Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Taktik
Tennisfreak
12.04.2003, 21:34
Hallo,
Seid kurzer Zeit notiere ich gute Spielzüge, die bei Matches entstehen.
Es wäre nett, wenn ihr mir einige Spielzüge schreiben würdet.:D :D
MagicMat
14.04.2003, 08:40
Spielzüge beim Tennis? Sorry, aber darunter kann ich mir wenig vorstellen.
Es gibt wohl gewisse Grundtaktiken (die aber auch nicht immer stimmen
oder angewendet werden müssen), aber Spielzüge? Schreib doch mal einen
deiner Spielzüge...
Für mich ist gerade die Individualität jedes Ballwechsels das besondere
am Tennis. Natürlich habe ich auch ein eigenes Spielsystem, was soweit
es der Gegner zulässt auch zur anwendung kommt.
Hawkeye2
14.04.2003, 08:58
Hi,
vielleicht soll ja der "Spielzug des Monats" gekürt werden !
Ist natürlich irgendwie ein wenig komisch, so etwas zu schildern wie:
"...und dann hab ich ihm da mit der Vorhand cross, er longline, ich cross...und
nach weiteren 5 Minuten scheppt der longline Spieler halbtot den Ball
auf die T Linie, er verspringt und ich als der clevere cross Spieler semmle
ihn daraufhin zum Kreuz Breitscheid..."
Von daher werden sich hier nicht viele Eintragungen finden, denke ich.
Ist aber eine gute Idee, sich selbst zu merken (weiß man mit der Zeit
aber auch so) welche Spielzüge man regelmäßig mit Erfolg abschliesst.
In diese Situationen sollte man sich dann natürlich so oft wie möglich
bringen.
Gruß
Tennisfreak
14.04.2003, 14:30
Vieleicht habe ich mich ein bisschen falsch ausgedrückt.
Ich meine solche Sachen wie: Beim Aufschlag kurz cross/ lang longline.
Jens Husung
14.04.2003, 14:55
oder aufschlag nach aussen(feld offen wie ein scheunentor), vor ans netz
und volley an den zaun!!:hammer:
wie wärs, wenn ihr eure versemmelten schläge reinschreiben würdet? dann
hätten wir wenigstens was zum lachen.
mir ist gestern was unheimlich peinliches passiert.
gegner spielt stopp, ich sause los. komme locker zum ball, will gegenstopp
spielen, stelle mich saublöd, streife mit dem schläger mein bein und schlage
so am ball vorbei. gott, war das peinlich!
am liebsten hätt ich mich im sand eingegraben...
MagicMat
14.04.2003, 15:16
@Tennisfreak
Kommt ja drauf an wo der Aufschlag hinkommt.:) Kurz cross ist ja nur bei
extremen Schnitt/Kick nach außen möglich. Davon ab spielt ja die Position
des Gegners eine Rolle.
Ich finde man darf Tennis nicht zu theoretisch angehen. Gewisse Grundsätze
wie "cross ist einfacher als longline" sollte zwar Anwendung finden, aber
pauschal zu sagen "auf den Ball musst du so und so spielen" ist schwer
möglich.
Ich glaube das ist ja genau der Punkte der uns "ewige Talente" von den
Pro's unterscheidet, da heißt es nämlich immer dass man immer einen Plan
von dem folgenden Ballwechsel haben soll. Auch wenn ich das noch nie wirklich
geschafft habe...
Wobei man schon sagen muß, Spielzüge kann man trainieren. Die Profis machen
genau das. Beispiel von vorhin mit dem Aufschlag nach außen: es gibt ganz
grob drei Möglichkeiten, wie der Gegner den Return spielen kann: Longline,
Mitte, Cross. Für jede dieser Varianten kann man sich nun die beste Antwort
überlegen und diese trainieren. Nicht so, daß jede Bewegung wie bei einer
Maschine abläuft, aber so, daß die Taktik bei Match automatisch abgerufen
wird, ohne daß man beim Spielen auch noch lange überlegen muß. Was bringt
es, wenn einem der Trainer immer wieder den gleichen Ball zuspielt, den
der Gegner so im Match sowieso nie spielt? Die Frage nach erfolgreichen
Spielzügen ist demnach schon berechtigt.
MagicMat
18.04.2003, 10:26
@Jens
Das sind für mich aber keine Spielzüge, sondern die Fähigkeit beinahe
jeden Ball aus jeder Position dahin zu spielen, wo man ihn hin haben möchte.
Normalerweise sollte man auf Asche erstmal jeden Ball cross zurückspielen,
das ist eine "Standardtaktik".
