Manchmal frage ich mich wie man etwas so einfaches wie eine mechanische Hebelarmmaschine und den dazugehörigen ebenso einfachen Bespannungsvorgang derart komplizieren kann.
Spiel null gibt es in der Mechanik praktisch nicht, wenn etwas drehbar gelagert ist.Also muß man versuchen das Spiel zu minimieren.
Mein Versuch mit Challenger II, mit zugegeben etwas ungenauer Federwaage,ergibt bei eurer Versuchsanordnung, mit
1.Saite klemmen
2.Zangenfuß in Richtung Hebelarm drücken, bis Spiel fühlbar beseitigt
3.Zangenfuß klemmen
(In dieser Reihenfolge bespanne ich auch.)
keinen messbaren Spannungsverlust.
25 kg auf Hebelarm ergibt auf der Waage vor und nach dem Entlasten 25 kg, mit Digitalwaage vielleicht 24,75 kg.
Es ist bis ca.20 kg Hebelarmgewicht möglich die Zangen so kräftig gegen den Hebelarm zu drücken, dass der Hebelarm nachgibt, das wäre dann zuviel des Guten.
Noch eines:
Wenn der Hebelarm das eingestellte Gewicht erreicht hat, hat er auch das Spiel des Aufspannkorbes eliminiert. Genauso wichtig ist es am Hebelarm immer die Markierung genau zu treffen.Wieviel Abweichung ist z.B.5 mm in kg bei der Digitalwaage?
Fischerfan
Spannungsverlust bei billigen Zangen
Einklappen
X
-
Ich stelle mir das so vor (sorry, bin kein Physiker):
Wenn es so sein sollte, dass das Material bei Maschinen unterschiedlicher Qualität mehr oder halt weniger stabil ist und also nachgibt, dann wird die Verwindung (Verkürzung) des Aufspannkorbs eventuell noch ausgeprägter sein, weil der Ansatzwinkel der Zugkraft (durch das Aufkippen des Aufspannkorbs beim Anspannen) dann eine einseitige Verformung (und damit eine weitere Verkürzung des Schlägerkopfes) durch die höhere Kraft begünstigt, und zwar umso mehr, je weiter der Aufspannkorb auf einer Seite angehoben wird.Zuletzt geändert von Champcoach; 06.02.2008, 20:18.Einen Kommentar schreiben:
-
Da geb ich dir natürlich völlig recht. Ich meinte auch eigentlich mit den Auswirkungen des Aufspannkorbes nur seine Neigung, die der Pro´s Pro Korb eben so an den Tag legt. Das sind schon deutlich sichtbare 5-10 mm Neigung!! Das dürfte aber tatsächlich keine Auswirkung auf das Bespannergebnis haben....oder irre ich hier??Einen Kommentar schreiben:
-
Mit Aufspannkorb meinte ich Folgendes:
Mess mal nach, wie lang und breit dein Schläger unbespannt ist, und mess dann nochmal, wie lang dieser Schläger ist, wenn du nur die Längssaiten drin hast. Der Schlägerkopf wird auf einfacheren Maschinen mit jeder Längssaite ein weiteres Stückchen verkürzt; das bedeutet, dass die bereits zuvor gespannten Längssaiten nun weniger Zug haben, weil sie mitverkürzt werden.
Trotz der Aufspannstifte auf 12 Uhr und 6 Uhr ist das so. Das wird zwar teilweise wieder mit dem Einziehen der Quersaiten aufgehoben; aber da gibt es bei den Maschinen im Ergebnis Unterschiede. Wenn du das Material vergleichst, dann ist das aber auch nicht verwunderlich.
Das ist jetzt nur etwas von den Zangen(füßen) weg, gehört aber zum Gesamtergebnis.Einen Kommentar schreiben:
-
In dem Punkt gebe ich dir völlig recht.Eine Auswirkung auf den Zug kann das nicht haben, ich hab´s auch eigentlich mehr erwähnt, um den allgemeinen Qualitätsstandart der Maschine zu beschreiben. Der Saitenzug wird sich dadurch nicht verändern, die Saite wird ja innerhalb des Rahmens bei erreichtem Zug abgespannt, aber ein allgemeines Qualitätsmerkmal isses halt schon....Einen Kommentar schreiben:
-
Das war auch so mein Gedanken pierce. Was spricht dagegen?
Klasse Doku Stylist. Mich würde mal intressieren wie hoch der Spannungsverlust ist wenn man die Zangen noch in Richtung Mitte drückt vor dem festklemmen.
Damit müsste man ja das Spiel das die Zangen in ihren Halterungen haben minimieren könne.
Hätte ich ein Messgerät würde ich es nachmessen. Könnte man aber auch in Nussloch mal machen denke ich.
Einen Kommentar schreiben:
-
Super Dokumentation Stylist
Eine Bewegung des Aufspannkorbes bzw. Drehtellers dürfte meiner Meinung nach aber keinen Einfluss auf diesen Verlust haben, denn es bewegt sich ja alles mit.
Was sagen unsere Spezialisten dazu?Einen Kommentar schreiben:
-
Styl.ist, vielen Dank! Interessanter Test.
Ich denke, ein solcher Test mit einer hochwertigen ("High end"
) Maschine wird von der Tendenz her ein ähnliches Ergebnis zeigen, d.h. auch einen erheblichen Spannungsverlust um mehrere Kilos. Vermutlich wird das Ganze nur nicht so stark ausgeprägt sein, weil die Zangen, die Zangenfüße, der Aufspannkorb und der Drehteller des Aufspannkorbs bzw. seine Befestigung am Untergestell wesentlich stabiler sind. Ein paar Millimeter hier, ein paar dort ergeben halt am Ende diesen doch sehr hohen Verlust.
Speziell bei Polys bedeuten wenige Millimeter Spiel schon einen relativ großen Spannungsverlust.Einen Kommentar schreiben:
-
Noch´n Test, ohne Video, dafür mit Foto!
Angeregt, inspiriert und aufgestachelt durch Fritz
, habe ich mir meine Challenger I, meine Kamera, meine digitale Zugwaage und einen alten Schläger geschnappt und hab den Test nachgespielt. Das Resultat gibt´s jetz hier zu sehen. Vorab: Ich glaube, dass es noch schlimmer ist, als bei Fritzens Video zu vermuten.
Also Grundvoraussetzungen waren:
Challenger I, Hebelarm, Ratsche, eingestellt auf 25 Kg
Digitale Zugwaage im 0,01 Kg Meßbereich
Saite: Babolat ATP Tour extreme (die hat quasi 0 Dehnung)
Zangen: Pro´s Pro Ultimate
Bild 1: gespannter Zustand, Hebelarm waagerecht

