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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Qualität des Tennistrainings in den Vereinen


Stachelbuerste
19.11.2007, 12:58
Hallo liebe Tennislehrer und Tennistrainer,
ich möchte hier einmal ein Thema anschneiden, welches mir schon lange am Herzen liegt und wenn ich mehr Zeit hätte, auch längst schon einmal in einer Fachzeitschrift erschienen wäre.
Wie die Überschrift schon sagt, geht es um die Qualität des Tennisunterrichts, der in den Vereinen gehalten wird.
Ich hätte das Thema auch "An der Basis bröckelt es" nennen können und es wären mir mit Sicherheit noch mehr Titel eingefallen.
In der Winterzeit hat man (zumindest ich) immer die Möglichkeit mal zu sehen, wie die "Kollegen" trainieren.
Kollegen steht deshalb in Gänsefüßchen, weil das, was man dort sieht, wenig mit "professionellem Training" zu tun hat.
Ich gebe mal ein Beispiel. Ein Nachbartrainer eines renommierten Clubs des Bezirkes, hält sein Training grundsätzlich im "Kübeltraining" ab, sprich feuert seine Balleimer leer und lässt sammeln. Sammeln dauert immer gute 6-10 Min., weil er in keiner Gruppe Disziplin hat, mind. 5 Min. wird telefoniert der Rest im Hallenfoyer verbracht. Selbst bei einem Einzeltraining, bei dem er ja Gelegenheit hat sich schöne Spielzüge auszudenken, läuft es so ab.
Krönung war die letzte Woche, bei dem er jede Stunde die Kids nebeneinander am Netz aufgereiht hat und diese dann hochhüpfen mussten, während er diese abgeschossen hat. Ich will gar nicht weitererzählen, mir graut es schon wieder.
In der gleichen Halle spielt die Kreistrainerin, die sich bei mir beschwert, wie schlecht die technische Grundausbildung der Schüler sei und welcher Unsinn den Kindern erzählt wird. Komischerweise aus gleichem Großverein.
Sie erzählte mir, dass selbst die "Tennisschulleiter" keine richtige Lizenz haben und teilweise Leute beschäftigen, die Tauchlehrer, oder Fitnesstrainer sind.
Armes Tennisdeutschland, was ist aus dir geworden.
Ich möchte mit diesem Thema einmal ergründen, ob Ihr ähnliche Erfahrungen macht, ob es Lösungsansätze gibt und wie ihr euch davon distanziert.
Ich bin der Meinung, dass es immer noch das Problem in Deutschland (evtl. auch woanders) ist, dass für den Beruf Tennislehrer es keinen Berufsschutz gibt.
Die Eltern wissen nicht, was gutes Tennistraining ist, geschweige wie es aussieht. Diese sogenannten Kollegen machen nicht nur den Sport kaputt, sondern nehmen den Anderen den Job weg, weil Dumpingpreise die Marktsituation beherrschen und Eltern und Vereine denken 20 Euro sind logischerweise besser als 30 Euro.
Mein Lösungsansatz wäre:
Um einen Tennisunterricht hauptberuflich anbieten zu dürfen, sollte der Trainer min. eine B-Lizenz haben, besser eine staatliche Ausbildung (erhöht auch die Chancen in den Schuldienst zu gehen).
Aushilfstrainer müssen eine C-Lizenz haben und sollten in Teamsitzungen die gleiche Lehrauffassung haben, wie ihre "Bosse".
DTB und VDT müssen viel mehr Aufklärungsarbeit in den Vereinen leisten, damit Tauchlehrer demnächst auch nur unter Wasser tätig sind.
Man sollte sich auf dem Platz vernünftig präsentieren (z.B. Ballwagen, eigene Werbung auf der Kleidung, Homepage, Trainingshilfsmittel).
Mir würde jetzt sicherlich mehr einfallen, überlasse aber lieber Euch das Wort und ergänze dann in einer hoffentlich guten Diskussion.:daumen:

Cotton
19.11.2007, 15:41
Ich kann nur von meinen Erfahrungen sprechen und meinem eigenem Verein.
Bei uns in dem Verein kommt es nie dazu dass das Training so kaotisch ausartet wie du oben erwähnt hast ... da wir meines Erachtens über gut ausgebiltete Trainer verfügen (ich selber werde von einem c-trainer trainiert) und die nötige Grundmotivation vorhanden ist. ich spiele bei der junioren manschaft und bei unserem training wollen wir alle effektif und natürlich auch mit spaß trainieren .
Jetzt speziell zu unserem bambini (kleinfeld) Training als ich klein war investierte unsere Verein nur sehr wenig in den Nachwuchs (es wurde nur von einem Tennisspiler ehrenamtlich 1 std pro woche angeboten, dieses Training war wie zu erwarten nciht sehr proffisionell). Im vergleich zu damals ist unsere derzeitiges kindertraining wirklich sehr professionell. Die kleinfeldspieler werden derzeit häufiger trainiert als wir junioren(was mich persöhnlich aufregt). Bei ihnen geht Quantität aber auch vor Qaulität.Meiner Meinung nach ist es aber auch hauptsächlich wichtig ihnen Spaß am tennis zu vermitteln und nciht gleich die beste Technik bei zu bringen, da sie sonst schnell die lust verlieren.

Ich hoff das genügt ;) muss aber sagen das ich das angesprochene thema sehr gut finde ...
PS: mir sind auch sonst noch nie fälle bekannt geworden bei denen das Tennis training so ausartete wie von die beschrieben, wusst auch noch nciht das tennistrainer schüler abschießen...

julius
19.11.2007, 16:28
Bei uns im Verein gibt es 2 Trainingsmöglichkeiten.

Einmal über Vereinstrainer
- Bälle sind da teilweise Jahre alt und schlecht spielbar (Verein hat zu wenig Mittel)
- Trainer sind teilweise aus meiner Sicht wenig motiviert, da viele Kinder dies ebenfalls nicht sind.
- Trainer fehlen oft Mittel und Wege die Grundlagen richtig zu vermitteln


oder über das Regionaltraining
- jedes Jahr neue Bälle
- teurer
- Spieler und Trainer scheinen motivierter
- viele verschieden Übungen besonders was die Technik angeht.

Das Tennisspielen habe ich z.B auch bei mehreren Vereinstrainern gelernt. Später hab ich dann beim Regionaltraining angefangen und meine ganze Technik wurde von der Basis an verbessert mit Hinweisen auf Kleinigkeiten von denen ich zuvor überhaupt keine Ahnung hatte. (Z.b die Bewegung die der nicht aktive Arm macht oder Beinarbeit mit Abfangen etc)
So konnte sich mein Spiel im Vergleich zu vorher extrem verbessern.
Gerade von diesen Technischen "Feinheiten" habe ich im Vereinstraining wenig mitbekommen. Einziger technischer Hinweis den ich des öfteren erhalten habe war z.B Schläger zumachen und man war zufrieden wenn der Ball iwie im Feld landete.

Die unterschiede sind bei uns im Verein leider wirklich so krass jedoch haben die Elternteile davon natürlich wenig Ahnung. (meine auch wenig obwohl sie Tennis spielen)
So kommt es dazu das viele Kinder einfach zum billigen Vereinstrainer geschickt werden und dort schnell die Lust verlieren weil die Gruppen oft nur aus Leuten besteht die entweder keine Lust haben Tennis zu spielen und von den Eltern zú Sport "gezwungen" werden. Andere wiederrum die wirklich besser werden wollen kommen in solchen Gruppen natürlich auch nciht weiter und verlieren daher die lust. Ein mieser Kreislauf

moya fan
19.11.2007, 17:01
Da ich jetzt nur aus meinem eigenen Verein berichten kann, muß ich glücklicherweise sagen, daß das bei uns ganz anders ist. Wurden die Kinder und Jugendlichen in den letzten Jahren von zwei wirklich guten Trainern ( einer mit C und einer mit B Lizenz ) ausgebildet, so hat in diesem Jahr und ( teilweise bereits auch schon letztes Jahr ) das Training nochmal unglaublich an Qualität gewonnen. Und zwar exakt seit dem Zeitpunkt, an dem der neue Jugendtrainer das Ruder übernahm.

- die Jugendlichen trainieren zweimal in der Woche mit ihrer Gruppe

- einmal in der Woche findet dann das sogenannte Leistungstraining statt, welches über drei Stunden geht und von allen Jugendlichen wahrgenommen wird. Und das ist wirklich ein Leistungstraining, der Trainer hat mal hoch gespielt, ist noch sehr jung und weiß genau, was er da macht

- seit diesem Jahr finden mit Unterstützung einer Stützpunkttennischule, dessen Trainer im Besitz der höchsten deutschen Trainerlizenz ist, Workshops statt

- diese Workshops finden ca. sechs mal pro Sommer statt und stehen jeweils unter einem bestimmten Motto. Es geht also immer nur um einen Schlag. Dieser Workshop geht über einen ganzen Tag. An diesen Workshops nahmen teilweise bis zu fünfzig Jugendlichen teil. Das Ganze wird äußerst konzentriert und professionel angegangen. Die Jugendlichen werden dabei gefilmt und später gibt es dann bei jedem eine Videoanalyse. da wird dann im Kreis beurteilt, was gut war, was weniger, was verbessert werden kann usw. An jedem Abschluß des Workshop wird entweder gegrillt oder Pizza geholt, oder sonstiges gemacht. Die Jugendlichen sind mit einer irrsinnigen Begeisterung dabei. Erste Früchte trägt das Training bereits. In diesem Jahr sind allein drei unserer Jugendmannschaften aufgestiegen und viele der Jugendlichen kamen auch schon in unserer Herrenmanschaft zum Einsatz. Ich hätte gerne mal die Möglichkeiten unserer Teens heutzutage gehabt. Das Training wird auch unter gleichen Voraussetzungen in diesem Maße und in dem Umfang in der Halle weiter durchgeführt. In wieweit das die gleichen Konzeptionen wie draußen beinhaltet kann ich jetzt nicht beurteilen, es wird aber sicher nicht sehr anders sein.

groundstroke
19.11.2007, 17:11
... dass für den Beruf Tennislehrer es keinen Berufsschutz gibt...


Ist nicht richtig. Es gibt den staatlich geprüften Tennislehrer, und so darf sich auch nur einer nennen, der einer ist.
Wenn irgendwelche Vereine oder Organisationen ihren Mitgliedern eine "Lizenz" ausstellen; ist das deren Sache, hat aber eben zurecht nichts mit einer Berufsausbildung zu tun. Wenn Du eine Berufsbezeichnung führen willst, mußt Du ihn erlernen. Aber das Thema ist uralt und wurde schon mehrmals hier diskutiert.

Häuptling Webbl
19.11.2007, 17:18
Kann in unserem Club auch von einem qualitativ guten Training berichten.
Unsere Trainerin hat die B-Lizenz und war früher auch bei FirstLine.
Teilweise ist's mir ihr Training fast schon wieder ein wenig zu anstrengend...:D

Kenne aber auch solche andere "Kasper", die sich irgendeine amerikanische Lizenz erkauft haben, kaum ne Kugel spielen können, aber sich Cheftrainer schimpfen.

Stachelbuerste
19.11.2007, 20:21
Hallo Leute,
erst einmal vielen dank für die bisherige Diskussion, zu der ich nun Stellung nehmen möchte:
Bei uns im Verein gibt es 2 Trainingsmöglichkeiten.
Einmal über Vereinstrainer
- Bälle sind da teilweise Jahre alt und schlecht spielbar (Verein hat zu wenig Mittel)
- Trainer sind teilweise aus meiner Sicht wenig motiviert, da viele Kinder dies ebenfalls nicht sind.
- Trainer fehlen oft Mittel und Wege die Grundlagen richtig zu vermitteln

An diesem Beispiel kann man sehen, wie unprofessionell gearbeitet wird.
Eine prof. Tennisschule kauft seine Unterrichtsmaterialien selber und bildet sich fort. Hält man was von seinem Beruf, kann man auch Schüler motivieren.

, der Trainer hat mal hoch gespielt, ist noch sehr jung und weiß genau, was er da macht
Das muss ja nicht unbedingt der Fall sein, auch weniger gute Spieler können gute Lehrer sein.

Ist nicht richtig. Es gibt den staatlich geprüften Tennislehrer, und so darf sich auch nur einer nennen, der einer ist.
Wenn irgendwelche Vereine oder Organisationen ihren Mitgliedern eine "Lizenz" ausstellen; ist das deren Sache, hat aber eben zurecht nichts mit einer Berufsausbildung zu tun. Wenn Du eine Berufsbezeichnung führen willst, mußt Du ihn erlernen. Aber das Thema ist uralt und wurde schon mehrmals hier diskutiert.
Da muss ich dir leider widersprechen, mein lieber Groundtroke, ich selbst bin auch staatlich gepr. Tennislehrer und B-Trainer und es gibt keinen Berufsschutz, denn dann würden solche Chaoten nicht auf die Kinder losgelassen werden. Frage doch mal Eltern, ob sie den Unterschied zwischen C-Trainer und staatl. gepr. Tennislehrer kennen. Da wirst du viele :confused: sehen. Klar, es ist eine Berufsausbildung, aber jeder der in der Lage ist 2 Balleimer zu stapeln macht doch mittlerweile Tennistraining.

Benedikt
19.11.2007, 21:27
Ups da muss ich mal ausholen, ist ne Frage die man kaum mit einem Satz beantworten kann.

Also ich hab mir die ganzen Trainingssachen immer selber besorgt, will lieber selbständig sein. Bälle werden immer in rauhen Mengen bestellt. Für umfangreiches Schlagtraining nehme ich so 280 Bälle aus nem Einkaufskorb, sind von Pros Pro die Champion.

Für Spielsituation/Taktik, hab ich meine Head No.1 Trainer, Zeilflächen und Hütchen und der ganz Kram natürlich auch.

Womit ich mein Problem habe ist, das ich auf andere zeige. Ich weiss selber viel zu genau, das ich noch ne Menge lernen muss. Es gibt glaube ich, ne Menge was man bei meinem Training aussetzen müsste.

Gut das normale Schlangentraining(Schlagtraining) mach ich auch nicht mehr, es gibt ja nichts schlimmeres, als wenn sich Kinder oder Jugendliche langweilen. Da wird zuviel Mist gebaut. Ich lasse die 8 bis 15 mal schlagen auf Zeile, dann geht es über ne Koordinationsleiter, dann Bälle sammeln, dann wieder über ein Hindernisparkur und dann ist man wieder dran ohne zu warten. So kann man noch ne Menge Koordinationstraining machen nebenbei.

Ich bin immer gerne für Anregungen zu haben. Hab letzte Woche mal Cardio-Training gegeben und nicht das übliche Training, hab da noch andere dazu eingeladen, war nicht schlecht.

Ich glaube, das jede Fortbildung gut tut, erstens um zu sehen, das das doch nicht alles so schlecht ist was man macht, und zweitens um einige Sachen wieder rauszuholen, was man vergessen hat, und drittens das man vielleicht ne andere Sichtweise bekommt oder was Neues sieht.

Fazit:

Es ist wie beim Tennisspielen, es gibt immer einen, der besser ist. Man kann von einander lernen.


So sorry für den langen Text.

Stachelbuerste
19.11.2007, 23:29
Womit ich mein Problem habe ist, das ich auf andere zeige. Ich weiss selber viel zu genau, das ich noch ne Menge lernen muss. Es gibt glaube ich, ne Menge was man bei meinem Training aussetzen müsste.
Mein Beitrag hat auch nichts mit "auf jemandem zeigen" zu tun. Im Gegenteil, ich schätze meine Trainerkollegen, insofern sie denn die Absicht haben nicht nur den schnellen Euro zu verdienen und den Lehrauftrag auf der Strecke zu lassen.
Ich denke mal, niemand ist der Tennis Guru und jeder kann von jedem lernen.
So wie ich dich bisher kennen gelernt habe, Benedikt, bildest du dich fort, bist um neueste Literatur bemüht und versuchst ein anständiges Training zu machen.
Solche "Kasper" machen nicht nur den Arbeitsmarkt kaputt, sondern nehmen den Kids den Spaß am Sport und uns die Kunden weg.
Ich versuche meinen Unterricht auch immer auf dem neusten Stand zu bringen und habe alle Augen und Ohren offen für Innovationen, sei es Low-T-Ball oder Top-Pin in meiner Tennisschule.
Zielflächen und der ganze Spaß gehören wohl zum Standartrepertoire.
Wenn ich aber sehe, daß 5jährige mit normalen Bällen trainiert werden, einen völlig falschen Treffpunkt erlernen, geschweige denn eine richtige Technik, dann kann da was nicht stimmen und unser toller Berufsverband VDT unternimmt überhaupt nichts.
Finde ich einfach nur schade.
Wie bereits erwähnt, es kann nur über gute Aufklärungsarbeit gehen.

Endy
20.11.2007, 00:02
unser toller Berufsverband VDT unternimmt überhaupt nichts.

Das sehe ich leider auch als großes Problem.

Erstens, dass es überhaupt 2 Verbände geben muss und zweitens, dass speziell VDT ihre Zulassungen für Trainer, Trainerschulen usw. oft zu sehr nach Ansehen und zu wenig nach fachlicher Beurteilung vergibt.

Von DTB-Scheinen rede ich gar nicht mehr, besonders von den C-Scheinen. :rolleyes:

Benedikt
20.11.2007, 00:38
der VDT ist ein Verband, das sagt auch noch nichts über die Mitglieder aus. Ich hab auch einen DTB-Schein und........ was man draus macht ist viel wichtiger.

Ich selber bin nicht im VDT, da ich noch keinen besonderen Grund sehe da rein zu gehen. Ich bekomme die VDT-Zeitung(die super ist) weil ich die aboniert habe, bei Fortbildungen kann man auch als Externer mitmachen. Würde mich auch nicht aufwerten, genau so, als ob ich nen tollen Schläger hätte und nicht trainieren würde.

Stachelbuerste
20.11.2007, 09:48
Also das muss man dem VDT lassen, geschenkt bekommt man da nix. Ich musste für meine staatliche Ausbildung gut ackern, habe aber glück gehabt, dass ich von meinem Sportstudium her viele Sachen (Medizin, Trainingslehre usw.) bereits konnte.
Zu den DTB Lizenzen:
Die C-Lizenz kann "fast" jeder bekommen. Ist ja auch nicht schlimm, denn wenn man einen motivierten jungen Spieler hat und der Interesse an einem Schein hat.

Qualität zeichnet sich hierbei wieder aus, wenn man diesen Spieler nicht alleine einen Verein betreuen lässt, ohne den Überblick zu haben.
Wer sich mir den Ausbildungsinhalten auskennt, weiß was ich meine.
Ich habe meinen C-Trainer direkt neben mir, dann habe ich Ihn im Blick kann kurz Kontakt aufnehmen, wenn mir was nicht gefällt und kann vor allem begründen, warum er das gleiche Geld kostet.:)
Zum B-Schein:
Den kann man halt auf halber Strecke in der Staatlichen mitnehmen.
Soll jetzt nicht abwertend klingen, aber zeigt auch den Unterschied zu einer Berufsausbildung (die wirklich empfehlenswert ist).
Ich hoffe nur, dass sich irgendwann in naher Zukunft Qualität von Quantität absetzt.

Sorry muss nochmal editieren, weil ich den Kommentar von Benedikt gerade erst gelesen habe:
Etwas daraus machen, ist genau der richtige Satz. Wenn gutes Training auf der Fahne steht, Qualität, Fortbildungen etc. ist man auf dem richtigen Weg.
Die staatl. Ausbildung ist dann noch das i-Tüpfelchen auf der Visitenkarte, den A-Schein brauch man eh nur, wenn man im Bezirk, Verband etc. arbeiten möchte.
Aber glaubt mir, ich kenne Bezirke, da waren C Trainer Bezirkstrainer.

hErr.cHilloR
20.11.2007, 11:04
Stachelbürste haste zufäälig dieses Jahr auch deinen Staatlichen gemacht?

Stachelbuerste
20.11.2007, 11:17
Warum? Weil ich nach wie vor begeistert bin?
Ich bin schon ein alter Hase mit meinen jugendlichen 38:D. Ich habe meine staatliche Prüfung Ende 97 gemacht und alle Neuerungen in der Ausbildung auf Seminaren, oder Selbststudium nachgeholt.:p

rebelzer
20.11.2007, 12:00
Zum B-Schein:
Den kann man halt auf halber Strecke in der Staatlichen mitnehmen.
Soll jetzt nicht abwertend klingen, aber zeigt auch den Unterschied zu einer Berufsausbildung (die wirklich empfehlenswert ist).


hallo bürste,

da hast du aber etwas falsch in erinnerung. den b-schein kannst du beim vdt erst nach dem 5. oder 6. semiar (von insgesamt 7) erwerben. wobei anzumerken ist, dass im 7.seminar fast ausschließlich nur noch wiederholt wird um die teilnehmer auf die prüfung vorzubereiten.
teilweise haben in meinem ausbildungslehrgang (dieses jahr) die jungs erst einen tag vorher ihr lehrprobenthema für die b-prüfung bekommen.
abends beim griechen wurde dann bei gyros und ein paar ouzo die lehrprobe ausgearbeitet und am nächsten tag die prüfung erfolgreich abgelegt.

mit dieser vorbereitung hätte ich damals meinen b-schein beim wtv nicht geschafft. für die klausur habe ich (und alle anderen auch) mehrere tage lernen müssen. ausserdem musste eine sauber ausgearbeitete lehrprobe abgegeben werden, die keiner am abend vorher in der kneipe angefertigt hat.

die abschlussprüfung zum staatlichen tennislehrer ist natürlich wieder eine ganz andere "hausnummer". allerdings war für mich der lernaufwand im vergleich zur b-prüfung beim wtv der gleiche. die lehrinhalte stimmten fast komplett überein.

somit hat mir persönlich die ausbildung zum staatl. tennislehrer recht wenig gebracht. außer natürlich dem "prestigeträchtigem" titel auf meiner visitenkarte.
aber darauf kann ich gerne verzichten, da ich mich auch zu den engagierten trainern zähle die auf dem platz mit ihrer arbeit überzeugen wollen und nicht mit ihrer visitenkarte und ihrer angeblichen "vorbildlichen ausbildung".

kurz zum a-schein:

nach meiner meinung ist ein a-schein je nach berufsziel auf jeden fall erstrebenswert. die anforderungen dort sind nach meiner information deutlich höher als beim staatl. geprüften. würde auch darauf tippen , dass nur ca. 10-15% der staatl. geprüften tennislehrer von ihrer spielfähigkeit her gesehen die anforderungen zum a-schein erfüllen könnten.

Stachelbuerste
20.11.2007, 12:51
Mit dem B-Schein hast du natürlich Recht, den habe ich Anfang 97 erworben und die staatliche Prüfung Ende 97 gemacht.
Mit den Themen zur B Prüfung hört sich etwas unglaubwürdig an, denn wir haben die Aufgaben zur B Prüfung Ende des 4ten Seminares bekommen und konnten sowohl schriftlich, als auch praktisch, diese vorbereiten. Zusätzlich zu den 4 Seminartagen, wurde ein 5ter Prüfungstag gegeben.
Wenn es wirklich so war, dann ist es vom VDT unprofessionell, vielleicht haben deine Jungs auch nur was verpennt:D.
Wie auch immer, wenn man bedenkt, dass die staatliche Prüfung aus 3 praktischen Teilen besteht, d.h. man muß sowohl eine taktische, als auch technische Lehrprobe ausarbeiten zudem kommt noch eine unvorbereitete und dann noch alle mündlichen Prüfungen im Theoriebereich, dann kann ich den Lernaufwand nicht gleichsetzen.
Jeder hat dazu natürlich seine persönliche Meinung.
Man darf natürlich nicht vergessen, dass man nicht nur eine schöne Visitenkarte hat ;), sondern auch Fachsportlehrer ist und somit europaweit anerkannt, späteres Engagement in der Schule nicht auszuschliessen.
Mich würden aber immer noch mehr "Fallbeispiele" interessieren.
Das ihr Jungs hier im Board professionell seit, setze ich voraus:daumen::flippy:

Ach ja zum A Schein:
Ich glaube vom theoretischen her ist dieser zu schaffen, der Eingangstest ist natürlich der Hammer.

rebelzer
20.11.2007, 13:13
bei uns war die b-trainerprüfung erst nach dem 5. seminar. während dieses seminars konnte man sich noch für die b-trainerprüfung am freitag der gleichen woche anmelden.

die vorbereitung auf diese prüfung ist bei 2 teilnehmern aus meinem lehrgang so abgelaufen wie oben von mir beschrieben. haben zusammen die woche im hostel verbracht und die abende vorher haben die jungs alles andere als gelernt. somit ist die wertigkeit des erwerbes des b-scheines für mich nicht gleichzusetzten mit der prüfung beim wtv. wie es in anderen verbänden abläuft kann ich nicht beurteilen.

natürlich ist die prüfungssituation bei der staatl. prüfung etwas anders als beim b-schein im verband. 4 prüfungstage, theorieprüfungen in allen fächern, zusätzlich noch die unvorbereitete lehrprobe.
allerdings sind die inhalte zu 80% gleich und somit ist der lernaufwand nicht erheblich größer.

zur abschlussprüfung des staatl. geprüften tennislehrer ist zu uns jemand in die prüfungswoche gekommen, der wohl ein jahr im ausland war und während dieser zeit keinen ball gespielt und auch nicht gelernt hat.
durch die techniküberprüfung am ersten tag hat er sich "durchgemogelt", in der ersten theorieprüfung konnte er dann laut aussagen der kollegen die mit ihm in der prüfung waren keine frage beantworten.
trotzdem hat er von herrn schuster am montag sein thema für die am di. folgende lehrprobe erhalten. wäre für mich unmöglich gewesen eine vernünftig ausgearbeitete lehrprobe an einem abend zu erstellen.
am nächsten morgen hat er diese in der umkleidekabine auf die vom vdt ausgeteilten vordrucke hingeschmiert. vorher hat er die anderen teilnehmer noch nach übungsvorschlägen zu seinem thema gefragt.
erst nach seiner lehrprobe und seinem geständnis, das er sich auf die anschliessende theorieprüfung bei ferrauti/bornemann auch nicht vorbereitet hat, konnte herr schuster sich endlich dazu bewegen ihn nach hause zu schicken.
nicht nur ich habe dies als absolute unverschämtheit empfunden.

Stachelbuerste
20.11.2007, 13:52
Wie erwähnt, habe ich in Essen die B Prüfung gemacht, also TVN, vernünftig Zeit zum lernen und vorbereiten gehabt, da wir Ende des 4ten Seminars gefragt wurden, wer sich kurzfristig anmeldet muss eben in kurzer Zeit dadurch.
Bei uns war es teilweise so, dass alle die, die in der Nähe wohnten, beim Theorieteil geschwänzt haben und ihr Training gemacht haben, ein absolutes Unding.
Aber back to topic.

krapps_tape
20.11.2007, 17:11
Versuch einer Trainertypolgie jenseits von Trainerscheinen
:idee:

Der Thread hat eigentlich ganz interessant begonnen mit der Ausgangsfrage: Was macht eigentlich qualitativ gutes Tennistraining aus. Mittlerweile driftet er stark in den Dschungel von Ausbildungswegen und der allgemeinen Qualität von Trainerscheinen an. Ich habe allerdings den dringenden Verdacht, dass gutes Tennistraining nicht so sehr von der Art des Scheins sondern von der inneren Haltung zu seinem Beruf abhängt.

Übrigens bin ich kein Tennistrainer, trau mich aber hier als normaler End-User eine Meinung zu haben und versuch mal dem ganzen eine andere Richtung zu geben: Ich spiele erst seit bald 4 Jahren Tennis und habe Trainerstunden bei ganz unterschiedlichen Trainern gehabt. Es gibt vielleicht mehrere Trainertypen, aber zumindest drei sind mir aufgefallen: Hamster, Tüftler und Spieler. (Den Schnorrer spar ich mir, der ist schon im Ausgangsthread beschrieben.)


Der Hamster

Hamster zeichnen sich dadurch aus, dass Sie Schläge nicht ganz trainieren, sondern einzelne Teile. Einer meiner ehemaligen Trainer (übrigens B-Trainer) gehörte zu diesem Typus: Er zeigt dir Teile der Vorhand z.B: Schlägerkopf nach unten Ausschwung nach oben etc. Er sagt dir aber nicht was du mit der linken Hand machst und nichts von Rotation aus dem Rumpf. Er bringt nur einen Teil des Schlages bei, damit er sich so (mein Verdacht), noch Futter für seine nächsten Trainerstunden hamstert. Am liebsten aber sitzt er in seiner Höhle und bringt dir das bei, was du eh schon kannst: bei mir z.B. am liebsten Volleys. Damit er genügend zum hamstern hat, bringt er auch gerne hobbymäßig Damen gleich die offene Schlagstellung oder nachdem sie so schlecht und recht die einhändige Rückhand spielen die beidhändige bei, weil im Welttennis bei den Top-Ten meist die beidhändige gespielt wird.


Der Tüftler

Den Tüftler erkennt man schon von weitem daran, das der Tennisplatz voller Hütchen, kleineren Matten, verschiedenen Arten Bällen und mit zum Teil erstaunlichsten Gerätschaften vollliegt. Man übt anhand der Accessoires bestimmte Techniken oder Schlagserien. Dagegen ist zunächst nicht viel einzuwenden. Einer der besonders begabten Tüftler (übrigens ein mit allen Scheinen bewaffneter Verbandstrainer) hat mir beim Aufschlagtraining einen Schläger ohne Bespannung gegeben. Meine Aufgabe war es, mit dem leeren Schläger durch den Ball durchzuschlagen. Ich habe sofort begriffen, was der richtige Ausschwung beim geraden Aufschlag oder Schmetterball ist. Hier gibt’s noch reihenweise interessante Varianten, aber darauf will ich nicht hinaus. Der Tüftler hat in der Regel nämlich einen Nachteil, er schaut auf die Technik und nicht auf die Person. Er hat eine genaue Auffassung der Schrittfolge z.B. beim Vorhandschlag oder wohin ein bestimmter Aufschlag gehen soll oder wie man sich aus der Bewegung heraus stellen sollte. Der Rest wird gerne rein defizitär betrachtet und mündet in einem dogmatischen: du musst ..... in den Ball reingehen, ......zurückgehen und wieder auf ihn zugehen, .... musst hier den Vorhand-Topsin und nicht den Vorhand-Slice (obwohl ich finde, dass er manchmal ziemlich scharf kommt) usw.



Der Spieler

Spieler kommen dir freundlich lächelnd entgegen und man hat gleich das Gefühl, er liebt seinen Sport und ist froh DU da bist, um hier weiterzukommen und dabei will er dir helfen. Er übt mit dir das was du am Tennisplatz am meisten brauchst: Grundschläge in allen Varianten, er übt mit dir den vergleichsweise späteren Treffpunkt beim Inside-Out Schlag oder das bewusste reingehen in die geschlossene Schlagstellung beim longline-Ball – je nachdem, was du brauchst. Er sagt dir, was gut kommt und wo du dich verbessern kannst. Er zeigt dir den ganzen Schlag und bezieht dabei den ganzen Körper mit ein und geht dann auf die Details ein. Er hat eine unglaubliche Beobachtungsgabe, die er bereit ist, für dich einzusetzen, er sieht kleinste Fehler auf Anhieb (du hast beim geraden Aufschlag den Rückhandgriff, versuchs mal mit dem Mittelgriff). Er gibt dir Varianten an die Hand zum Ausprobieren. Er fragt DICH, ob es was für dich ist, sagt dir ggf. Alternativen und gibt dir Feedback. Und er spielt mit dir, wenn du willst ca. 10 Minuten am Ende einer Trainingseinheit und sagt dir aus dem Spiel heraus, was gut war und was du hättest anders machen können. Mein ‚Spieler’ ist übrigens C-Trainer (einer der Besten in unserem Bezirk in seiner Altersklasse) und mein derzeitiger Lieblingstrainer. Training mit ihm ist im Idealfall eine Art Laborsituation, in der es um das Experiment ‚Tennis und du’ geht. Individualisiertes Training eben, um ein Schlagwort zu benutzen.

Übrigens gibt es diese Typen nicht in Reinform, selbst der Typus ‚Spieler’ hat Anteile vom ‚Tüftler’ und der ‚Hamster’ Anteile vom ‚Tüftler’, aber die Richtung habe ich jetzt schon öfter erlebt. Deswegen habe ich sie ein wenig aufgeblasen, um die hinter der Tätigkeit stehende Haltung deutlicher zu machen. Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden und gestorbenen Personen sind da natürlich rein zufällig und krapp ist ein Geschichtenerzähler.

Vielleicht kennt ihr noch ein paar mehr Trainertypen. Und vielleicht hilft das alles um schlechtes von gutem Training jenseits der Trainerscheine zu erkennen oder besser: das Training zu finden, das man möchte und das einem weiterhilft. :daumen:

Und vielleicht hilft das alles auch den Trainerprofis dabei, über ihre Haltung zum Beruf jenseits der ‚Richtigen Schein Diskussion’ mal kurz inne zu halten.

Mogli
20.11.2007, 17:47
Ist es nicht auch eine Charakter-Frage? Kann nicht jemand ohne Trainerschein gutes Training machen weil er einfach Spaß daran hat und ein B-Trainer stupides Training weil er einfach keinen Bock hat. Letzterer würde sicher in jedem Job nur die halbe Leistung bringen. Das Interesse an seinem Job oder Hobby, die Menschenführung sind sicher elementar wichtig für einen Trainer in egal welchem Sport.

groundstroke
20.11.2007, 18:56
Also die ganze Diskussion um die Trainer hier muß ja irgendeine Ursache haben. Bevor ich mich entschloß, "Trainer ohne Schein" zu bleiben, hat man mich früher auch immer gedrängt: "Ja, Du mußt Trainer werden! Trainer sein ist super! Die Mädels stehen dann Schlange! Nach jedem Damentraining warten mindestens fünf auf der Terasse auf Dich, um Dir näher zu kommen!"



Ehrlich gesagt, in der Realität ist es eigentlich halb so schlimm ! :D

Stachelbuerste
20.11.2007, 19:01
@krapps_tape:
Deshalb sagte ich ja bereit: back to topic.
Finde ich im übrigen sehr originell, wie du die Trainertypen beschrieben hast:daumen:
Um zum eigentlichen Thema zurück zu kommen.
Meine Philosophie ist es, den Schüler so schnell wie möglich "spielfähig" zu machen, d.h. zur Selbstständigkeit erziehen. Dazu gehört auch (wenn man in einem Verein arbeitet) ihn zu integrieren und ihm ein Gefühl von "dabeisein" zu geben. Eine gute Trainerarbeit geht weit über das eigentliche Training hinaus.
Bei mir gehört dazu: Beratung des Vorstandes, Mitgliederbindung und -gewinnung, Medenspiele betreuen und immer ein offenes Gespräch an der Theke zu führen:D, bedeutet: Nicht nach der letzten Stunde den Löffel fallen lassen und ab nach Hause, sondern auch mal zeigen, dass man da ist.
Im Kinderbereich sollte kindgerecht trainiert werden (kindgerechte Hilfsmittel) und es sollte vor allem nie langweilig werden. Ihr glaubt gar nicht, wie viel Fun eine Low-T-Ball anlage bringt.
Neuesten Trends (Cardiotennis, Play and Stay etc.) sollte man offen gegenüber stehen.
Jeder hauptberufliche Tennislehrer sollte sich glücklich schätzen sein Hobby zum Beruf zu haben und mit "Herz und Seele" die Faszination Tennis vermitteln.
Leider noch mal zu den Trainerscheinen:
Wenn ich ein super Schreiner bin und super gerne mit Holz arbeite, dann mache ich evtl. auch meinen Meister und arbeite hauptberuflich.
Ihr geht doch auch nicht zum Klemptner und lasst euch einen Schrank anfertigen, oder?
Wie bereits erwähnt: es muss mehr Aufklärungsarbeit seitens VDT und DTB geleistet werden, damit der Typ "Schnorrer" ausstirbt.

Stachelbuerste
20.11.2007, 19:06
Die Mädels stehen dann Schlange! Nach jedem Damentraining warten mindestens fünf auf der Terasse auf Dich, um Dir näher zu kommen!"
Ehrlich gesagt, in der Realität ist es eigentlich halb so schlimm ! :D

Also bei mir ist das so:laola::flippy::help::as:

In einer Sendung, die früher mal lief, vielleicht kann sich wer noch erinnern, sie hieß: WAHRE LIEBE, wurde der Beruf des Tennislehrers, als einer der erotischten beschrieben.:daumen:

MrStylo
20.11.2007, 20:57
Zum anfang mal zu meiner Person:
Ich bin seit 2004 B-Trainer und habe dann 2005 den taatlich geprüften angefangen und ihn 2006 beendet und muss dem "guten Ruf" dieser ausbildung leider etwas Glanz nehmen. Viele Sachen waren gut. Teilweise sehr gutes Spielniveau vieler Teilnehmer, in "meinem" Lehrgang 3 Spieler Top 100 DTB und 1 Mädel Top 100 DTB, gute ecterne Referenten im Bereich Medizin und Trainingslehre. Sehr gutes praktisches training durch einen!!! Referenten.
Nun zu den schlechten Seiten:
-total lasche Anwseheitskontrolle, gerade die guten Spieler waren Nachmittags zu Hause, haben selber trainiert oder Training gegeben.
-Es wurde immer behauptet der staatlich geprüfte wäre höher angesehen als der A-Schein, total lachhaft, wenn du nen A-Schein fragt keine Sau nach VDT
-Ein Dozent der in der Theorie Psychologie gemacht haqt, hat leider auch noch Praxis aufm Platz gemacht, das war für etwas erfahrenere tainer nur noch lachhaft.
Prüfungen waren auch mega einfach, du kanns quasi nicht durchfallen, der einzige der ernsthaft mündlich prüft waren wieder die Docs+Trainingslehre
auch die Lehrpoben fand ich einfach, durchfallen kannst du nicht.
ich habe das Gefühl der VDT lebt noch von seinem guten Ruf, und davon dass die ausbildung eben staatlich anerkannt ist. habe aber die befürchtung dass in 10 Jahren meine teure VDT ausbildung nicht mehr viel wert ist wenn diese Einstellung beibehalten wird.

Stachelbuerste
20.11.2007, 21:26
Die Anwesenheitskontrolle hat mich damals auch schon angekotzt.
Es geht auch hier nicht darum Ausbildungslehrgänge zu diskutieren, sondern Erfahrungen in den Vereinen zu berichten.
Letztendlich ist immer wichtig, was man aus seiner Ausbildung macht.
Die Fortbildungen des VDT sind auf jeden Fall immer top:daumen:

julius
20.11.2007, 21:52
Stachelbuerste wo wohnst du???
Finds nur toll das hier low-t- Ball erwähnt wird hat mein Trainer erfunden. (Lothar Steinbach, leider verstorben)
Ein Video was man sich auf der page ansehen kann spielt sogar in unserem Garten genial:D

War der beste Trainer der mich traniert hat. Einer der mit viel ehrgeiz dabei war und viele kleine Übungen "erfunden" hat um die Technik zu verbessern.

Stachelbuerste
20.11.2007, 22:10
Meinst du das Video mit den beiden kleinen Kindern?
Meine Low-T-Ball Anlage habe ich mir selbst gebaut. Mit den richtigen Maßen, handwerklichen Kenntnissen kann man da ein paar Euro sparen.
Bin eigentlich über Fachzeitschriften darauf gekommen.
Großes Lob nochmal an den Erfinder, tut mir echt leid das er nicht mehr lebt.

So eine Low-T-Ball Anlage ist im übrigen auch etwas, womit man seine Qualität zeigt, denn diese Stufe kommt vor dem eigentlichen Kleinfeldtennis und macht jedes noch so unbegabte Kind sofort spielfähig.

Benedikt
20.11.2007, 23:05
@krapps_tape

fand dein Post recht gut, aber da das Augenzwinkern sicherlich reichlich dabei war, war das natürlich auch ein wenig pauschal gehalten.
Trotzdem gut.


@stachelbürste

ich hab mal den rebelzer besucht, wir hatten tolle Fachgespräche, viel Spass und die Zeit ging glaube ich noch nie so schnell rum. Ich hab gemerkt, das ein qualitativ gutes Training auch davon abhängt, wer vielleicht an Anfang des Trainerdaseins zur Seite stand, um einige Tips zu geben oder anzuleiten(schade hätte gerne auch einen Kollegen an der Seite gehabt). Vieles was für manche Trainer normal ist(Übungen und so) ist für mich Neuland. Wenn man dann nachfragt kommt man drauf, das das vom eigenen Training herkommt, oder das ein Kollege das nahe gebracht hat.

@all

alle gut und schön mit qualitativen Training und gute Vorsätze, aber ich möchte gerne mal ne Lantze für meine Kollegen brechen. Gut es gibt schwarze Schafe(vielleicht bin ich auch keins, keine Ahnung) aber eins ist doch klar, kommt man nach Hause ist man nur eins, total kaputt. Die nächsten Stunden müssen trotzdem gelant, die Rechnungen geschrieben, die Hallengebühren müssen für den Verein eingezogen werden, der Vorstand hat eine grandiose Idee, irgendwelche Kinder wollen dann doch in eine andere Gruppe, obwohl sie schon sechs Wochen mittrainiert haben usw. Also Tennistrainer ist ein Knochenjob, ok. nicht zu vergleichen mit Bergmännern, Stahlkochern oder Modern Talking Fanartikel-Verkäufer.

krapps_tape
21.11.2007, 11:10
@ Benedikt

das verstehe ich gut mit dem Knochenjob. War selbst Trainer und bin es zum Teil noch im Bereich Führung und Verhaltensänderung. Bei solchen Veranstaltungen gerade im höheren Managementbereich ist höchste Präsenz erforderlich. Tennisspielen ist nach so einer Veranstaltung ürbigens nicht mehr drin, dazu bin ich mental zu geschlaucht.
Wichtig ist aber auch hier sich bewußt Auszeiten zu nehmen, wo ich mit Kollegen Fälle aus der Praxis aber auch meine Haltung zum Job und meine Motivation bewußt reflektiere. Wir nannten das Supervision. Ansonsten ensteht schnell eine Art Tunnelblick und der Job macht einfach keinen Spaß, man wickelt ihn halt ab - bis zum burn-out. Kenn ich zu genüge aus meinem Bereich. Manchmal scheint es mir wichtig, die Sinnfrage zu stellen. Man kann daraus eine Menge Kraft schöpfen.

julius
24.11.2007, 23:19
@Stachelbuerste genau das mein ich;)

Prostaff73
30.11.2007, 23:05
Hallo Stachelbürste,

sehr guter Thread und ich kann Euch Trainer auch sehr gut verstehen. Ich selbst habe nie Training geben, habe auch keinen Schein und dafür auch kein wirkliches Talent. Ich möchte gerne einmal meine Eindrücke aus einem kleinen Dorfverein in dem ich Anfang der 80ziger Jahre (Scheiße bin ich alt) Tennis gelernt habe schilden. Dort gabe es drei Trainer, einen Lehrer, der auch auf Verbandebene sehr aktiv war und es nahezu jedem beigebracht hat, aber schon damals DM 30,- für eine Stunde genommen hat und zwei Vereinstrainer. Einer davon Lehrer und noch eine Dame, deren Ausbildung ich nicht kenne.
Die beiden letztgenannten waren gute Leute um Kinder ans Tennis zu führen, aber nur der erstgenannte hat auch wirklich für einen Leistungsmäßigen Schub bei seinen Schülern gesorgt. Glücklicherweise hat der Verein das auch erkannt und die Jugendlichen, die aktiv in einer Mannschaft spielten bei dem "Top Trainer" trainieren lassen, auch wenn das natürlich mit einem Eigenanteil für die Eltern verbunden war, aber ich muß noch heute sagen, daß ich bei den guten Trainern sehr viel gelernt habe. Insbesondere meinen besten Trainer, auch ein Typ Spieler, den ich 10 Jahre nach meiner letzten Trainerstunde bei ihm zufällig wieder getroffen, hat mir irre viel gebracht. In meinem jetzigen Club sind alle Trainer, die ich kenne vom Typ Spieler und ich mache mir manchmal den Spaß den Trainern bei der Arbeit zu zu schauen und bin beeindruckt, wie gut sie sich auf Kinder und Jugendliche der einzelnen Levels auch motivationstechnisch einstellen können.
Noch ein Wort zur Ausbildung:
Ein Trainer hat auf jeden Fall einen Schein, ich weiß nicht welchen, aber ist selbst auch sehr spielstark
Ein weiterer hat glaube ich A-Linzenz oder ist staatl. geprüfter, auf jeden hat er alles an Linzenzen
ein weiterer mir bekannter hat derzeit noch keine Lizenz wird aber im zarten Alter von 60 Jahren eine machen, weil er sich davon einfach noch einige Impulse verspricht. Im übrigen ist der gute ausgesprochen fit für sein Alter und hat was Taktik angeht ein gigantisches Wissen.
Lange Rede kurzer Sinn:
Alle Trainer, die ich beschrieben habe, haben eines gemeinsam:
Sie versuchen den Schülern etwas bei zu bringen und sie zu motivieren und das ist für mich nicht unbedingt eine Frage der Ausbildung sondern eine Frage der Einstellung, zumal sie und da bin ich mir ganz sicher auch untereinander sprechen und sich versuchen weiter zu helfen.
Viele Grüße
Prostaff73

Stachelbuerste
03.12.2007, 13:02
Hallo Leute,
danke für die bisher gute Diskussion.
Ich möchte mal kurz ein Zwischenfazit geben.

Der Tennislehrer sollte die zentrale Ansprechperson eines Tennisvereins sein.
Er sollte die "Faszination" und "Leidenschaft" des Tennissports leben und weiter vermitteln.
Um die Qualität zu unterstützen sollte er, um hauptberuflich zu arbeiten, die nötige Qualifikation haben (B-Trainer minimum).
Arbeitet er als Tennisschulleiter und betreut mehrere Vereine, dann sollten seine Triner wenigstens die C Lizenz haben und nach den (hoffentlich richtigen) Vorstellungen ihres Chefs arbeiten.
Hier sehe ich die grösste Gefahr, denn zu oft erlebe ich es selber, dass die Qualität leidet, wenn "Aushilfskasper" das Training machen, 5x pro Stunde telefonieren, bocklos auf die Uhr schauen, Methodik und Didaktik im Fremdwörterlexikon nachschlagen müssen.
So verkommt unser schöner Sport, weil Kinder keinen Bock mehr haben und zu anderen Sportarten wechseln.
Die große Frage, die ungeklärt in den Köpfen unserer Kunden steckt ist:
"Was ist eigentlich gutes Training?", sollte mehr Aufklärung geschenkt werden, damit die Qualität in den Vereinen wieder steigt.
Ich habe diesbezgl. jedoch wenig Hoffnung.:(

Prostaff73
03.12.2007, 15:39
sehr gutes Zwischenfazit, so bleibt die Diskussion lebendig.
Eine Frage dazu: Geht es Dir um die Kinder oder auch um Jugendliche/junge Erwachsene?
Gerade hier haben viele kleinere Vereine Probleme. Es gab und gibt viele Kinder, die auch bis ca. 14 Jahre spielen und dann zu anderen Dingen abwandern bzw. mit dem Einstieg in Studium und oder Beruf nicht mehr so viel spielen, oder ohne Training/viel Praxis halbherzig ihre Mannschaftsspiele absolvieren. Diesen Punkt sollten wir vielleicht auch separat behandeln, so Du möchtest. Gerade hier sehe ich auch Trainer gefordert, die diese Zielgruppe "bei der Stange" halten. Ist das gerade unter Euch hauptberuflichen auch ein Thema, oder konzentriert man sich eher auf die Kinder und jüngeren Jugendlichen, weil diese vielleicht auch sportlich mehr Potential versprechen?
Viele Grüße
Prostaff73

maxi75
03.12.2007, 21:30
auch wenn die Frage nicht für mich war würde ich auch gern etwas dazu sagen falls das ok ist :-)
es besteht einfach ein zusammenhang zwischen sportlichen erfolg und der Fortsetzung der sportart bin zur zeit in 4 Vereinen als Trainer tätig, sind alles " kleine Vereine " sagen wir mal bis maximal 400 Mitglieder.
Aus meiner erfahrung hören jugendliche auf wenn der sportliche erfolg aus bleibt und sie begreifen das es eben in einer Mannnschaftssportart einfach ist da mann dort auch ein paar weniger starke spieler mit "durchbringen" kann und trotzdem erfolg haben kann judendliche die erfolg haben wechseln die sportart nicht und ein wichtiger bereich in meiner trainer tätigkeit ist nunmal nicht nur die Motivation für diese Sportart sondern ich muss ihnen auch offen sagen wie weit sie es aus meiner Sicht als Trainer bringen können ( habe mich da natürlich auch einige male sehr getäuscht :-) ) wenn ich Spielern vermittle wo sie wirklich stehen dann kann auch eine 2 Runde bei den z. B. Beziksmeisterschaften eine super Motivation sein um mehr und härter an sich zu trainieren und somit werden sie auch nicht in eine andere Sportart wechseln oh je hoffe das ich mich verständlich ausgedrückt habe
Gruss Maxi

Benedikt
03.12.2007, 21:56
@Stachelbürste

Qualität

kommt glaube ich auch darauf an wo man ist. Also ein kleiner Verein muss ja nicht zwangsläufig schlechtes Training geben. Die Möglichkeiten sind bei einem grossen Verein meist besser. Also ein Trainer bei einen kleinen Verein muss wohl viel mehr selber beisteuern als bei einem Grossen.

Manchmal ist die Bereitschaft und die Einstellung insgesamt bei kleinen Vereinen anders. Von wegen: "Die gehen wenn die gut sind eh wo anders hin" oder "Wir waren schon immer ein Breitensportclub" Da ist der Trainer auf zwei Fronten gleichzeitig tätig.

Wenn ich mal eben sagen darf, in der letzten Stunde um 20 Uhr konnte ich nicht gerade die "Faszination" und "Leidenschaft" des Tennissports leben und weiter vermitteln. Sorry bin auch nur ein Mensch;):D

Stachelbuerste
03.12.2007, 22:06
Uiiiih, dass sind ja viele Fragen.
Ich schildere das mal aus meiner Sicht.
Ich arbeite freiberuflich für einen Verein. Ich habe für diesen Verein ein umfangreiches "Mitgliederneugewinnungspaket" entwickelt, welches ich persönlich betreue. In diesem Paket geht es nicht nur um die Mitgliedergewinnung, sondern was viel wichtiger ist, deren Bindung und Integration in den Verein.
Ferner arbeite ich eng mit den Grundschulen der näheren Umgebung zusammen.
Sportlich gesehen befindet der Verein sich eher auf der Breitensportebene, dennoch besteht ein Fördertraining für talentierte Kinder, die Jugendlichen werden vorsichtig in die Erwachsenenmannschaften integriert.
Ich denke, Kinder und Jugendliche müssen schnell in der Lage sein, das Spiel Tennis zu beherrschen. Sie lieben den Wettkampf und spielen gerne auf Punkte.
Hier ist der Tennislehrer gefragt, um die Technikvermittlung und Spaß gleichzeitig in eine Unterrichtseinheit zu bekommen.
Interessant finde ich da das VDT Konzept Funsport. Man kann die Kinder noch so mit Technik quälen, wenn am Ende der Einheit eine witzige Spielform ist, dann bleibt diese positiv in Erinnerung:idee:
Hat man seine Gruppe aber nicht im Griff, leert nur seine Ballkörbe wie eine Ballmaschine, im oft erwähnten "Schlangentraining", telefoniert dann während des sammelns, auf dem Platz bricht das "nackte Chaos" aus, dann soll man sich nicht wundern, wenn weniger talentierte Kinder den Spaß verlieren.
Ich habe mich heute noch mit meiner Nachbartrainerin unterhalten, die das Kreistraining macht. Sie hat akribisch den Kindern den Achterschwung beim Aufschlag geübt. Auf meine Frage, dass sie sich doch eigentlich damit gar nicht aufhalten dürfte, weil die Basics Aufgabe der Vereinstrainer sind, hat sie nur mit dem Kopf geschüttelt und genau das gesagt, was ich in dieser Diskussion hier bereits geäußert habe.
Zusammengefasst: Viel Quantität, wenig Qualität.
Es werden Leute auf Kinder losgelassen, die von der Materie keine Ahnung haben und auch, was ich schlimm finde, nicht kindgerecht arbeiten.
Bedeutet: Ich kann nicht 5jährige mit harten Bällen unterrichten, denn jeder Ball springt fast über Schulterhöhe und es werden falsche Griffe gelernt. Mit Methodikbällen sieht das schon anders aus, aber die kosten ja zusätzlich.

@Maxi: verstehe schon was du meinst, aber nutze doch mal mehr Absätze und Kommas, dann kann man es besser lesen.

@Benedikt: Hast schon recht manchmal ist unser Job hartes Brot.

Endy
03.12.2007, 22:50
Super Thema! Ist mittlerweile genau das, was ich mit dem Thread im Vereinsforum auch angestrebt hatte.

Ich denke prinzipiell müssen die ersten Ziele sein:

- Spielfähigkeit

- Grundlegende technische Fähigkeiten von Schlägerhaltung bis zu ,,von unten nach oben" usw., Fehlerbilder ausbessern.
Ohne das geht es -normalerweise- nicht.

Gibt andere Ansätze, aber kann jeder denken wie er will, gibt glaube ich keine Untersuchungen zu dem Thema.
Ich halte jedenfalls nichts von Spiel-wie-meine-Oma-Tennis über Monate oder sogar Jahre. Und ich kenne KEIN Kind, das durch do-it-yourself und ohne Technikschulung gute Leistung erbracht hätte.
Koordination und konditionelle Fähigkeiten kommen für mich erst einen Schritt später.

- Grundlegende Regelkunde

- Das Lernen lernen, auch nichts anderes als in der Schule. (Selbstständig nachfragen, selbstständig verbessern, Bewegungsgefühl entwickeln, Probleme suchen, erkennen und lösen...)

Dazu die Hauptprobleme, die m.M.n. meistens auftreten:

- Probleme beim Erlernen der Spielfähigkeit, zu große Felder usw., pendelt sich aber ein, irgendwann lernts jeder.
- Zu wenig technische Fähigkeiten der Trainer, zu wenig Wissen oder noch schlimmer: zu wenig Interesse an der Technikvermittlung und falsche Schwerpunktsetzung beim Rest der sportlichen Grundfertigkeiten.

Das alles natürlich unter der Voraussetzung, dass der Trainer motiviert ist und die Kinder grundlegende motorische Fähigkeiten schon besitzen oder nebenbei ,,mitlernen" können.

Normalerweise aber hören die Kinder auf, wenn sie nicht spielen können oder wenn wegen mangelnder Technik das Leistungsniveau einfach stagniert.

Bezieht sich jetzt von mir alles auf Hobbyniveau.

(Und das haben leider sehr viele sogenannte Topleute immernoch nicht erkannt oder legen zu viele Schwerpunkte in Richtung konditionelle Fähigkeiten oder auch in Richtung Koordination. Bei einer Stunde Training pro Woche kann ich nun mal nicht mehr als max. 1/3 für die Koordination verbrauchen, wenn derjenige ansonsten keine Möglichkeit hat, Tennis zu spielen und etwas für die Koordination zu tun.)

Stachelbuerste
03.12.2007, 23:19
Ich denke mal, mit der nötigen Erfahrung und dem nötigen Equipment bekommt man jedes Kind, jeden Jugendlichen und jeden Erwachsenen spielfähig.
Oft reicht nur ein Blick "hinter die Kulissen", z.B. wenn man weiß, das Kind spielt Handball, dann kann man wunderbar sportartübergreifende Sachen anwenden.
Oder man erklärt es halt kindgerecht: z.B. Kind bekommt den Ball nicht über das Netz: Stell dir vor, du spielst über eine hohe schwarze Wand, etc.

Equipment: Schaumstoffbälle, Methodikbälle, Midcourtbälle (Play und Stay) und alles was Motivationscharakter hat (Stehaufmännchen, witzige Ziele etc.)

Das Argument mit der einen Stunde in der Woche ist ein sehr gutes Argument.
Wenn Kinder im Winter nur einmal Tennis haben und nicht wie im Sommer öfter spielen, finde ich es wichtig, wenn Action da ist.

Gut machmal machen es einen die Gruppen es auch nicht einfach, denke jeder hat so seine "Lieblingsgruppen".

Champcoach
03.12.2007, 23:23
@ Endy

Das sehe ich auch so.
Es ist ein großer Unterschied, ob ich einen (z.B.) jugendlichen Spieler trainiere, der 2-4 Stunden täglich trainiert, oder einen, der 2-4 Mal im Monat trainiert. Wenn ich den letzteren beim Tennis halten will, muss ich ihn vor allem Tennis spielen lassen und nicht Koordinationstraining usw. machen lassen (so wichtig, weil leistungsbegrenzend das ist). Wenn er das möchte, würde er in ein Fitnessstraining gehen. Die Leute laufen ansonsten auf die Dauer davon, so gut das Ganze eigentlich gemeint ist.
Die wollen Tennis Spielen und müssen die dazu nötigen Technik-Basics erlernen und mit Tennisspielen Spaß haben, trotz aller konditionellen Schwächen.
Sobald sie ihr Training zeitmäßig erweitern und leistungsorientierter gestalten wollen, müsste das Angebot in Sachen Konditraining erweitert werden. Dieses Angebot sollte allerdings unbedingt schon vorher da sein...

Prostaff73
03.12.2007, 23:27
Hallo Endy,

ich bin weder Trainer noch Vereinoffizieller und habe auch in beiderlei Richtungen keine Ambitionen (mehr). Wäre ich jedoch Trainer so würde ich auch auf den Punkt Spielfähigkeit mein Hauptaugenmerke legen, die Gründe hierfür und da seid Ihr Trainer Euch alle einig liegen auf der Hand und haben sogar mich als Laien überzeugt.
Beim Durchlesen deines Postings fällt mir eines auf
S

(Und das haben leider sehr viele sogenannte Topleute immernoch nicht erkannt oder legen zu viele Schwerpunkte in Richtung konditionelle Fähigkeiten oder auch in Richtung Koordination. Bei einer Stunde Training pro Woche kann ich nun mal nicht mehr als max. 1/3 für die Koordination verbrauchen, wenn derjenige ansonsten keine Möglichkeit hat, Tennis zu spielen und etwas für die Koordination zu tun.)

Ist es wirklich auf Hobby Niveau Aufgabe der Trainer Kondition und Koordination derart zu schulen bzw. zu arbeiten? Von einer Stunde Training pro Woche kann man das wirklicht nicht erwarten und ich frage mich, wie dumm und ich meine auch dumm man sein muß, wenn man das nicht erkennt.
Das geht jetzt nicht gegen Euch Trainer, ganz im Gegenteil, Ihr hier habt ein Konzept bzw. jeweils das passende, sondern ich spreche damit vielmehr die Eltern und auch die "ich hab kleinen Plan/mir egal/mein Handy klingelt" Vögel an. Wäre es nicht auch ein wichtiger Punkt dafür zu sorgen, daß die Kinder und Jugendlichen auch mal untereinander spielen? In meiner Jugend haben es viele getan und weit mehr als die Hälfte spielen heute.
Viele Grüße
Prostaff73

P.S: Ich möchte niemand der hier Anwesenden angreifen, sondern ein wenig der Verärgerung wie mein Heimatverein (immerhin 2000 noch mit über 100 Mitgliedern), man hat viele Kinder, aber im Herren und Damenbereich kommt kaum eine(r) an vermutlich immer tiefer sinkt

Stachelbuerste
03.12.2007, 23:37
@Pro Staff:
Du greifst hier keinen an, im Gegenteil, du sprichst mir aus der Seele.
Ich sage auch immer, ihr müsst spielen, spielen, spielen. Training allein reicht nicht, man braucht Matchpraxis.
Hat man die Kids erst dahin gebracht, dann hat man gewonnen.
In meinem Verein gibt es jeden Samstag einen Jugendspieltreff, der sehr gut besucht ist (unter Anleitung der Jugendwartin).

Prostaff73
03.12.2007, 23:45
Hallo Stachelbürste,

danke für die "Entwarnung". Ich war in meinem o.g. Verein mal Sportwart, daher sehe ich das Thema sehr emotional. Die Idee, die Du beschreibst halte ich für sehr gelungen. "Mein" jetziger Club zugegebener Maßen erheblich größer leistet soweit ich es mitbekomme, sehr gute Kinder-/Jugendarbeit. Ich halte die Eltern auch für einen ganz wichtigen Baustein, wenn die ihre Kinder nur für eine Stunde "abliefern", dann hat es auch der beste Trainer schwer und sicherlich auch schwer, sich selbst zu motivieren, einer solchen Gruppe etwas bei zu bringen. Das hat dann ja beinahe etwas von Schule, wo Du vor einer total lustlosen Klasse stehst und diese unterrichten sollst, das kann auch nichts werden, egal, was Du auch immer unternimmst, Du fängst wahrscheinlich jede Stunde fast wieder bei 0 an.
Viele Grüße und weiterhin viel Geduld
Prostaff73

Endy
03.12.2007, 23:54
Sobald sie ihr Training zeitmäßig erweitern und leistungsorientierter gestalten wollen, müsste das Angebot in Sachen Konditraining erweitert werden. Dieses Angebot sollte allerdings unbedingt schon vorher da sein...

Das auf jeden Fall, da ist der Stellenwert ja dann auch riesig.
Ist aber leider in kleineren Vereinen auch die Ausnahme, da wird dann eben ein Jugendlicher, der das TOP100 Potenzial in Deutschland hätte, gerademal Bezirksmeister.
Gerade die nicht tennisspezifischen Trainingsarten von Kondition und Koordination erfordern dann viel Wissen und Erfahrung, das oft auch ehemalige gute/sehr gute Spieler nicht mitbringen.

Ist es wirklich auf Hobby Niveau Aufgabe der Trainer Kondition und Koordination derart zu schulen bzw. zu arbeiten? Von einer Stunde Training pro Woche kann man das wirklicht nicht erwarten

Reden wir mal von 1 h/w.
Kondition würde ich erst mal ausschließen, das hat auch in den Anfangsjahren im Hobbybereich erstmal etwas weniger Stellenwert und wird tennisspezifisch ja mittrainiert.

Koordination siehts ganz anders aus, weil es eben heutzutage viele koordinative unerfahrene Kids gibt, die weder einen Ball fangen noch werfen können. Da kann man dann meinetwegen als Obergrenze bis zu 1/3 der Stunde gehen, weils sonst auch mit dem Tennis schwer wird. Weiter aber m.M.n. auf keinen Fall, weil man Tennis durch Tennis am besten lernt, solange man nebenbei gewisse Grundlagen schafft.

Und natürlich kann ich das erwarten von einem guten Trainer, der soll ja das Maximum aus seinen Schülern rausholen und entsprechen handeln, wenn einer über seine Füße stolpert muss man daran eben auch arbeiten.

Problematisch ist aber die neue pseudodidaktische Welle, die aller Probleme Lösung in der verbesserten Koordination sieht ( weil unsere Kinder alle ,,faul" oder ,,dumm" sind) und das dann auch noch mit sehr zweifelhaften Übungen zu verbessern versucht.

Da seh ich Trainer, die lassen die Kids teilweise 3/4 der Stunde Bälle zwischen Leitern rumtragen und aus 10 cm in Körbe fallen ...
und meinen noch, sie hätten jetzt einen koordinativen Mehrwert.

Das würde uns dann auch noch dazu führen, wie sinnvoll eigentlich die gebräuchlichen koordinativen Hilfen im Tennisunterricht sind, aber das ist ein extra Thema.

und ich frage mich, wie dumm und ich meine auch dumm man sein muß, wenn man das nicht erkennt.
Du würdest dich wundern... :eek:
Eindruck macht es nämlich schon, wenn du 10 Koordinationshilfen auf dem Platz rumliegen hast und auf dem anderen Platz der Trainer nur mit Tor und Koordinationsleiter steht und nach 10min Aufwärmen + etwas Koordination schön altmodisch Bälle übers Netz spielt.

Ich sage auch immer, ihr müsst spielen, spielen, spielen. Training allein reicht nicht, man braucht Matchpraxis.
Hat man die Kids erst dahin gebracht, dann hat man gewonnen.
:daumen: Und wenn Erfolge bei den Kids sichtbar werden, Ballwechsel zu Stande kommen und die Technik halbwegs da ist, gehen sie eben doch wieder gerne jeden Tag 2h auf den Platz.

Stachelbuerste
03.12.2007, 23:56
wenn die ihre Kinder nur für eine Stunde "abliefern", dann hat es auch der beste Trainer schwer
Im Winter die Sitzheizung anschalten und die Tasche der Kleinen bis zur Hallentür tragen...:mad::help::aua::buah::machinegu

maxi75
04.12.2007, 08:29
Du würdest dich wundern... :eek:
Eindruck macht es nämlich schon, wenn du 10 Koordinationshilfen auf dem Platz rumliegen hast und auf dem anderen Platz der Trainer nur mit Tor und Koordinationsleiter steht und nach 10min Aufwärmen + etwas Koordination schön altmodisch Bälle übers Netz spielt.



Da spricht mir jemand aus der Seele !!!!
sehe es genauso nichts gegen die Einbindung von Trainingshilfen aber
viele übertreiben es sehr damit,
kenne einen Trainer der hatt jede zweite Stunde die er gibt die eine Platzhälfte mit über 70 Hüttchen bestückt
kann mir keiner erzählen das da jugendliche durchsteigen,
und ich muss gestehen ich habe den Sinn und Nutzen davon bis heute nicht verstanden !!!!
Aber Schön Bunt sieht die Platzhälfte schon aus :D

Benedikt
04.12.2007, 08:52
wie ein Verkehrsübungsplatz ne:D

Sorry

was mich total stört ist, das es für Aussenstehende so aussieht, als ob wir die Tennistrainerlitaratur mit der Muttermilch aufgesogen hätten. Stimmt nicht, jeder der hier posted macht Fehler. Sachen die man in Zukunft nicht mehr machen wird, da die sportwissentschaftliche Forschung dagegen ist, Sachen die man noch von seinen eigenen Training kennt, die man übernommen hat und die nicht so recht in das korrekte Schema passt und in kein Lehrbuch steht. Auch wir würden von höher qualifizierten Trainern in manchen Punkten in der Luft zerissen werden. Also bitte, nicht die grosse Inqisition machen, gegen Trainerkollegen, die wir nicht kennen und wo wir nicht wissen warum sie es machen.

Ich bin immer drauf versessen, etwas dazu zulernen und weiter zu kommen, keiner ist perfekt, einen perfekten Trainer wird es nie geben.

Ich sehe bei vielen Kollegen, die eine Möglichkeit hatten zu lernen, innerhalb einer Tennisschule oder als Co-Trainer, die auch von diesen Trainer gelernt haben, das diese einen grossen Vorsprung mir gegenüber haben. Also Leute bitte nicht päpslicher als der Papst sein.;)

Stachelbuerste
04.12.2007, 09:35
Also wir hatten in der staatlichen Ausbildung gelernt (und ich empfand meiner Ausbildung als sehr gut), dass alles was in der Ausbildung gelernt wurde mit unseren eigenen Erfahrungen in einen Topf geworfen werden sollte, gut umrühren, dann hat man ein Rezept, mit dem man gut fahren kann.
Die "Bibel" gibt es nicht und "viele Wege führen nach Rom".
Richtig ist, dass man nie auslernt und auch ich nehme jegliche Anregung war, sei es in den Fachzeitschriften, die ich im Abo habe, oder auf den Fortbildungen, die ich besuche.
Fortbildungen finde ich fast noch interessanter, als die eigentliche Ausbildung, denn dort ist ja der "Fachleutetreff" und man kann kontrovers alle Themen diskutieren. Glaubt mir, jeder Kollege ist da kritikfähig (vielleicht Schönborn nicht immer;)) und man kann beim Bierchen Gedanken austauschen.

Also bitte, nicht die grosse Inqisition machen, gegen Trainerkollegen, die wir nicht kennen und wo wir nicht wissen warum sie es machen.
Wenn ich aber sehe, dass Kinder in "one ball Ralleys" gequält werden. Die trefforientierte Methode für ein Teil einer Singleparty gehalten wird, und, und, und...
Dann möchte ich am liebsten selbst der Inquisator sein.:machinegu

Benedikt
04.12.2007, 09:48
:daumen:

Endy
04.12.2007, 19:59
Ich arbeite freiberuflich für einen Verein. Ich habe für diesen Verein ein umfangreiches "Mitgliederneugewinnungspaket" entwickelt, welches ich persönlich betreue. In diesem Paket geht es nicht nur um die Mitgliedergewinnung, sondern was viel wichtiger ist, deren Bindung und Integration in den Verein.
Ferner arbeite ich eng mit den Grundschulen der näheren Umgebung zusammen.
Sportlich gesehen befindet der Verein sich eher auf der Breitensportebene, dennoch besteht ein Fördertraining für talentierte Kinder, die Jugendlichen werden vorsichtig in die Erwachsenenmannschaften integriert.
Ich denke, Kinder und Jugendliche müssen schnell in der Lage sein, das Spiel Tennis zu beherrschen. Sie lieben den Wettkampf und spielen gerne auf Punkte.

Hört sich sehr engagiert an. :)


Die "Bibel" gibt es nicht und "viele Wege führen nach Rom".

Sicher, aber einige grundlegende Fehler sollte man schon erwähnen oder ausschließen können. Gerade wenn sie so aktuell und offensichtlich sind wie beim Koordinationsbeispiel. Und dass es viele Zwischenstufen gibt ist selbstverständlich, aber eben auch einige Grundlagen, die einfach richtig sind.

Hat aber mit dem Thema sowieso nicht wirklich was zu tun...

was mich total stört ist, das es für Aussenstehende so aussieht, als ob wir die Tennistrainerlitaratur mit der Muttermilch aufgesogen hätten. Stimmt nicht, jeder der hier posted macht Fehler.

Wirkt das so? Hier wird doch nur diskutiert und auch nur mit der eigenen Meinung. Klar macht jeder Fehler, ist ja auch nur eine ,,Stammtisch"-Diskussion und keine Dissertation...

Also bitte, nicht die grosse Inqisition machen, gegen Trainerkollegen, die wir nicht kennen und wo wir nicht wissen warum sie es machen.

Ohne Erwähnung der Namen und wenn man die ,,Begründungen" der Fehler kennt und die Kollegen persönlich, kann man das schon mal anschneiden.

Glaubt mir, jeder Kollege ist da kritikfähig (vielleicht Schönborn nicht immer) und man kann beim Bierchen Gedanken austauschen.

Ich kenne da leider so einige, die nicht so kritikfähig sind. Du musst wirklich nen sehr guten Ruf haben, wenn von dir jeder Trainer Kritik annimmt. :p
Bezweifle ich aber gar nicht. Du kennst Schönborn... oha, lass ihn das nur nicht lesen... ;)

Da spricht mir jemand aus der Seele !!!!
sehe es genauso nichts gegen die Einbindung von Trainingshilfen aber
viele übertreiben es sehr damit,
kenne einen Trainer der hatt jede zweite Stunde die er gibt die eine Platzhälfte mit über 70 Hüttchen bestückt
kann mir keiner erzählen das da jugendliche durchsteigen,
und ich muss gestehen ich habe den Sinn und Nutzen davon bis heute nicht verstanden !!!!

Oft hat das Ganze auch ökonomische Gründe, sieht eben gut aus für einen Trainer/Trainerschule und ein Elternteil findet sowas schon interessanter. Aber ich finde es einfach ärgerlich, wenn da für 30 Euro die Stunde nur noch rumgehampelt wird aus reinen Geldgründen und mit den wirklichen Talenten noch genauso ernsthaft trainiert.
Sind aber ja auch nur ein paar Leute und nicht die Hälfte der deutschen Trainer.
Gibt eben einige schwarze Schafe, die dann so ein Licht auf die Trainer werfen können. (Wenn man nur die kennt...)
Ist aber sowieso die Minderheit, wie Benedikt schon geschrieben hat.

Benedikt
04.12.2007, 20:13
@Stachelbürste

stimmt der Herr Schönborn ist nicht gerade kritikfähig, er hat mal einen Vortrag gehalten, der angeblich uns bei der Praxis weiterhilft. Leider hat sich der Mann verheddert und sich nur noch mit Statistiken aufgehalten, das Boris Becker normalerweise keinen dritten Satz spielen bräuchte, der er den eh gewinnen würde usw. Als dann ein drittel der Zuhören rausgegangen ist, und lieber ne Bretzel gegessen haben, hat er einfach weitergemacht.

Stachelbuerste
04.12.2007, 20:15
Kritikfähigkeit hat ja immer zwei Seiten. Ich meinte eigentlich damit nicht, den Trainer (Referenten) zu kritisieren, sondern Sich kritisch mit dem Thema auseinanderzusetzen.
Schönborn ist ohnehin der "Papst". Habe Ihn schon in vielen Seminaren erlebt, hat wirklich viel auf dem Kasten, denkt jedoch hauptsächlich im Jugendleistungsbereich, was eher schade ist, denn die meistens von uns arbeiten ja an der Basis.

@Endy: bzgl. meines Engagements:
Ist nun mal mein Job, mit dem ich Brötchen verdienen muss.
Es sollte für jeden Tennislehrer der Grundsatz gelten: "Geht es dem Verein gut, geht es dem Trainer gut."

Benedikt
04.12.2007, 20:26
Es sollte für jeden Tennislehrer der Grundsatz gelten: "Geht es dem Verein gut, geht es dem Trainer gut."[/QUOTE]

anders geht es nicht, oder anders, wenn du eine Kuh melken willst, dann muss sie vorher gefüttert werden. ne

Stachelbuerste
05.12.2007, 10:14
In den letzten Threads wurde ja viel über (evtl. mangelnde) Koordinationsschulung gesprochen.
Haben wir Tennislehrer/trainer denn, bei einmal Tennis pro Woche, die nötige Zeit zum vernünftigen Koordinationstraining?

Ich denke die Wurzel allen Übels, dass Kinder bei der ersten etwas schwierigeren Laufübung durch die Leiter scheitern, fängt schon im Grundschulbereich an.
Durch meine Arbeit mit den Grundschulen sehe ich ja, wie viele ausgebildete Sportlehrer es noch gibt. Ich kann nur sagen, nicht viele.
Wenn nicht immer so viel Sportunterricht ausfallen würde, oder generell zu wenig gegeben würde, sähe die Sache ggf. anders aus.

Im Tennisunterricht muss man die Koordination ja gut verpacken, damit den Kindern nicht langweilig wird. Aber richtige Koordinationseinheiten kann man nur bei den ganz Kleinen machen, denn die sind für alles zu begeistern (noch).

Endy
05.12.2007, 10:34
Durch meine Arbeit mit den Grundschulen sehe ich ja, wie viele ausgebildete Sportlehrer es noch gibt. Ich kann nur sagen, nicht viele.
Wenn nicht immer so viel Sportunterricht ausfallen würde, oder generell zu wenig gegeben würde, sähe die Sache ggf. anders aus.

Ja, das hat leider auch mit der Ausbildung zu tun, die Leute studieren Sport als 1 von x Fächern ein bisschen nebenbei und sollen dann die Grundsteine legen für die späteren Jahre, das geht nun mal nicht.
Nur andererseits kann ich auch die Sportlehrer in der Grundschule verstehen, die 20 Jahre lang mit unmotivierten Kindern kämpfen müssen und sich den ganzen Nachmittag vor den PC hocken und im ICQ schreiben. Da müssten einfach Sonderpädagogen, ausgebildete Sportlehrer und Vereine ran, kommt jetzt langsam auch alles.

Womit ich aus persönlicher Erfahrung leider ein Problem habe, ist die Vermarktung und Übertreibung der Koordinationsgeschichte ohne irgendwelche individuellen Einflüsse oder Einbeziehung von situativen Gegebenheiten.
Aber wie gesagt auch Ausnahmen, die allerdings sehr auffallen. Nur können es dann die Kinder nach 2 Jahren immer noch nicht, ein Kleinfeldmatch zu spielen und gehen zum Fußball. Damit hake ich das Thema jetzt mal ab. :)

Stachelbuerste
05.12.2007, 10:37
Noch mal ein kleiner Nachtrag (ist mir ein extra Post wert):
Gerade klingelte mein Handy und ein Jugendwart rief mich an, ob ich nicht Interesse hätte für deren Verein, ab Sommer 2008, zu arbeiten.
Meine Nr. hatte dieser von der VDT HP. Bisher hatte dort das Training ein Spieler der Herrenmannschaft gemacht, aber im Vergleich zu anderen Jugendlichen sin wohl Defizite da, deshalb möchte man in Zukunft mit einem hauptamtlichen Trainer arbeiten.
Ich sage nur:daumen:: es gibt sie noch, die Vereinsfunktionäre, die ein wenig Ahnung haben und wissen, wo sie suchen müssen.
Habe im übrigen abgelehnt, weil ich bestens versorgt bin.

Stachelbuerste
05.12.2007, 10:39
Womit ich aus persönlicher Erfahrung leider ein Problem habe, ist die Vermarktung und Übertreibung der Koordinationsgeschichte ohne irgendwelche individuellen Einflüsse oder Einbeziehung von situativen Gegebenheiten.

Das hätte ich aber schon gerne mal näher erläutert:(

Endy
05.12.2007, 12:15
Naja,
ich kenne ein paar (wenige! vielleicht 1%) Kollegen, die das Ganze vollkommen übertreiben und leider auch noch keine Ahnung haben. Man kann scheinbar ganz gut Kohle damit machen, schlau mit Fachbegriffen um sich zu werfen bei den Eltern und in Magazinen und jeden Schnick-Schnack zu haben. Das Ergebnis sind lauter Kinder, die nach Jahren das Tennisspielen immer noch nicht können, weil sies eben kaum tun, sondern nur immer die neuesten ,,Erkenntnisse" ausprobieren müssen - leider weder in Abhängigkeit vom Alter, vom Talent, vom sportlichen Können...
Und ganz vorne dabei ist da die Koordination. Ob man da mal Koordination mit Kondition usw. verwechselt, ist nicht wichtig, Hauptsache die Eltern sind begeistert.
Du merkst schon, alles sehr allgemein gehalten, damit das ja nicht auf irgendjemanden bezogen werden kann. :) Aber das macht mir zur Zeit im Raum Bayern etwas Sorgen, denke allerdings auch nicht, dass das jetzt um sich schlägt, ist eben eine kleine Welle, die sich finanziell ganz gut auszahlt.
Leider fallen aber diese Jungs entsprechend auf und werfen momentan kein gutes Licht auf die Kollegen.

Aber nochmal: Keine allgemeine Kritik, fällt mir nur zu dem Thema Trainingsqualität in den Vereinen sofort ein, wenn es um negative Aspekte geht.

Eventuell ist das aber momentan nur bei uns modern, keine Ahnung wie es ansonsten aussieht.

maxi75
05.12.2007, 12:30
Eventuell ist das aber momentan nur bei uns modern, keine Ahnung wie es ansonsten aussieht.

Nö kann dir sagen das es bei uns hier genauso aussieht na ja bin zwar in Baden-Würtemberg aber sind hier nur 10 Km von der grenze zu Bayern entfernt und dieser trend muss wohl rübergeschwappt:D sein :D

ach ja mal ne andere Frage was ich leider als negativen Trend
empfinde
ist es bei euch auch so schlimm was das abwerben von Jugendlichen betrifft haben hier 2 Vereine die schon hinter den Rücken der Vereinstrainer und des Jugendwarts 11 jährige für ihre Mannschaften abwerben wollen nimmt extrem stark zu hier bei uns ist das bei euch auch so ?

Endy
05.12.2007, 14:25
ist es bei euch auch so schlimm was das abwerben von Jugendlichen betrifft haben hier 2 Vereine die schon hinter den Rücken der Vereinstrainer und des Jugendwarts 11 jährige für ihre Mannschaften abwerben wollen nimmt extrem stark zu hier bei uns ist das bei euch auch so ?

Das ist Standart, aber auch logisch gerade bei größeren Vereinen, die den Kleineren die Talente rauben. Eine Zunahme kann ich aber nicht feststellen bei uns.
Gehört auch eigtl. nicht zum Thema. :)

Stachelbuerste
09.12.2007, 11:34
Hallo Leute,
möchte mal ein paar Lösungsmöglichkeiten zur Qualitätssicherung posten.

Vereine:

Vereine sollten bei einem der beiden Trainerverbände (DTB oder VDT) Ansprechpartner haben, die bei der Auswahl des passenden Trainers hilfreich sind.
Sinnvoll wären z.B. Seminare für Vorstandsmitglieder, damit diese auch mal wissen, was ein guter Trainer mitbringen sollte.
Man sollte, wie in jedem anderen Job auch, neben dem Vorstellungsgespräch auch mal eine Probeeinheit Training sehen.
Es sollte auf Ausbildung geachtet werden (B minmum).
Vereine, die sich weiterentwickeln wollen (Mitgliederzuwachs, Ausbau des Jugendbereiches etc.), sollten sich einen Headcoach suchen und nicht einen Aushilfstrainer einer Tennisschule.
Wenn Aushilfstrainer, dann sollte gesichert sein, dass dieser konstant den Verein betreut und nicht z.B. ein Student ist, so dass laufend ein neuer kommt und Kinder keine Bezugsperson haben.

Kreis und Bezirk:

Zusammenarbeit der Kreis-, Bezirkstrainer mit den Vereinstrainern.
z.B. Worksshops: Austausch von Trainingsmethoden, etc.

Eltern:

Ruhig mal hinterfragen, ob das Training Spaß gemacht hat.
Auch mal einer Stunde beiwohnen.

Schüler:

Auch mal Kritik äußern und Wünsche bzw. Anregungen dem Trainer geben.

Dies sind einige Anregungen, die man erfüllen könnte, es gibt sicherlich noch mehr.

maxi75
09.12.2007, 18:29
:DHallo Leute,
möchte mal ein paar Lösungsmöglichkeiten zur Qualitätssicherung posten.

Vereine:

Vereine sollten bei einem der beiden Trainerverbände (DTB oder VDT) Ansprechpartner haben, die bei der Auswahl des passenden Trainers hilfreich sind.
Sinnvoll wären z.B. Seminare für Vorstandsmitglieder, damit diese auch mal wissen, was ein guter Trainer mitbringen sollte. Gute Idee
Man sollte, wie in jedem anderen Job auch, neben dem Vorstellungsgespräch auch mal eine Probeeinheit Training sehen. v
Es sollte auf Ausbildung geachtet werden (B minmum). na ja sorry kenne mehr gute c trainer als b -trainer nur meine Erfahrung auch wenn ich selber ne b-lizenz habe Vereine, die sich weiterentwickeln wollen (Mitgliederzuwachs, Ausbau des Jugendbereiches etc.), sollten sich einen Headcoach suchen und nicht einen Aushilfstrainer einer Tennisschule.
Wenn Aushilfstrainer, dann sollte gesichert sein, dass dieser konstant den Verein betreut und nicht z.B. ein Student ist, so dass laufend ein neuer kommt und Kinder keine Bezugsperson haben.

Kreis und Bezirk:

Zusammenarbeit der Kreis-, Bezirkstrainer mit den Vereinstrainern.
z.B. Worksshops: Austausch von Trainingsmethoden, etc.
das wäre richtig klasse wenn es funktionieren würde
Eltern:

Ruhig mal hinterfragen, ob das Training Spaß gemacht hat.
Auch mal einer Stunde beiwohnen.
stunde beiwohnen ist für mich auch normal aber nur der spassfaktor ist ganz sicher kein Garant für gutes training Schüler:

Auch mal Kritik äußern und Wünsche bzw. Anregungen dem Trainer geben.
das sollte immer möglich sein



aber klasse beitrag finde es gut wenn mann sich gedanken macht und nicht nur immer rumnörgelt

Stachelbuerste
09.12.2007, 18:39
Mein Beitrag bezieht sich auf eine hauptberufliche Tätigkeit und da haben C-Trainer nun mal nichts zu suchen, da diese Ausbildung für die Nebenberufler da ist.
Sicher gibt es manchmal bessere C Trainer, als B Trainer usw. aber wenn dieser gute C Trainer hauptberuflich arbeiten möchte, soll er sich halt fortbilden und weiterqualifizieren.
Ist in anderen Berufssparten ja genau so. Geselle -> Meister.

Benedikt
09.12.2007, 18:42
ich kann maxi75 gut verstehen, hatte mal ne Fortbildung, da wurde dann zum Abschluss eine Diskussion geführt, da hat dann tatsächlich ein Teilnehmer gesagt, das er es total doof war mit den C-Trainern ne Fortbildung zu machen, da die ja nicht das gleiche Nivau haben. Also das mit den staatlichen und B-Trainer, alles in Ordnung, nur muss man ja auch den Menschen sehen der hinter den Schein steckt, Einstellung, Umsätzung, Phantasie, Kreativität, Pünklichkeit usw,

Stachelbuerste
09.12.2007, 18:46
, da hat dann tatsächlich ein Teilnehmer gesagt, das er es total doof war mit den C-Trainern ne Fortbildung zu machen,

Verstehe ich jetzt nicht ganz.
Ich denke Maxi meinte mit "besseren C-Trainern", Leute, die trotz niedrigerer Ausbildung, trotzdem bessere Arbeit leisten.

Benedikt
09.12.2007, 18:48
ja, das meinte ich auch, ich kam mir damals(war noch C-Trainer) auch besser vor als so mancher B-Trainer, auf jeden Fall von der Einstellung her, und das sagt so einer, das die C-Trainer nur Trainer 2.Klasse sind, fand ich total dumm.

maxi75
09.12.2007, 18:55
@ stachelbürtse

na ja so kann mann das nicht sagen sehr viele a oder b trainer verstecken sich hinter ihrer ausbildung und einer gewissen arroganz damit sie ja nicht greifbar sind wenn ich mir in Deutschland mal anschaue was mit den talenten betrieben wird und wie viele es wiklich schaffen Profis zu werden ( meine hier nicht position 400 in der welt )
dann kann mann nicht behaupten das alles super läuft und das ist die Aufgabe von b - lizenz aufwärts zumindest für mich .
ein B-Trainer der Hauprberuflich arbeitet hat nichts auf dem Platz zu Suchen wenn es um Anfänger geht da für gibt es ja c-Trainer die ja auch eine Ausbildung haben und diese hat ja wohl auch einen Nutzen oder nicht ?

@ benedikt

genau deine Punkte fehlen bei sehr vielen Trainern b-Lizenz etc.
ausser natürlich die Pünktlichkeit da sonst ja nicht die volle kohle bezahlt wird und genau da liegt für mich eines der vielen Problem in Deutschland


sorry ist nur meine kleine persönliche Meinung zu diesem Thema

Gruss MAxi

Stachelbuerste
09.12.2007, 19:00
Mir macht es übrigens auch keinen Spaß eine Fortbildung hier bei uns im TVN zu machen, bei der C-und B-Trainer ihren Schein verlängern.
Möchte hier auch keinen C Trainer angreifen, aber bei meiner letzten Fortbildung spielte sich das Lehrteam dermaßen auf, so das die C Trainer wirklich ehrfürchtig aufblickten. Ich fühlte mich recht gelangweilt und verarscht, weil trotz interessanter Themen das ganze Seminar zur Selbstdarstellung des Lehrteams wurde.
Habe meinen Unmut auch beim Bezirkstrainer, seines Zeichens Mitglied im VDT Kreativteam, kund getan.
Die Veranstaltung glich einem Crashkurs quer durch die Inhalte der staatlichen Ausbildung, die auch ständig erwähnt wurde.
Wundert mich nicht, weil das Lehrteam ja auch das VDT Lehrteam ist.
Ich habe für meinen Teil beschlossen, demnächst lieber auf Regionalseminare zu gehen, das ist professioneller.

maxi75
09.12.2007, 19:16
kann schon verstehen was du meinst muss auch sagen das ich bei diesen ganzen Seminaren nicht mehr viel erwarte aber das ganze ist leider auch schon so bei mir im sportlichen bereich
wir sind hier wirklich am Arsch der Welt und wie oft habe ich Jugendliche in einen Bezikskader oder verbandskader gebracht die Eltern fahren zig Kilometer und wundern sich nach einiger Zeit das absolut nichts passiert was die jugendlichen voran bringt zumindest nichts was ich oder einige andere Trainer hier in meiner Gegend nicht selbst hinbekommen würden aber es ist angeblich hier bei uns immer noch nach aussen eine super sache wenn das kind in einen Kader kommt aber bringen tut es leider nur sehr bedingt was und dort sitzen halt b-Trainer etc. die sich fast alle für eine art tennisgott halten ach ja und frag mal solche leute nach anderen Trainern könne alle eh nix etc.
meine erfahrung leider sorry wenn das jetzt off topic war :-)

Stachelbuerste
09.12.2007, 19:18
ein B-Trainer der Hauprberuflich arbeitet hat nichts auf dem Platz zu Suchen wenn es um Anfänger geht da für gibt es ja c-Trainer die ja auch eine Ausbildung haben und diese hat ja wohl auch einen Nutzen oder nicht ?

Da wollen wir aber jetzt mal nicht verwechseln. Warum sollten B-Trainer auf dem Platz nichts zu suchen haben, wenn es um Anfänger geht.
Meine Hauptarbeit besteht aus Anfängertraining.

Die Rahmenrichtlinien des DTB sehen ja auch nur eine reine nebenberufliche Tätigkeit vor.
So heißt es darin:
Der C Trainer soll befähigt werden zur Assistenz, zur Mitbetreuung, zur Mithilfe und zur Mitwirkung.
Also alles unterstützende Aufgaben für den Haupttrainer (staatlich oder B).
Richtig ist, dass der A-Trainer eigentlich für den Leistungsbereich zuständig ist.

Endy
10.12.2007, 00:05
Die Rahmenrichtlinien des DTB sehen ja auch nur eine reine nebenberufliche Tätigkeit vor.
So heißt es darin:
Der C Trainer soll befähigt werden zur Assistenz, zur Mitbetreuung, zur Mithilfe und zur Mitwirkung.
Also alles unterstützende Aufgaben für den Haupttrainer (staatlich oder B).
Richtig ist, dass der A-Trainer eigentlich für den Leistungsbereich zuständig ist.

Naja, das war im vorigen Jahrtausend. Da war Tennis mal modern. *g*
Du hast aber natürlich Recht, so sollte es sein...
Ich denke, das Problem ergibt sich einfach daraus, dass der Mitgliederschwund so enorm war und heutzutage jeder gute Anfänger C-Trainer werden kann. Da müsste man mal grundlegend überlegen, ob man nicht die Statuten ändern sollte.

wie oft habe ich Jugendliche in einen Bezikskader oder verbandskader gebracht die Eltern fahren zig Kilometer und wundern sich nach einiger Zeit das absolut nichts passiert was die jugendlichen voran bringt zumindest nichts was ich oder einige andere Trainer hier in meiner Gegend nicht selbst hinbekommen würden aber es ist angeblich hier bei uns immer noch nach aussen eine super sache wenn das kind in einen Kader kommt aber bringen tut es leider nur sehr bedingt was

Jaja, das ist leider was Altes... Hat aber mit den Scheinen eigentlich nichts zu tun. Prinzipiell sind die B-Trainer im Schnitt deutlich besser als die C, irgendetwas muss die Ausbildung ja auch bringen. Trotzdem gibts sowohl bei C als auch bei B viel zu viele Vollpflaumen, C noch um Einiges mehr.
Muss aber sagen, dass ich das Niveau der B-Trainer schon für relativ hoch halte, im Normalfall lernt man bei denen auch Einiges.

Stachelbuerste
10.12.2007, 00:25
Tja Endy, du sprichst mir aus der Seele, ich denke das ist auch der Hauptgrund, warum das ganze System kränkelt.
Nicht nur jeder der einen Schläger halten kann wird c-Trainer, auch habe ich das Gefühl, dass aus kommerziellen Gründen jede Menge den Eignungstest zum Staatlichen bestehen.
Früher gab es nur einen Eignungstest, heute kann man fast überall "mal eben" einen Test machen.
Wenn der DTB schon Richtlinien macht, dann sollte wer sie auch durchsetzen, nämlich die Vereine.
Es kann wirklich nicht sein, dass C-Trainer hauptberuflich arbeiten und diese sollten immer die Auflage bekommen zumindest den B zu machen.

Prostaff73
10.12.2007, 21:51
Ich kann die Diskussion hier nur zu gut verstehen, obwohl ich selbst kein Trainer bin und auch keinen Schein habe. Ich möchte mal ein Beispiel aus einem anderen Bereich geben:
Mein Vater hat seit vielen Jahren die A-Trainer Lizenz im Fußballbereich, darüber gibt es nur den Fußballehrer (nur nötig für die erste und zweite Liga, also den Profi Bereich) und unter dem A-Schein, den B-Schein. Aufgrund vieler Gespräche, gerade auch über die Ausbildung weiß ich, daß es enorm wichtig ist, wenn im Jugendbereich sehr gut ausgebildetet und auch engagierte Trainer arbeiten. So hat er z.B. eine Verbandsliga Junioren (14-16 Jahre) Mannschaft trainert und der Trainer der zweiten Mannschaft war glaube ich ohne Lizenz tätig. Das Leistungsgefälle der Jugendlichen war dermaßen groß, daß hier kaum ein Wechsel zwischen erste und zweite Mannschaft möglich war. Der körperliche Fitnesszustand, die technische und die taktische Ausbildung waren unglaublich unterschiedlich, obwohl beide zwei mal die Woche zur gleichen Zeit trainiert haben und das ist für mich sehr wohl eine Frage der Qualifikation und auch der Einstellung eines Trainers. Bermerkenswert finde ich es übrigens, daß in diesem Bereich die Scheine lediglich durch den Besuch von Fortbildungsveranstaltungen, die mal gut und mal weniger interessant waren verlängert werden.
Meiner Meinung nach sollten die Zugangsvoraussetzungzungen zu A-Schein bzw. staatl. Trainer durchaus härter werden, umso wertiger ist auch der Abschluß. Sicherlich wird es immer wieder die auch solche Schein-/Ausbildungsinhaber geben, die einfach keine Lust haben und ihr stupides Programm abspulen und auch Vereine, die der Meinung sind, ein C-Trainer könne den Kindern doch auch vieles bei bringen und der sei ja auch schon teuer genug, aber ich würde allen Kindern und Jugendlichen einen guten, kompletenten, motivierten und engagierten Trainer zu bekommen.
Ein Bekannter, selbst Arzt sagte mal zu mir, als ich mich über einen anderen Arzt beschwerte. "Es ist wie überall, es gibt gute, und es gibt schlechte."
Ich wünsche Euch also weiterhin viel Spaß bei einem der schönsten Berufe, die ich mir vorstellen kann.
Viele Grüße
Prostaff73

julius
10.12.2007, 22:28
"und auch Vereine, die der Meinung sind, ein C-Trainer könne den Kindern doch auch vieles bei bringen und der sei ja auch schon teuer genug,"

Genau das ist das Problem. Die Vereine haben kein Geld, wollen keins ausgeben und in Deutschland reicht ja sowieso alles was billig und gut aussieht