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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : offene- vs. seitliche Beinstellung (Vorhand)


David Enko
11.10.2007, 22:29
Hallo,

ich hab eine Frage betreffend der Beinstellung bei der Vorhand.

Mir wurde von meinen jeweiligen Tennislehrern eine seitliche Stellung bei der Vorhand beigebracht.
Jetzt hab ich aber ein Tennislehrvideo gesehen indem die offene Beinstellung als ideal vorgestellt wird.
Ich dachte bis dahin, dass eine seitliche Beinstellung lediglich von Profis aus Zeitnot heraus gespielt wird.

Danke für eure Antworten!

Hawkeye2
11.10.2007, 23:23
Hi,

die seitliche Stellung zum Ball braucht mehr Zeit...

Beispiel: Der Ball kommt auf Dich zu.

- Offene Stellung: Einfach Oberkörper drehen und zuschlagen
- Seitliche Stellung: Vom Ball wegbewegen (ein Bein nach hinten) und
das Gewicht wieder nach vorne verlagern...

Die seitliche Stellung hat m.E. lediglich einen Stabilitätsvorteil.

Sie macht die Vorhand einfacher, da sie ein übermäßiges Rotieren des Oberkörpers ausschaltet, die vordere Hüfte "blockiert" ein zu weites Aufdrehen und verhindert "exotische" Treffpunkte.

Dieses Blockieren erkauft man sich aber mit erhöhten Anforderungen an die Beinarbeit, unflexiblerer Schlaghaltung und Geschwindigkeitsverlusten, weil gerade die Rotationsbewegung die Power bringt...

Diese ist aber schwieriger zu kontrollieren und die offene Stellung bei der Vorhand verführt häufig zu einem nach hinten Fallen, was die seitliche Stellung meistens erfolgreich verhindert.

Gruß

go deep!
11.10.2007, 23:34
Wenn eine Ball auf meine Vorhand kurz kommt, werde ich ihn aber normalerweise aus der seitlichen Stellung bzw. aus dem Lauf (cross) zu spielen versuchen, da bei kurzen Bällen oft nicht die Zeit ist sich (offen) zum Ball zu stellen.

Hawkeye2
11.10.2007, 23:43
Hi,

es ist natürlich immer schwer on Court Situation verbal zu vermitteln, aber zu kurzen Bällen wird jeder in "offener" Stellung hinlaufen und nicht seitlich.

Daher müsste für eine seitliche Stellung doch der letzte Schritt seitlich gehen, was doch etwas mehr Timing, Koordination und damit Zeit erfordert.

Ich persönliche spiele gerne eine offene Vorhand, treffe allerdings auch besser mit einer seitlichen Stellung, die aber vieles unflexibler macht.

Mit der offenen Stellung ist man z.B. viel schneller wieder in der Bereitschaftsstellung.

Gruß

MagicUwe
12.10.2007, 10:09
Eigentlich ist das Thema mehrfach diskutiert.

Ich hatte mal in einem ähnlichen Thread einige Aussagen aus Tennis Techniktraining von Richard Schönborn dazu zusammengestellt:


"Die Aushohlbewegung beginnt mit der rückwärtigen Rotation des Schultergürtels um die Körperachse (und nicht mit der Rückführung des Armes!)" Die Verwringung zwischen Oberkörper und Unterkörper erzeugt eine Vordehnung der Muskulatur.

"Aushohl- und Schlagbewegung vom Anfang bis zum Treffpunkt ist keine ununterbrochene, in ihrer Beschleunigung steigende Bewegung. .. Die Schlägerbeschleunigung fängt erst kurz vor der Bewegungsumkehr am Ende der Aushohlbewegung an."

"Nicht durch den sogenannten Step-in bzw. durch translatorische Gewichtsverlagerung des Körpers in Schlagrichtung, sondern durch Rotation des Körpers wird der Schläger beschleunigt."

"Nicht mit langem Schlagarm und großem Hebel wird eine höhere Beschleunigung erreicht, sondern die Verringerung des Rotationsradius zusammen mit der Körperrotation ermöglicht eine höhere Winkelgeschwindigkeit des Schlägers."

"Bei einer geschlossene Fußstellung (besonders) bei der Vorhand wird die Schlagbewegung im gesamten Hüftbereich blockiert."

"Die Schlagbewegung beginnt mit dem Körpereinsatz gegen die Erde: Irrtümlich wird behauptet, dass das Abheben erst nach dem Treffpunkt erfolgen muss,..."

"Der Schultergürtel rotiert (bei der Vorhand) um bis zu 220 Grad."

"Die beidhändige Rückhand ist in über 90% eine Vorhand mit dem anderen Arm."

Frag deinen Trainer mal, was er davon hält.

groundstroke
12.10.2007, 11:32
.

"Die Schlägerbeschleunigung fängt erst kurz vor der Bewegungsumkehr am Ende der Aushohlbewegung an."

"Nicht durch den sogenannten Step-in bzw. durch translatorische Gewichtsverlagerung des Körpers in Schlagrichtung, sondern durch Rotation des Körpers wird der Schläger beschleunigt."

"Nicht mit langem Schlagarm und großem Hebel wird eine höhere Beschleunigung erreicht, sondern die Verringerung des Rotationsradius zusammen mit der Körperrotation ermöglicht eine höhere Winkelgeschwindigkeit des Schlägers."

"Die Schlagbewegung beginnt mit dem Körpereinsatz gegen die Erde: Irrtümlich wird behauptet, dass das Abheben erst nach dem Treffpunkt erfolgen muss,..."



Diese Sätze entbehren - wie namhaft auch immer der Autor gewesen sein mag oder der Übersetzer - jeglicher physikalischer und sprachlicher Logik ! Inhaltlich sind sie ohnehin nicht korrekt.

Besonders bei den Sätzen "Nicht..., sondern..." fehlt jeglicher kausaler Zusammenhang zwischen den beiden Satzteilen.

Und eine Bewegungsumkehr als solche gibt es seit Einführung der Schleifenausholung auch nicht mehr (bei den Grundschlägen).

Hawkeye2
12.10.2007, 11:41
Hi,

kann deine Kritik nicht nachvollziehen.

Nicht durch die Gewichtsverlagerung in den Ball sondern durch die Rotation des Oberkörpers erzielt man höhere Schlägerkopfgeschwindigkeiten.

Was ist daran nicht kausal ???

Auch bei einer Schleife gibt es den Umkehrpunkt, d.h. den Punkt, an dem der Schläger nicht mehr nach hinten geht sondern nach vorne beschleunigt wird...

Und eine richtige Schleife wirst Du bei vielen Profis schon gar nicht mehr finden, kostet zuviel Zeit und ist koordinativ schwierig.

Wichtig ist nämlich, zwischen Ausholen und Zuschlagen keine signifikante Pause zu haben, bei einer großen Schleife wäre dies viel schwieriger zu koordinieren.

Und wenn Du Schönborn nicht als kompetent ansiehst, dann musst Du halt das Tennis der 70er weiter trainieren, viel Spaß damit !

Gruß

groundstroke
12.10.2007, 12:53
@Hawkeye
Ich denke, daß Schönborn sicherlich das richtige meint, aber die Sätze sind halt nicht korrekt.


"Die Schlägerbeschleunigung fängt erst kurz vor der Bewegungsumkehr am Ende der Aushohlbewegung an."
--> Der Schläger wird auf der Schleifen-Kreisbahn von Anfang an beschleunigt und nicht umgekehrt. Wenn Du diese Bewegung zerlegst in x- und y-Komponente, dann gibt es natürlich einen Umkehrpunkt für den x-Wert, richtig. Aber der Schläger bewegt sich als ganzes auf der Kreisbahn und kommt deshalb nicht mehr zum Stillstand an einem Umkehrpunkt.

"Nicht durch den sogenannten Step-in bzw. durch translatorische Gewichtsverlagerung des Körpers in Schlagrichtung, sondern durch Rotation des Körpers wird der Schläger beschleunigt."
--> hauptsächlich! ist richtig. Aber die translatorische Bewegung trägt, wenn auch erheblich weniger, auch zur Beschleunigung bei. Das wäre auch wieder das Trennen zweier tatsächlich übereinander gelagerte Bewegungen. Hier ist es schlicht falsch, zu sagen "Nicht..., sondern..." Es muß heißen "und besonders..."




Diese beiden erstgenannten Teile sind aber auch wirklich nur zu bemängeln, wenn man's sehr genau nimmt mit der Richtigkeit.
Aber mein eigentlicher Widerspruch rührt ja von folgendem Satz und deshalb habe ich die anderen UNkorrektheiten auch bemängelt:

"Nicht mit langem Schlagarm und großem Hebel wird eine höhere Beschleunigung erreicht, sondern die Verringerung des Rotationsradius zusammen mit der Körperrotation ermöglicht eine höhere Winkelgeschwindigkeit des Schlägers."
--> Die Verringerung des Rotationsradius führt tatsächlich zu einer höheren Winkelgeschwindigkeit, also Rotationsgeschwindigkeit. Die hat aber mit der Beschleunigung alleine nicht viel zu tun. Sonst könntest Du Dir nämlich einen Tischtennisschläger nehmen,(meinetwegen ruhig 350g schwer) und eng am Körper führen. Du würdest Dich dann mit Sicherheit noch schneller drehen können, aber dem Tennisball bei weitem nicht so einen starken Impuls geben können. Denn der Impuls ergibt sich aus Hebelarm X Trägheitsmoment. Und hat natürlich ein Optimum, bei dem das Produkt den größten Wert erreicht. Also bei bestimmter Hebelarmlänge und maximaler "Rotationsfähigkeit" des Tennisspielers.
Der Satz müßte also richtig lauten:
"Die Verringerung des Rotationsradius ermöglicht eine höhere Winkelgeschwindigkeit des Schlägers, und zusammen mit richtig langem Schlagarm und großem Hebel wird eine höhere Beschleunigung erreicht, sofern die optimale Schlagarmlänge nicht überschritten wird."

Analoges Beispiel zum Verständnis:
"Ein kraftvollerer Spieler kann eine größere Schlägergeschwindigkeit erzeugen, und zusammen mit einem schweren Schläger wird eine größere Ballgeschwindigkeit erzeugt, sofern das optimale Schlägergewicht nicht überschritten wird." (Ganz normale Grenzwertberechnung)

"Die Schlagbewegung beginnt mit dem Körpereinsatz gegen die Erde: Irrtümlich wird behauptet, dass das Abheben erst nach dem Treffpunkt erfolgen muss,..."
-->Was hat die erste Behauptung in diesem Satz mit der zweiten zu tun?




Aber wenn nicht der grobe Fehler mit der Winkelgeschwindigkeit aufgefallen wäre, und hier die Zusammenhanglosigkeit im letzten Satz, dann hätte ich mir nicht die anderen Sätze auch genau auf deren Richtigkeit betrachtet.

Endy
12.10.2007, 14:20
:daumen: Meine Güte... :D

Wenn das Alles so stimmt, solltest du dir mal Gedanken machen, ein Buch zu schreiben..
(wobei ich Mr. Prof. Dr.Dr.Dr..... Schönborn natürlich mal nicht anzweifle :D)

groundstroke
12.10.2007, 14:34
:daumen: Meine Güte... :D

Wenn das Alles so stimmt, solltest du dir mal Gedanken machen, ein Buch zu schreiben..
(wobei ich Mr. Prof. Dr.Dr.Dr..... Schönborn natürlich mal nicht anzweifle :D)

;)

"Wenn die Sprache nicht stimmt, ist das, was gesagt wird, nicht das, was gemeint ist."
Ich denke ja schon, daß Schönborn gute Tennisspieler ausbilden kann. Aber das, was da steht, ist halt falsch. Naja, sicherlich, ich bin bei drei der vier Sätze pingelig gewesen.

Endy
12.10.2007, 15:23
Naja, ich bin physikalisch nicht so gut, dass ich da was absegnen könnte.
Aber wie gesagt, wenn du dich so gut auskennst, solltest du dir schon mal Gedanken machen, das der Allgemeinheit mitzuteilen. Evtl. auch nur hier als seltene Sticky-Threads o.ä.
Weil so geht der Beitrag ja früher oder später wieder unter.

Aber Off-Topic.

Victorious
12.10.2007, 15:52
Finde solche geschwollen geschriebenen Sachen immer zum Schießen komisch. Nicht, dass ich sie nicht verstehen würde, aber selber umsetzen, bzw. als Trainer vermitteln, geht oft nur mit erheblich einfacheren Formulierungen. ;)

Benedikt
12.10.2007, 19:25
Victorius:daumen::daumen:rischtisch, bei solchen zwar absolut richtigen Erklärungen, aber etwas längeren Erklärungen müsste ich immer ne Doppelstunde machen;)

groundstroke
12.10.2007, 20:38
Finde solche geschwollen geschriebenen Sachen immer zum Schießen komisch. Nicht, dass ich sie nicht verstehen würde, aber selber umsetzen, bzw. als Trainer vermitteln geht, oft nur mit erheblich einfacheren Formulierungen. ;)

Also wenn ich Schüler hätte, die in so einer hohen Klasse spielen, daß durch "die Veränderung des Rotationsradius eine höhere Winkelgeschwindigkeit des Schlägers" antrainiert werden könnte, also durch nuanciert stärkeres Einknicken des Ellbogengelenkes bei der Rotation der Schläger schneller werden soll, dann würde ich mich zu erst einmal über die paarhundert Stunden erforderliche Trainerstunden freuen :D

Und dann würde ich nicht geschwollen reden, sondern nur zwei Sätze sagen, die das gleiche ausdrücken:

Je schneller der Schlägerkopf, um so schneller geht der Ball ab.
Wenn Du den Schläger zu weit weg vom Körper hältst, kannst Du Dich nicht mehr schnell genug drehen, um den Schläger zu beschleunigen, wenn Du ihn zu dicht am Körper hast, bleibt er auch langsam, selbst, wenn Du Dich schnell drehst.

Aber in der Kreisklasse reicht es, zu sagen:
Wenn Du den Ball in der Schlägermitte triffst, dann geht schneller ab. :)

MagicUwe
12.10.2007, 21:05
Ich denke, daß Schönborn sicherlich das richtige meint, aber die Sätze sind halt nicht korrekt.

Es wird wohl so sein, dass Schönborn kein Physiker ist. Du scheinst aber nur selten oder ungenau bei den Profis hinzugucken.


"Die Schlägerbeschleunigung fängt erst kurz vor der Bewegungsumkehr am Ende der Aushohlbewegung an."
--> Der Schläger wird auf der Schleifen-Kreisbahn von Anfang an beschleunigt und nicht umgekehrt. Wenn Du diese Bewegung zerlegst in x- und y-Komponente, dann gibt es natürlich einen Umkehrpunkt für den x-Wert, richtig. Aber der Schläger bewegt sich als ganzes auf der Kreisbahn und kommt deshalb nicht mehr zum Stillstand an einem Umkehrpunkt.

"Nicht durch den sogenannten Step-in bzw. durch translatorische Gewichtsverlagerung des Körpers in Schlagrichtung, sondern durch Rotation des Körpers wird der Schläger beschleunigt."
--> hauptsächlich! ist richtig. Aber die translatorische Bewegung trägt, wenn auch erheblich weniger, auch zur Beschleunigung bei. Das wäre auch wieder das Trennen zweier tatsächlich übereinander gelagerte Bewegungen. Hier ist es schlicht falsch, zu sagen "Nicht..., sondern..." Es muß heißen "und besonders..."

So what? Denn perfekten Schlag gibt es nicht. Es geht darum moderne Tennistechnik auf den Punkt zu beschreiben und als Spieler und Trainer prinzipell zu verstehen. Und genau das macht Schönborn (vom Aufbau und Stil des Buches mal abgesehen).


"Nicht mit langem Schlagarm und großem Hebel wird eine höhere Beschleunigung erreicht, sondern die Verringerung des Rotationsradius zusammen mit der Körperrotation ermöglicht eine höhere Winkelgeschwindigkeit des Schlägers."
...
"Die Verringerung des Rotationsradius ermöglicht eine höhere Winkelgeschwindigkeit des Schlägers, und zusammen mit richtig langem Schlagarm und großem Hebel wird eine höhere Beschleunigung erreicht, sofern die optimale Schlagarmlänge nicht überschritten wird."

Ganz konkret: Wo soll denn bei dir dann der Treffpunkt sein? Welcher Griff?

Gegenbeispiele aus der Praxis:
Sebastien Grosjean - Forehand (http://www.youtube.com/watch?v=wCNoKp0xhUY)
Andy Roddick - Slow Motion Forehand Side View (http://www.youtube.com/watch?v=V-D32RwsD_w)

Ohne Kommentar. Genauso wie in Schönborn, oder?

Benedikt
12.10.2007, 21:38
@groundstroke
also es geht doch um die offene Stellung, zumal es auch die halboffene gibt, egal.

Es ist vollkommen egal wie gut oder wie schlecht man ist, Kinder und Beginner bringe ich immer die offene bzw. Halboffene Stellung bei, gut bei Kindern die halbwegs talentiert sind, bie denen ist es so das die das von Anfang an selbst machen. Es ist doch viel einfacher die offene oder halboffene Stellung zu spielen, viel bequemer, der Körper kann sich viel freier bewegen usw. Ich verstehe nicht, was das mit Kreisklasse und Weltklasse zu tun hat, sorry ist mir zu hoch.

@Hawkeye

ich kann mir nicht denken, das nur die Rotation die Schleife ersetzt, da man sonst wie ein Roboter zuschlägt, da muss ja noch was anderes sein oder?

@David Enko

ach ja, die seitliche Stellung ist nicht ganz weg zu denken, bei Angriffsbällen oder wenn du Inside out spielst, dann brauchst du die seitliche Stellung

-pete-
12.10.2007, 22:03
bei Angriffsbällen oder wenn du Inside out spielst, dann brauchst du die seitliche Stellung

Moment mal. Ich dachte, die offene Stellung versteht sich in Position auf die Flugrichtung des Balles. Ist das falsch? Und wenn nicht, warum kann ich dann mit der offenen nicht (oder nicht so gut) einen Angriffsball oder Inside out spielen?

groundstroke
12.10.2007, 22:09
Ganz konkret: Wo soll denn bei dir dann der Treffpunkt sein? Welcher Griff?


Ganz konkret: In optimaler Entfernung vom Körper bei optimaler Schlägerarmlänge: Dort wo das Produkt aus erzielbarer Rotationsgeschwindigkeit x Schlagarmlänge am größten ist. Und das ist eben nicht direkt am Körper und nicht bei voll ausgestrecktem Arm. Zeigen Deine beiden Videos sehr gut. Und das meint sicherlich auch Schönborn.



Das von Dir erwähnte Zitat sagt das gerade erwähnte aber nicht aus, sondern beschränkt die Schlägerbeschleunigung auf die Winkelgeschwindigkeit. Und das ist falsch! Weil das nur einer von zwei Faktoren ist, und außerdem wird in dem Zitat eine Verkürzung des Schlagarms mit einer Erhöhung der Beschleunigung gleichgesetzt. Auch falsch, weil auch nur die Hälfte. Und losgelöst an sich betrachtet schlicht gegenteilig!




Die einzige logische Erklärung für die falsche Behauptung wäre, daß sie aus dem Zusammenhang gerissen ist und eigentlich komplett heißen müßte:

"Nicht mit längstmöglichem Schlagarm und längstem Hebel wird eine höhere Beschleunigung erreicht, sondern durch die leichte Verringerung des Rotationsradius auf einen Wert, der zusammen mit der erzielbaren Körperrotation die größte Schlägergeschwindigkeit möglich macht" Und das ist mit Sicherheit nicht bei der höchsten Winkelgeschwindigkeit der Fall, denn dann müßtest Du eine Pirouette mit dem Schläger auf der Brust machen."

Benedikt
12.10.2007, 22:10
bei einem Inside out Ball muss du doch in die Rh-Ecke spielen, vorher bist du im Bogen um den Ball gelaufen, wenn du dann die offene machst ist das etwas ungünstig, der Körperschwung geht dann in die VH-Ecke des Gegners, du willst aber in die Rh-Ecke, zumal du nach einen Insideout-Ball ans Netz willst, wenn der Schlag nicht tötlich war. Beim Angriffsball gehst du auch massiv mit dem Körpergewicht in den Ball und dann ans Netz, sicher gibt es auch Situationen bei dem man eine offene oder halboffene machen kann, aber so als grobe Strucktur, GL-Bälle offene- oder halboffene Stellung(kommt darauf an, wie sehr man rausgetragen wird vom gegnerischen Ball), Angriffsbälle und Insideout-Bälle seitlich, inside in mit offener-oder halboffener Stellung

Endy
12.10.2007, 22:15
So what? Denn perfekten Schlag gibt es nicht.

Da legst du ihm eine Behauptung in den Mund, die er nie gesagt hat.
Etwas Zurückhaltung würde dir manchmal ganz gut tun.

groundstroke
12.10.2007, 22:16
Beim Angriffsball gehst du auch massiv mit dem Körpergewicht in den Ball
...im übrigen schönes Beispiel wo der Ball durch eine translatorische Bewegung beschleunigt wird ;)

Benedikt
12.10.2007, 22:20
ich hab es nicht so mit den Fremdwörtern, nur dann wenn es sein muss und ich nachblättern muss, wenn es das beschreibt was ich meinte, ist ja meist so, was man während einer Trainerausbildung lernt bleibt halt nicht alles hängen.

groundstroke
12.10.2007, 22:29
Es ist doch viel einfacher die offene oder halboffene Stellung zu spielen, viel bequemer, der Körper kann sich viel freier bewegen usw. Ich verstehe nicht, was das mit Kreisklasse und Weltklasse zu tun hat, sorry ist mir zu hoch.


Hier hat es vielleicht ein Mißverständnis gegeben, ich bin genauso wie Ihr auch der Meinung, daß die Vorteile der offenen Vorhand überwiegen und habe niemals etwas anderes gesagt. Ich habe einzig festgestellt, daß die aufgeführten Zitate mehrheitlich unlogisch sind und der Physik schlicht widersprechen.

Wenn ich nachweise, daß die Argumente für einen Standpunkt falsch sind, sagt das nichts aus, ob der Standpunkt an sich richtig oder falsch ist.




Die offene Vorhand erfordert einen Treffpunkt weiter vorm Körper, und deshalb auch einen eingeknickten Schlagarm.
Wie weit ich vorm Körper schlage und wie weit ich den Arm einknicke, beeinflußt in Verbindung mit meinem eigenen Rotationsvermögen entscheidend die erzielbare Schlägergeschwindigkeit (sind wir wieder bei dem so oft angeführten Produkt Schlagarm x Winkelgeschwindigkeit)
Ich bin mir sehr sicher, daß Profis wie Roddick sehr viel Zeit dafür aufgewendet haben, um entsprechend ihrem Rotationsvermögen (Konstitution) die optimale Schlagarmlänge und Treffpunkt zu finden, also die optimale Ellbogeneinknickung. Da muß man aber bei der Kreisklasse noch nicht so sehr drauf achten ;)

Benedikt
12.10.2007, 22:34
der eingeknickte Schlagarm übernimmt aber auch eine Stossdämpferfunktion

MagicUwe
12.10.2007, 22:52
Die offene Vorhand erfordert einen Treffpunkt weiter vorm Körper, und deshalb auch einen eingeknickten Schlagarm.
Wie weit ich vorm Körper schlage und wie weit ich den Arm einknicke, beeinflußt in Verbindung mit meinem eigenen Rotationsvermögen entscheidend die erzielbare Schlägergeschwindigkeit (sind wir wieder bei dem so oft angeführten Produkt Schlagarm x Winkelgeschwindigkeit)
Ich bin mir sehr sicher, daß Profis wie Roddick sehr viel Zeit dafür aufgewendet haben, um entsprechend ihrem Rotationsvermögen (Konstitution) die optimale Schlagarmlänge und Treffpunkt zu finden, also die optimale Ellbogeneinknickung. Da muß man aber bei der Kreisklasse noch nicht so sehr drauf achten ;)
Gut beschrieben! Sehe ich genauso. Von "ganz nah am Körper war auch nie die Rede", sonder eher von "Radius verkürzen" anstatt "Radius verlängern". Auch wohl ein kleines Missverständnis.

Da legst du ihm eine Behauptung in den Mund, die er nie gesagt hat.
Etwas Zurückhaltung würde dir manchmal ganz gut tun.
Mir geht es nur um die Sache. Wenn du etwas falsch verstehst, ist das dein Problem.
So war das natürich gemeint: Es gibt keinen perfekten Schlag. Tennistechnik ist ein Optimierungsproblem!

David Enko
12.10.2007, 23:17
Vielen Dank für eure Beiträge!
:daumen:

josef
15.10.2007, 00:27
Hier hat es vielleicht ein Mißverständnis gegeben, ich bin genauso wie Ihr auch der Meinung, daß die Vorteile der offenen Vorhand überwiegen und habe niemals etwas anderes gesagt. Ich habe einzig festgestellt, daß die aufgeführten Zitate mehrheitlich unlogisch sind und der Physik schlicht widersprechen.

Wenn ich nachweise, daß die Argumente für einen Standpunkt falsch sind, sagt das nichts aus, ob der Standpunkt an sich richtig oder falsch ist.




Die offene Vorhand erfordert einen Treffpunkt weiter vorm Körper, und deshalb auch einen eingeknickten Schlagarm.
Wie weit ich vorm Körper schlage und wie weit ich den Arm einknicke, beeinflußt in Verbindung mit meinem eigenen Rotationsvermögen entscheidend die erzielbare Schlägergeschwindigkeit (sind wir wieder bei dem so oft angeführten Produkt Schlagarm x Winkelgeschwindigkeit)
Ich bin mir sehr sicher, daß Profis wie Roddick sehr viel Zeit dafür aufgewendet haben, um entsprechend ihrem Rotationsvermögen (Konstitution) die optimale Schlagarmlänge und Treffpunkt zu finden, also die optimale Ellbogeneinknickung. Da muß man aber bei der Kreisklasse noch nicht so sehr drauf achten ;)

Ich halte die Aussage, das die offene Vorhand einen Treffpunkt weiter vor dem körper benötigt als die neutrale Schlagstellung für falsch.
Wie kommst du zu dieser Behauptung ?
Meiner Ansicht zeichnet sich die offene Schlagstellung unter anderem dadurch aus das ich den Ball sehr spät treffen kann. Solange ich vor die rechte Hüfe kommt, kann man die Bälle meiner Ansicht sehr gut beschleunigen.
In der neutralen Beinstellung wäre ein Teffen kurz vor der rechten Hüfte katastrophal. Selbst wenn ich nicht die rechte Hüfte,sondern den Körperschwerpunkt als Maßstab nehme, so verschiebt sich dieser bei der neutralen Beinstellung wesentlich mehr nach vorne, aber wieso der Abstand Körperschwerpunkt - Treffpunkt (in Schlagrichtung) bei der offenen Stellung grösser sein sollte, erschliest sich mir nicht.
Für eine nähere Begründung, wäre ich sehr dankbar.

Auch die zweite Behauptung, das Spieler den Arm anwinkeln um den Ball weiter vor dem Körper zu treffen, halte ich für gewagt.
Aber auch hier lerne ich gerne dazu.
Beide Behauptungen sind mir auch noch nie in Trainerausbildung oder in der deutschen und englischen Tennisliteratur (online und offline) untergekommen.

groundstroke
15.10.2007, 01:57
Ich halte die Aussage, das die offene Vorhand einen Treffpunkt weiter vor dem körper benötigt als die neutrale Schlagstellung für falsch.
Wie kommst du zu dieser Behauptung ?
Meiner Ansicht zeichnet sich die offene Schlagstellung unter anderem dadurch aus das ich den Ball sehr spät treffen kann. Solange ich vor die rechte Hüfe kommt, kann man die Bälle meiner Ansicht sehr gut beschleunigen.
In der neutralen Beinstellung wäre ein Teffen kurz vor der rechten Hüfte katastrophal. Selbst wenn ich nicht die rechte Hüfte,sondern den Körperschwerpunkt als Maßstab nehme, so verschiebt sich dieser bei der neutralen Beinstellung wesentlich mehr nach vorne, aber wieso der Abstand Körperschwerpunkt - Treffpunkt (in Schlagrichtung) bei der offenen Stellung grösser sein sollte, erschliest sich mir nicht.
Für eine nähere Begründung, wäre ich sehr dankbar.

Auch die zweite Behauptung, das Spieler den Arm anwinkeln um den Ball weiter vor dem Körper zu treffen, halte ich für gewagt.
Aber auch hier lerne ich gerne dazu.
Beide Behauptungen sind mir auch noch nie in Trainerausbildung oder in der deutschen und englischen Tennisliteratur (online und offline) untergekommen.


Du hast recht. Mir ist oben ein Fehler unterlaufen:

Mein Beitrag (Nr.23) war ja in zwei Teile untergliedert.
Erster: das Mißverständnis zu klären, daß auch ich die offene Vorhand für vorteilhaft halte.
Und zweitens in weit abgetrenntem Absatz: die Erklärung, warum Treffpunkt weiter vorn und abgewinkeltes Ellbogengelenk.


Dieser zweite Absatz hätte aber mit dem starken Vorhandgriff beginnen müssen und nicht mit der offenen Vorhand.

Er muß daher korrekt lauten:
Der starke Vorhandgriff erfordert einen Treffpunkt weiter vorm Körper, und deshalb auch einen eingeknickten Schlagarm. Wie weit ich den Arm einknicke, beeinflußt in Verbindung mit meinem eigenen Rotationsvermögen entscheidend die erzielbare Schlägergeschwindigkeit (sind wir wieder bei dem so oft angeführten Produkt Schlagarm x Winkelgeschwindigkeit)
Ich bin mir sehr sicher, daß Profis wie Roddick sehr viel Zeit dafür aufgewendet haben, um entsprechend ihrem Rotationsvermögen (Konstitution) die optimale Schlagarmlänge und Treffpunkt zu finden, also die optimale Ellbogeneinknickung. Da muß man aber bei der Kreisklasse noch nicht so sehr drauf achten.



(Das ganze Thema wurde ja diskutiert, weil ich die physikalische Erklärung von Schönborn als falsch erklärt hatte und nicht, weil ich die offene Vorhand hätte bewerten wollen!)

Später habe ich dann zu erklären versucht, daß ein verkürzter Schlagarm der Optimierung des Schlagimpulses dienen kann, so wie Schönborn das, wenn auch falsch, erklärt hat. Und der geht einher mit eingeknicktem Ellbogengelenk und starkem Vorhandgriff und Treffpunkt weiter vorn. "um" ist hier nicht das korrekte Wort.

Ich freue mich, daß Du sorgfältig und damit ganz im Sinne eines guten Verständnisses gelesen hast.

D-Generated
15.10.2007, 12:10
Ha, nehmt das: Bei der offenen Vorhand belastet man (als Rechtshänder) das rechte Knie mehr als das linke. Bei der Rückhand (geschlossen) belastet man auch das rechte...=> mehr Belastung => frühere Ermüdung => höherer Verschleiß ;o)

groundstroke
15.10.2007, 18:25
Ha, nehmt das: Bei der offenen Vorhand belastet man (als Rechtshänder) das rechte Knie mehr als das linke. Bei der Rückhand (geschlossen) belastet man auch das rechte...=> mehr Belastung => frühere Ermüdung => höherer Verschleiß ;o)

Ich bin aber trotzdem der Meinung, daß man im Punktspiel bei einem Gegner mit offener Vorhand und geschlossener Rückhand nicht unbedingt darauf warten sollte, daß sich Verschleißerscheinungen bei ihm abzecihnen und schließlich zu meinem Sieg führen.

D-Generated
15.10.2007, 20:17
Naja...im Fünften... ;o)

josef
16.10.2007, 11:45
Du hast recht. Mir ist oben ein Fehler unterlaufen:

Mein Beitrag (Nr.23) war ja in zwei Teile untergliedert.
Erster: das Mißverständnis zu klären, daß auch ich die offene Vorhand für vorteilhaft halte.
Und zweitens in weit abgetrenntem Absatz: die Erklärung, warum Treffpunkt weiter vorn und abgewinkeltes Ellbogengelenk.


Dieser zweite Absatz hätte aber mit dem starken Vorhandgriff beginnen müssen und nicht mit der offenen Vorhand.

Er muß daher korrekt lauten:
Der starke Vorhandgriff erfordert einen Treffpunkt weiter vorm Körper, und deshalb auch einen eingeknickten Schlagarm. Wie weit ich den Arm einknicke, beeinflußt in Verbindung mit meinem eigenen Rotationsvermögen entscheidend die erzielbare Schlägergeschwindigkeit (sind wir wieder bei dem so oft angeführten Produkt Schlagarm x Winkelgeschwindigkeit)
Ich bin mir sehr sicher, daß Profis wie Roddick sehr viel Zeit dafür aufgewendet haben, um entsprechend ihrem Rotationsvermögen (Konstitution) die optimale Schlagarmlänge und Treffpunkt zu finden, also die optimale Ellbogeneinknickung. Da muß man aber bei der Kreisklasse noch nicht so sehr drauf achten.



(Das ganze Thema wurde ja diskutiert, weil ich die physikalische Erklärung von Schönborn als falsch erklärt hatte und nicht, weil ich die offene Vorhand hätte bewerten wollen!)

Später habe ich dann zu erklären versucht, daß ein verkürzter Schlagarm der Optimierung des Schlagimpulses dienen kann, so wie Schönborn das, wenn auch falsch, erklärt hat. Und der geht einher mit eingeknicktem Ellbogengelenk und starkem Vorhandgriff und Treffpunkt weiter vorn. "um" ist hier nicht das korrekte Wort.

Ich freue mich, daß Du sorgfältig und damit ganz im Sinne eines guten Verständnisses gelesen hast.

Okay.

Die Äußerungen haben nur meine Neugierde geweckt.