Bild 2: Gewichtseinstellung am Hebelarm => 25 Kg

Bild 3: Die Waage zeigt 25,12 Kg, die Zange ist in Grundposition, die Saite läuft frei. Übrigens hielt sich hier durch den kontinuirlichen Zug des Hebelarmes und der nicht vorhandenen Dehnung der Saite das Gewicht über mehrere Minuten absolut konstant (mußte nämlich erst die Kamera fertig machen
)

Bild 4: Die Waage zeigt 25,22 Kg, die Zange ist jetzt angesetzt und geschlossen, hierdurch erhöhte sich das Zuggewicht marginal.

Bild 5: Maschine wird entspannt

Bild 6: Die Waage zeigt erschreckende => 10,88 Kg

Bild 7: Um einen negativ-Vergleich zu haben, habe ich die Saite jetzt wieder gespannt, bei angezogener Zange....

Bild 8: Die Waage zeigt bei angelegter Zange 23,18 Kg.....

Bild 9: Die Zange wurde gelöst, die Waage zeigt => 25,12 Kg

Bei sämtlichen Arbeitsgängen war immer wieder gut zu sehen, das alle Teile der Maschine fleissig arbeiteten. Das einzige, was konstant gleichmässig war, war der Zug des Hebelarmes, was wohl physikalisch bedingt sein dürfte
Der Aufspannkorb neigt sich deutlich sichtbar, die Zange greift zwar ordentlich zu und verhindert das durchrutschen der Saite, aber die Neigung in Richtung Zug ist schon erheblich. Hier müssen wohl doch deutliche Abstriche in der Qualität gemacht werden. Mich würde ein gleicher Test auf einer hochwertigen Babolat sehr interessieren.
Noch was zum Schmunzeln am Schluss:
Die maximal erreichbare Spannung mit meiner Challenger I sind übrigens 16,44 Kg!
Mehr ist nicht drin, weil hier der Hebelarm zu Ende ist. Entspricht einem eingestellten Zuggewicht von ca. 32,5 Kg, da endet der Hebel. Wenn ich also demnächst hier irgendwo schreibe, dass ich meinen Schläger mit 23 Kg besaitet habe, dann ist das gelogen
Zuletzt geändert von Styl.ist; 06.02.2008, 18:24.Einen Kommentar schreiben:
-
-
Zitat von fritzhimselfBevor dieses Filmchen entstanden ist, wurde mit der Saite zweimal getestet.
Die Saite war also schon "vorgedehnt".
Übrigens - bei einem normalen Bespannvorgang - wie lange ist bei dir die Saite gespannt, bevor du abklemmst?
Vergiss bitte nicht: Das war ein Test, um euch die enormen Bespannverluste bildlich zu vermitteln.
lg.
OK. Wenn die Saite schon vorgedehnt war, dann ist ja auch alles in Ordnung. Konnte das vorher nur nicht so herauslesen.
Ich persönlich lasse die Saite ca. 8-10 Sekunden auf Zug.
Mfg, sunjEinen Kommentar schreiben:
-
Man sieht ja im zweiten VIdeo das die gespannte Saite auch viel an SPannung verliert. Viel wichtiger ist allerdings das erste Video und wieviel Spannungsverlust die Zangen mit großem Spiel haben. Das ist der WErt der hier intressieren sollte. Da hat Fritz schon REcht.
Einen Kommentar schreiben:
-
der wiener uni-meister sieht sich wohl auch noch den super-bowl an :-)Einen Kommentar schreiben:
-
Auf der anderen Seite: Wenn die Saite nicht lang genug gedehnt wurde, wie kann ich dann sagen, daß sämtlicher Spannungsverlust auf die Zangen zurückzuführen ist? Womit ich eigentlich wieder am Anfang bin: Ich verstehe die Grundaussage dieses Threads nicht.


Aber das liegt wohl an mir.

Einen Kommentar schreiben:
-
Wenn man die Saite abgeklemmt hat sobald das gewünschte Gewicht erstmalig erreicht wurde und keinesfalls später, so ist der Vergleich natürlich zulässig.Einen Kommentar schreiben:

Einen Kommentar schreiben: