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numakukn
18.03.2003, 14:41
Hallo zusammen,
ich bin seit einer Woche stolzer Besitzer einer mechanischen Besaitungsmaschine
(6-Punkt, Hebelarm, eine stationäre Haltezange, Bezeichnung kann ich keine
entdecken). Angeborenes Misstrauen und berufliche Leidenschaft haben mich
dazu gebracht, die Hebelarmeinstellung zu überprüfen. Das schockierende
Ergebnis:
Ein Fehler von rund 1,3 kg.
Da ich nicht erkennen kann, wie sich der Fehler im Laufe der Jahre geändert
haben sollte (können die Gewichte schwerer geworden sein? Ist der Hebelarm
gewachsen? Hat sich der Duchmesser der Saiteneinspannung verringert?!?)
frage ich mich, wie es denn überhaupt um die Genauigkeiten steht:
Kennt jemand Genauigkeitsangaben für Besaitungsmaschinen? Wie genau ziehen
die denn eigentlich so?
Oder mache ich einen grundsätzlichen Denkfehler, wenn ich die wohl bis
heute gebräuchliche (aber eigentlich falsche) Dimension kp mit kg gleichsetze?
Ich habe jetzt mit der Maschine einen i.radical mit Kirschbaum Super Smash
Spiky 1,275 mit 22,5/21,5 aufgezogen. Im Vergleich mit einer seit 4 Wochen
auf einem anderen i.radical mit angeblich gleicher Stärke aufgezogenen
Head intelliTour 1,3 wikt die Besaitung wesentlich härter (klingt auch
höher).
Weiss jemand, ob das so hinkommt? Bin ein wenig verunsichert %)
Bin für jeden Rat dankbar.
Gruss
numakukn
Hawkeye2
18.03.2003, 14:51
Hi,
wie hast Du den Fehler denn bemerkt ?
Mit einer Zugwaage nachgemessen ?!
Evtl. sind die Markierungen auf dem Hebelarm bzw. der Halterung nicht
genau aufgemalt/aufgeklebt, so daß der Arm nicht in der Waagerechten ist.
Ggf. ist auch die Skala mit den Zahlenwerten nicht korrekt aufgeklebt,
so daß es zu der gemessenen Verschiebung kommt.
Und bei den Saiten kannst Du nur Birnen mit Birnen vergleichen, andere
Saite, anderer Klang. Hier würde nur Nachmessen helfen.
Frisch bespannte Saiten sollten außerdem in jedem Fall härter sein, als
eine seit 4 Wochen gespielte...
Gruß
hi nukukmal,
Hebelmaschinen sind grundsätzlich die präzisesten Maschinen, wenn sie
einmal richtig geeicht sind, kann sich eigentlich nichts mehr verändern.
Möglicherweise hast du eine neue Gewichtstabelle aufgeklebt, die dir etwas
verrutscht sein könnte ?
Kp und kg kannst Du in diesem Falle gleichsetzen, da liegt wohl kein Denkfehler
vor.
Zum Klang: die Klanghöhe ist je nach Saitenart verschieden, eine heller
klingende Saite muß also nicht zwangsweise eine höhere Spannung aufweisen,
dies ist nur immer der Fall, wenn es sich um die gleiche Saite handelt.
Habe z.B. zwei identische Schläger gleich bespannt, die Multi klingt heller
als die einfache Poli. Sicherlich hängt dies auch noch vom Resonanzboden,
d.h. vom Schläger und dessen Größe zusätzlich mit ab. Eine längere Saite
klingt bei gleicher Spannung dunkler, ebenso wie eine dickere Saite dunkler
klingt als eine gleiche Dünne (siehe Gitarre).
Es hilft also effektiv nur ein objektives nachmessen.
numakukn
19.03.2003, 08:32
Hi Haekeye2,
hi badenixe (retourkutsche für das nukumal ;)
die Hebelarmeinstellung habe ich auf 2 versch. Arten überprüft:
- eine Saite über eine Umlenkrolle mit Hantelgewichten beschwert, deren
Masse ich zuvor auf einer Waage ermittelt habe
da ich der Umlenkrolle wegen Reibung (Gleitlager) nicht recht traute:
- von einer Schraubenfeder die Federkonstante ermittelt (ebenfalls mit
Hantelgewichten) und anschließend die Bespannungsmaschine gegen die Feder
ziehen lassen. Die jeweilige Länge der Feder wurde mit einem Messschieber
gemessen.
Beide Verfahren brachten identische Ergebnisse, was bedeutet, dass der
Wirkungsgrad der Umlenkrolle vernachlässigt werden konnte (nachher ist
man immer klüger).
Die Skala des Hebelarmes ist nicht aufgeklebt sondern eingeschlagen. Vielleicht
hatte der Mechaniker, der die Maschine vor unbestimmter Zeit kalibrierte
ja einfach nur einen schlechten Tag (ISO9000 wird es da noch nicht gegeben
haben, so läßt sich dieser Fehler bestimmt nicht mehr nachvollziehen ;)
Ein weiteres Ergebnis meines Versuches: Die absolut waagerechte Stellung
des Hebelarmes ist, zumindest bei meiner Maschine, nicht erforderlich.
Die Einspannstelle der Saite ist hebelähnlich ausgeführt, also ändert
sich auch hier der zugrelevante Hebel mit der Stellung des Gewichtshebels.
Eine Abweichung des Gewichtshebels von +/- 5 Grad zur Horizontalen erbrachte
keine messbare Abweichung der Zugkraft.
Eure Ausführungen zur "gefühlten" Härte der Bespannung beruhigen mich
:)
Denn bei allem theoretischen Herumgeeiere macht mich doch das Ergebnis:
"fühlt sich aber komisch an" leicht stutzig.
Viele Grüße
Numakukn
MagicMat
19.03.2003, 10:44
@Numakukn
+/- 5 Grad fällt beim bespannen für mich unter "absolut waagerecht".:)
Ansonsten weichen die Maschinen schon sicherlich von einander ab, aber
meist kommt es auf den Bespanner an. Waren die Zangen festgezogen, ist
irgendwo die Saite leicht durschgerutscht, wurde der eine Konten mit der
Zange, der andere mit dem Schnellspanner nachgezogen usw., alles Faktoren
die die Saitenhärte beeinflussen.
Ich kann Badnix Aussage, dass das Material eine entscheidene Rolle spielt,
nur bestätigen. Habe selber neulich alle meine drei Rackets an einem
Abend neu besaitet. Zwei mit einer Synthetik (leichte aufgeraute Oberfläche)
die sich absolut gleich anhörten. Dann noch einen mit der Softpoly Concept
3. Der Schläger hörte sich deutlich dumpfer an, was am Material, aber
auch an den nicht nachgestellten Haltezangen lag, die anscheinend die
glatte Oberfläche der Concept nicht gut genug gegriffen haben.
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