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Besaitungsmaschinen

Auf dieser Seite erfahren Sie, welche verschiedenen Besaitungsmaschinen es gibt und was man beim Kauf einer Maschine unbedingt beachten sollte.

    Zum Glück gibt es bei Besaitungsmaschinen keine ganz so große Auswahl wie bei Tennisschlägern oder Tennissaiten. Aber trotzdem gibt es für jeden Anspruch und jeden Geldbeutel ein entsprechendes Modell:

  • Transportable Mini-Maschinen wie z.B. die Stringo Mini (ca. 200 Euro). Ich wüßte nicht, wann man so eine Maschine brauchen würde, außer z.B. wenn man für 4 Wochen in ein Land reist, in dem es zwar Tennisplätze, aber keinerlei Bespannungsmöglichkeit gibt.
  • Standard-Maschinen mit Hebelarm oder Kurbelsystem wie z.B. die Stringo 2000. Solche Maschinen gibt es in zahlreichen Varianten und kosten je nach Ausstattung und Qualität zwischen 270 und 1000 Euro. Mehr hierzu weiter unten.
  • Hebelmaschine Kurbelmaschine
    Hebelmaschine, Tischgerät Kurbelmaschine, Standgerät
  • Elektronische Präzisionsmodelle wie die Stringo Elektronik. Diese Geräte unterscheiden sich von den obigen lediglich durch ihre Zuggenauigkeit. Die Arbeit ist nahezu die selbe. Nur für Profis zu empfehlen, denn man zahlt zwischen 1000 und 4000 Euro.
    Elektronische Besaitungsmaschine

    Da meine Seiten mehr auf den normalen Tennisspieler ausgerichtet sind, werde ich mich im Folgenden auf die oben erwähnten Standard-Modelle beschränken.

    Zunächst gibt es die Auswahl zwischen Tischgeräten oder Standgeräten. Wie die Bezeichnung vermuten läßt, werden Tischgeräte auf einen Tisch gestellt. Im Unterschied dazu besitzen Standgeräte einen eigenen Fuß und können frei auf dem Boden plaziert werden. Dies bringt ein paar Vorteile mit sich: man kann im Stehen besaiten (was tatsächlich komfortabler ist), man hat viel mehr Bewegungsfreiheit und muß sich nicht mehr so verrenken, und das Besaiten geht etwas schneller. Allerdings kosten Standmodelle auch ca.400 DM mehr als ein entsprechendes Tischmodell.
    Ich persönlich als Besitzer einer Tischmaschine würde beim nächsten Kauf wahrscheinlich diese Investition tätigen, denn man geht sich schon des öfteren selbst im Weg um. Aber beim Kauf unbedingt auf Höhenverstellbarkeit achten!

    Der nächste Hauptunterschied besteht in den Spannvorrichtungen. Es gibt Hebelmaschinen und Kurbelmaschinen.
    Hebelmaschinen besitzen einen Arm mit verschiebbarem Gewicht. Je weiter man das Gewicht nach außen schiebt, desto stärker zieht der Arm nach unten. Das gewünschte Gewicht ist mittels einer auf dem Arm angebrachten Skala einzustellen. Der Arm zieht genau dann mit dem eingestellten Gewicht, wenn er exakt waagerecht steht. Hierin besteht ein kleiner Nachteil: schon kleine Abweichungen von der waagerechten Lage bewirken Ungenauigkeiten in der Bespannungshärte. Exaktes Arbeiten ist hier angesagt!
    Kurbelmaschinen oder "Maschinen mit linearem Zugsystem" sind im Prinzip ähnlich exakt wie Hebelmaschinen - deren korrekte Anwendung vorausgesetzt. Man stellt das gewünschte Gewicht an einer Schraube ein und kurbelt dann so lange, bis ein Zeiger das Erreichen dieses Zuggewichtes signalisiert.
Weder preislich noch in der Bespannungsgeschwindigkeit gibt es zwischen diesen beiden Varianten nennenswerte Unterschiede.

    Auch bei dem Rahmenfixierungssystem gibt es Unterschiede. Es gibt 2-, 4- und 6-Punkt-Fixierungen. Im Prinzip kann man sagen: je mehr Abstützungspunkte, desto besser; aber auch die Handhabung spielt eine große Rolle. Die Fixierungen sollten möglichst schnell und einfach zu handhaben sein, sie sollten nicht nachgeben und verschleißunanfällig sein. Bei den hohen Belastungen, denen der Schläger beim Besaiten ausgesetzt ist, spielt die gleichmäßige Fixierung eine große Rolle. Es ist auch darauf zu achten, daß alle Rahmenbreiten eingespannt werden können.
    Bei den Halterungsmechanismen gibt es zahlreiche Varianten; wenn man die Möglichkeit hat, verschiedene Systeme zu vergleichen, sollte man auf jeden Fall mal daran herumprobieren.

    Als nächstes seien die unterschiedlichen Zangensysteme erwähnt. Es gibt drei Arten von Haltezangen: Starterklemmen, Doppelhaltezangen und stationäre Mittelhaltezangen. Hier sollte man sich eindeutig für die letzteren entscheiden. Bei nicht-stationären Systemen muß man die Saite am Anfang mit einer Starterklemme am Rahmen fixieren, wodurch eine zusätzliche Belastung des Schlägers auftritt. Die weitere Fixierung wird durch Doppelhaltezangen bewerkstelligt, die die Nachbarsaite benutzen, um eine Saite festzuhalten. Dagegen bieten stationäre Haltezangen einen wesentlich höheren Komfort. Sie sind auf Schienen längs zum Schläger verschiebbar und um 360° drehbar. Bei einem solchen System spart man sich die Starterklemme und die Doppelhaltezange, da man eine der beiden stationären Haltezangen als Anfangsklemme verwenden kann, die andere hält dann jeweils eine Saite.
    Auch hier gilt: wenn's geht, probieren! Die Zangen sollen die Saiten wirklich festhalten, aber auch nicht beschädigen. Bei den meisten Zangen kann man den Haltedruck einstellen. Dies ist gerade dann wichtig, wenn man z.B. mit einer der neuen super-dünnen (1,1mm) High-Tech-Saiten bespannt.

    Es gibt viele Besaitungsmaschinen, die alle genannten Kriterien erfüllen, aber trotzdem starke Unterschiede im Preis aufweisen. Der Hauptgrund hierfür ist die unterschiedliche Verarbeitungsqualität. Das soll nicht heißen, daß die teuerste Maschine auch immer die beste ist. Für den Anfang lohnt sich auf jeden Fall erst mal ein Sonderangebot. Wenn man dann dabeibleiben will, sollte man schon genug Erfahrung haben und wissen, worauf es ankommt. Hier und da lockert sich etwas, die Halterungsgewinde werden schwächer, die Zangen verstellen sich immer wieder... Achten Sie auf Garantien des Händlers.

    Wenn man seine Maschine richtig wartet, kann man deren Lebensdauer erheblich verlängern. Dazu gehört beispielsweise, drehbare Teile zu schmieren, aber andere Stellen fettfrei zu halten. Ziehen Sie locker gewordene Schrauben sofort wieder an.
    Eine Besaitungsmaschine lohnt sich schließlich nur dann, wenn sie eine gewisse Zeit in Betrieb ist.


Viele Leute, die sich eine Bespannungsmaschine kaufen wollen, fragen mich, welche Hersteller gut und welche schlecht sind. Leider kann ich diese Fragen nicht beantworten, da ich selbst keine Erfahrungen mit verschiedenen Modellen habe. Deshalb bitte ich alle Besaiter, mir ihre Erfahrungen mit ihrer Besaitungsmaschine über das Besaitungsmaschinen-Forum zuzuschicken, so daß ich diese Informationen gesammelt an die angehenden Besaiter weitergeben kann.


© Jens Barthelmes