Mannschaft stehen nun aber auch etliche Spieler mit LK 4, 5 oder 6, die mindestens zehn oder gar 15 Jahre älter sind als der junge LK-7-er. Diese müssen samt und sonders vor dem jungen spielen, obgleich dieser im Regelfall alleine schon wegen seiner altersbedingten körperlichen Verfassung als Sieger vom Platz gehen dürfte, wenn er gegen seinen 43-jährigen Mannschaftskameraden mit LK 5 spielt. Nur wird dieser junge LK-7-er zwar womöglich nach spätestens ein oder zwei Jahren in seiner neuen AK LK-mäßig entsprechend aufsteigen, dafür rücken dann aber im nächsten Jahr wieder andere nach, die in der gleichen Situation sind. Unterm Strich betrachtet wirst Du immer einen gewissen Prozentsatz an Spielern haben, die deutlich schlechter aufgestellt werden müssen, als sie im realen Leistungsgefüge sind. Wenn Du nun also das LK-System als Argument gegen das "taktische Aufstellen" anführst, treibst Du letztlich nur den Teufel mit dem Belzebub aus - paradoxerweise betroffen werden davon übrigens diejenigen Mannschaften und Vereine, die "ehrlich" aufstellen. Denen nimmt man nämlich dadurch die Freiheit, ihre Spieler nach dem tatsächlichen Leistungsstand aufzustellen.
Vergiss aber bitte nicht, dass sich diese Deine Einschätzung auf eine Turnierszene bezieht, die bislang ohne LK-System ausgekommen ist. Das System verändert die Szene ganz massiv. Ich habe hier bei uns im STB sogar einige Freunde, die systematisch Turniere beim benachbarten rheinlandpfälzischen Verband spielen (die Spieler dort sind bei gleicher LK in der Regel schwächer als bei uns) und sich die dort erspielten Punkte vom eigenen Verband anerkennen lassen. Einer ist ganz besonders heiß und fährt gar jedes Jahr von Saarbrücken bis nach Koblenz hoch, weil er dort locker gegen LK gewinnt, gegen die er im heimischen Verband kaum einen Ball sehen würde. Wohlgemerkt: da gehts nicht um Geld, sondern nur um LK-Punkte.Und dieses Vielspielerargument.. Na ja. Mal ehrlich, die Anzahl derer, die massenweise Turniere spielen, ist auch auf niedriger Landesebene nicht hoch. Die Chance, daß sich einer einen Wolf spielt, um eine Leistungsklasse hochzugehen, ist etwas weit hergeholt, so viel Gewicht mißt dem ganzen doch kaum jemand bei.Einen Kommentar schreiben:
-
@avrasya
Du setzt dich wenigstens mit dem auseinander, was man schreibt, das finde ich schonmal gut. Also:
Ich bin reiner Medenspieler, treffe pro Jahr 7 Mannschaften mit auch 6 Medenspielern, und die fanden das auch alle gut mit den LKs. Woher diese Meinung kommt, daß der Medenspieler das Mist findet, weiß ich also nicht.
Natürlich wird das LK-System nie ganz exakt die Spielstärken in jeder einzelnen Mannschaft abbilden, das kann auch nicht der Anspruch sein. Aber von der Tendenz her wird es im Regelfall einigermaßen passen (bei den Mannschaften, die ich so kenne, ist die Ersteinstufung ziemlich gut geworden, finde ich). Wenn in einer Mannschaft Punkt 3 und 4 vertauscht sind, weil der eigentlich stärkere Vierer eine schlechte Saison hat, ist das hinnehmbar. Wir hatten dieses Jahr 3 Mannschaften dabei, die vorne einen reingestellt hatten, der das nicht etatmäßig hingehört. Die stehen jetzt alle weiter hinten, man wird ja sehen, ob sie sich da einnisten oder wieder hochkommen.
Und dieses Vielspielerargument.. Na ja. Mal ehrlich, die Anzahl derer, die massenweise Turniere spielen, ist auch auf niedriger Landesebene nicht hoch. Die Chance, daß sich einer einen Wolf spielt, um eine Leistungsklasse hochzugehen, ist etwas weit hergeholt, so viel Gewicht mißt dem ganzen doch kaum jemand bei.Einen Kommentar schreiben:
-
Ne, kein Witz. Ich führe das auch nicht an, um das System schlechtzureden. Aber wo Menschen werkeln, wird halt auch immer gemauschelt. Je besser eine LK, desto schwieriger und somit wertvoller jeder Punkt. Und da kann es am Ende einer Saison schon vorkommen, dass einige wenige Punkte über Verbleib, Auf- oder Abstieg in einer LK entscheiden. "Kleinvieh macht auch Mist". Da ist es nicht selten, dass jemand, der mit seiner LK 3 gegen einen LK- 16-er spielen soll, diesem "die Brille erspart" und dafür gleich auch noch das doppelte an Punkten mitnimmt - erst recht, wenn man, was ja in der Turnierszene nicht selten ist, mit dem einen oder anderen Verantwortlichen per "Du" ist und der dann auch bereitwillig das obligatorische "o. Sp. Attest" ins Tableau kritzelt. Auch wenn man da nicht pauschalieren sollte, habe ich haargenau diesen Fall bei Hallenbezirksmeisterschaften vor wenigen Wochen gleich zwei mal an einem Tag erlebt. Da sind zwei Viertelfinals einer AK ausgefallen, weil sich die jeweils deutlich schlechteren LKs "überraschenderweise" kurz vor dem Spiel krank melden "mussten". Waren beides Qualifikanten, die mit ihrer bis dahin erreichten Punktzahl mehr als zufrieden waren, denen aber beiden sonnenklar war, dass sie nun absolut chancenlos gewesen wären. So hat man sich halt im kleinen Kreis geeinigt. Die Favoriten haben zehn statt nur fünf Punkten bekommen, den Außenseitern blieb die Brille erspart und die Verantwortliche von der Turnierleitung hatte ein zeitlich-organisatorisches Problem weniger (gerade bei Hallenturnieren im Winter ist der Zeitplan meist verdammt eng). Wo kein Kläger, da kein Richter - alle zufrieden. "Nur" die sportliche Ethik, die ja gerade von denjenigen permanent bemüht wird, die unentwegt auf dem Pappkameraden des "taktischen Aufstellens" rumreiten, um Berni niederzumachen, die bleibt dabei natürlich auf der Strecke.Einen Kommentar schreiben:
-
Mir fällt gerade auf: Dann bekomme ich ja 20 Bonuspunkte (im TVN) für das Antreten bei den Bezirksmeisterschaften im April.
Einen Kommentar schreiben:
-
Wahnsinn...fünf Pünktchen für einen Sieg, die man (s.o.) auch einfach durch bloßes Antreten bekommen kann! Ist doch nur noch lächerlich.Negativ ist nur, dass sich bei Begegnungen zwischen besonders guten und schlechten LKs die Unsitte eingeschlichen hat, dass der schlechtere gegen ein Bier an der Theke gar nicht erst antritt. Systembedingt bekäme der Bessere nämlich selbst für ein (zu erwartendes) 6:0, 6:0 nur fünf Punkte, während es für ein Nichtantreten des Gegners immerhin zehn gibt.Einen Kommentar schreiben:



Einen Kommentar schreiben: