Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Geistesblitz beim Return
groundstroke
06.04.2008, 13:15
Hallo,
wenn ich mir das schnelle und sehr gute, variable Returnspiel von Federer anschaue, stelle ich mir die Frage, ob dies das Resultat aus eintrainierten Reflexen ist oder ob er sich vor dem Aufschlag schon auf zwei sinnvolle und machbare Möglichkeiten beschränkt - so wie ich das meistens mache, wenn's sehr schnell geht (für Vorhandseite und Rückhandseite), wenn ich eine starke Vorahnung habe, wie der Aufschlag komen wird.
Aber bei ihm sind es schon allein bei der Rückhand drei Superschläge, die er variabel einsetzt: Slice, Topspin, gerade geblockt. Entscheidet er das also dann in dieser Zehntelsekunde? Was denkt Ihr? Und wie verfahrt Ihr?
Taki1980
06.04.2008, 14:10
Agassi hatte in einem Tennisvideo aus den 90ern von Bolleteri mal eine Trainingsmethode für gute Reflexe beim Return vorgestellt.
Trainer stellt sich an die T-Linie und schlägt von dort aus auf. Natürlich nicht hammerhart und Spieler returniert. Das schult die Konzentration. ;)
Häuptling Webbl
06.04.2008, 15:01
...das haben wir auch schon so trainiert.
Das schult die Reaktion. Allerdings war bei uns die Erfolgsquote nicht allzu hoch...:)
wobei ich die andere variante bevorzuge: der returnspieler steht einen meter hinter der t-linie und muss von da aus returnieren.
groundstroke
06.04.2008, 15:10
wobei ich die andere variante bevorzuge: der returnspieler steht einen meter hinter der t-linie und muss von da aus returnieren.
Das wäre ja dann wie im richtigen Match :D
Hawkeye2
06.04.2008, 15:16
Hi,
eine gute Variante ist auch noch folgendes:
Die meisten Spieler haben ja beim Return ein Zeitproblem.
Der Ball ist schnell da und die eigene Schlagtechnik ist ggf. zu "weiträumig" um den Ball sauber zu treffen.
Um sich subjektiv mehr Zeit beim Return zu verschaffen hilft folgende Übung:
Der "mutige" Returnspieler stellt sich ins T-Feld, der Gegenüber serviert mit langsamerem Tempo. Der Returnspieler versucht, den Aufschlag als Volley zu treffen und ggf. sogar noch ins Feld zu spielen.
Dabei herrscht eine extreme Zeitknappheit, an die man sich aber "gewöhnt".
Nach 20-30 T-Feld Volleyreturns geht es dann ab an die Grundlinie.
Wenn der Gegenüber dann aufschlägt hat man auf einmal unglaublich viel Zeit beim Return...
Dies regelmäßig üben und die gefühlte Zeitknappheit beim Return legt sich.
Anosnten überlege ich mir vor dem Return für die Vor- und Rückhand eine Returnvariante, d.h. wo soll der Ball hin, ggf. noch wie (Slice etc.) ?!
Während des Return kann man sich m.E. meistens nicht mehr erfolgreich für eine Zielfläche entscheiden, wenn man nicht gerade ein Pro ist.
Gruß
worldtennis
06.04.2008, 17:09
Für mich das wichtigste beim Return ist nicht was ich mach, sondern was der Gegner macht. Deshalb, immer schauen wie der Gegner den Ball aufwirft. Daran kann man sehr genau erkenne wo der Ball hinkommt. Dann hat man genügend Zeit und dann kann man auch entscheiden wo man hinspielen wird. Wenn man dann wirklich mal Gegner hat, bei denen man nichts sieht, dann muss man eben spekulieren, aber das ist wirklich selten...
www.worldtennis.ch
LittleMac
06.04.2008, 19:08
Also ich trainiere mit einem 17-Jährigen regelmäßig die "Sampras-Übung": Er wirft den Ball hoch und erst dann sage ich ihm an, wohin er aufschlagen soll. Was zur Folge hat, dass ich - obwohl ich ihn nun wirklich gut kenne - nur noch raten kann wohin er serviert. Und das tut er zum Teil mit über 200 km/h. Bei dem wirst Du mit "genau hinschauen und sehen wohin der Ball kommt" Trauer haben.
Aber im Grund genommen hast Du recht: Du solltest für jede Aufschlagvariante des Gegners einen passenden "Plan" im Kopf haben.
groundstroke
06.04.2008, 19:35
aber wenn Du ihm sagst, brauchst Du nicht mehr raten ???
LittleMac
06.04.2008, 19:47
Ansagen tue ich das natürlich nur bei der Übung, da stehe ich direkt hinter ihm. Wenn wir dann Punkte spielen, dann darf er es selbst aussuchen (ich brüll doch nicht über den ganzen Platz rüber). Und der blöde kleine (1,95 m) Eislutscher macht das eben mittlerweile so gut, dass ich halt nur noch raten kann.
LM .. so hat das Federer ja auch trainiert.. :)
LittleMac
07.04.2008, 12:21
Glaube ich gerne. Ich habe halt nur bei Sampras zum ersten Mal von der Übung gehört und finde sie eine der effektivsten Aufschlag-Übungen überhaupt.
Chris2810
07.04.2008, 18:08
Bringen "Reflexbälle" etwas ?
krapps_tape
07.04.2008, 21:13
Bringen "Reflexbälle" etwas ?
Reflexe sind entweder unkontrolliert und dann Glücksache, oder trainiert. Das gilt auch für den Return. Für mich gibt es ein paar grundlegende Dinge im Return, die ich versuche im Training zu automatisieren. Z.B.: Indem Moment, wo ich erkenne, dass es ein Slice-Aufschlag ist gehe ich eher nach rechts, wenn es ein Kick ist nach links. Ich versuche immer den Schritt nach vorne vor dem Schlag zu machen, ob ich ihn dann nur blocke oder den Block schon als verkürzten Schlag ausführe, hängt dann natürlich vom Tempo des Aufschlages ab.
Chris2810
08.04.2008, 20:34
Ah ok, danke:daumen:
Prostaff73
12.04.2008, 22:23
die Volley Return Übung sollte ich auch mal trainieren.
Bei einigen meiner Mannschaftskollegen sehe ich es am Ballwurf und kann dann relativ gut reagieren, aber auch das genaue hinschauen will gelernt sein.
Wie ist eure Erfahrung mit dem "Lesen" des Aufschlags?
Viele Grüße
Prostaff73
Chris2810
14.04.2008, 18:43
Ich werde es auch mal probieren, hoffentlich krieg ich nicht allzu viele Bälle an den Kopf geschlagen ;)
moya fan
14.04.2008, 19:34
Ich hab gestern im Training gemerkt, daß ich bisher beim Return immer viel zu frontal stand. Hab mich dann mal leicht versetzt hingestellt, ähnlich wie Verdasco und siehe da, ich konnte deutlich mehr Aufschläge retounieren.
Chris2810
15.04.2008, 15:09
Wie meinst du das mit "versetzt" ?
Wie meinst du das mit "versetzt" ? Seiner Ausführung zur Folge ("...bisher beim Return immer viel zu frontal...") meint er damit wohl seitlicher. Wobei meiner Meinung nach bei halbwegs flotten Aufschlägen (und wenn man nicht gerade ganz hinten am Zaun steht) eine seitliche Stellung der Füße aus Zeitmangel überhaupt nicht zu realisieren ist. Lediglich eine ausgeprägte(re) Rotation des Oberkörpers ermöglicht den gewünschten Effekt.
moya fan
17.04.2008, 21:33
Habt ihr das Verdasco Match noch vor Augen? Genau so hab ich mich auch zum Return positioniert. Leicht schräg zur Linie versetzt. Konnte so wesentlich mehr Returns zurück ins Feld bringen. Und die Aufschläge waren sicher nicht langsam. Dazu kommt dann eben die Oberkörperrotation, eine kurze Ausholbewegung und der Schritt nach vorne in den Ball.
Chris2810
17.04.2008, 21:35
Was ist der Vorteil gegenüber deiner alten Stellung, das du dich beim Return durch die Stellung so verbesserst?
moya fan
17.04.2008, 21:38
Ich hab jetzt das Gefühl, daß ich die ganze Zeit beim Return fast alles falsch gemacht habe. Hab jetzt ein besseres Gefühl, kann gleichermaßen darauf reagieren, ob der Ball auf meine Rückhand oder Vorhand kommt. Mein Return hat durch diese Umstellung an Qualität gewonnen. Komm jetzt auch an mehr Aufschläge dran.
Chris2810
17.04.2008, 21:40
Mit dem Vergleich zu Verdasco, ich weiß jetzt nicht mehr wie er zum Ball stand, hast du vielleicht ein Videobeispiel?
moya fan
17.04.2008, 21:48
Hier.
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Chris2810
17.04.2008, 21:57
Der steht doch auch frontal zum Ball oder täusche ich mich?
Moin Jungs,
hier hab ich das schonmal mit dem Stellungsspiel beim Return angedeutet..
könnt ihr euch gern mal durchlesen :)
MFG Tom
http://www.saitenforum.de/board/showthread.php?t=17237
Agassi hatte in einem Tennisvideo aus den 90ern von Bolleteri mal eine Trainingsmethode für gute Reflexe beim Return vorgestellt.
Trainer stellt sich an die T-Linie und schlägt von dort aus auf. Natürlich nicht hammerhart und Spieler returniert. Das schult die Konzentration. ;)
is ne gute übung macht mein trainer auch öfters( der war früher beim bolletieri9
Der steht doch auch frontal zum Ball oder täusche ich mich?
ich glaub der rechte fuss is beim zweiten return weiter vorne aber beim ersten isses frontal oder ??
ich steh seit dem winter, auch nicht mehr ganz frontal, sondern hab als rechtshänder den linken fuß "leicht" weiter hinten, da ich mit der einhändigen Rückhand mir mit der Rotation recht schwer tue.
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