Tennisfreak
18.04.2003, 19:49
Das was Jens sag, das ist genau meine Meinung. Man sollte für jeden Ball,
der zu mir kommt eine Taktik haben. Diese Taktik könnte darin bestehen,
den Gegener laufen zu lassen, somit ihn ständig unter Druck zu setzen
und da durch einen Fehler zu erzwingen.
Natürlich gibt es eine Taktik beim Tennis!
Ich verstehe nicht, warum das hier nicht so richtig ernst genommen wird.
Es gibt sogar ein Lehrbuch hierzu, das vom DTB herausgegeben wird.
Tennisfreak: Vielleicht liegt es an Deiner Frage. Es gibt schließlich
unendlich viele Spielsituationen, Gegner, Platz- und Wetterverhältnisse.
Beispiel klassischer Spielzug: Erster Aufschlag mit 80% durch die Mitte
serviert, den ersten Volley auf Sicherheit, den zweiten Volley „töten“.
Die Profis fragen sich doch: Was kann ich? Was kann und macht der Gegner
besonders gut. Wenn nun Dein Gegner keine Slice-Bälle auf der Vorhand
mag, spiele dorthin. Aber nicht immer, denn dann kann er sich darauf einstellen.
MagicMat
19.04.2003, 08:59
@teddyfl
Am Anfang des Threads ging es in keinster Weise um Taktik. Der Thread
hieß sogar anders und wurde umbenannt. Das es auch beim Tennis Taktiken
gibt, ist wohl unbestritten. Jeder Spieler der auch in der Lage ist einen
Ball mehrfach an den gleichen Punkt zu spielen, sollte für sein Spiel
gewisse Taktiken haben und die nach Gegenspieler variieren können.
Hm,
ist denn nicht ein Spielzug ein Teil einer generellen Taktik?
Tennisfreak wollte doch wissen, welche Spielzüge es gibt, die erfolgversprechend
sind. Da gibt es doch eigentlich sehr viele, vielleicht zu viele, um eine
Antwort geben zu können.
... die wichtigste Taktik ist doch eigentlich folgenden:
1. ich versuche meine Stärken ins Spiel zu bringen, z.B. meine Rückhand-Topspin
kurz cross öffnet das Feld, oder Vorhandschuß ohne "Alles" prall durch
die Mitte
2. ich versuche das Spiel des Gegners zu analysieren und dessen Schwächen
herauszufinden und nütze diese aus.
Z.B. hohe Topspinbälle auf die Rückhand, die mögen nur wenige, viele werden
bei den Returns kurz
Hawkeye2
19.04.2003, 19:37
Hi,
mir ist z.B. zu Ohren gekommen, daß Agassi fast nur noch Spielzüge trainiert.
Hat sicher keinen Bock mehr, wirklich alle Schläge zu trainieren.
Er bringt den Ball halt an einen bestimmten Punkt, und von da an kommen
bestimmte Schläge zur "Anwendung" um den Punkt nach seinen Schemata zu
beenden.
Genauso kann man auch für sich selbst bestimmte Spielsituationen für die
eigenen Stärken und (vermuteten) Schwächen der Gegner trainieren.
Was nützt es mir, wenn ich immer wieder höre "gehe auf einen kurzen Ball
auf Deine Rückhand mit einem Slice ans Netz" ich aber keinen guten Slice
und/oder Volley habe ?! Bis ich diese Schläge dann kann muß ich im Ernstfall
(Match) anders spielen.
Glücklicherweise kann ich da auf meine Trainer hören, sonst würde er meckern...
Allerdings ist für uns "Normalsterbliche" der Aufwand für spezielle Spielzüge
a là NFL viel zu hoch, so daß generelle Taktiken eher sinnvoll sind.
Die beste Taktik ist immer noch:
"jeden Punkt verlieren, aber nicht den letzten"...
Gruß
Jens Husung
20.04.2003, 10:51
oder den Ball einmal mehr ins Feld spielen als der Gegner:D
oft reicht es ja schon aus, den Ball im Feld zu halten und warten bis
der Gegner den Fehler macht;)
Das Dumme beim Tennis ist nur, dass, wenn der Gegner nicht dumm ist, man
selbst der Dumme sein kann.
Der eine Spielzug klappt bei einem Gegner wunderbar (hoch auf die Rückhand),
beim anderen aber nicht (da ist vielleicht „Äppeln“ angesagt) …
Irgendwo stand mal geschrieben: Der einzige Ball, den man ohne Einwirkung
des Gegners ausführt, ist der Aufschlag. Das scheint mir richtig zu sein,
hilft uns aber auch nicht wirklich weiter.
Vielleicht hat badnix recht: Ich weiß, was ich kann und schaue mal, was
der Gegner nicht kann …
Tennisfreak
29.04.2003, 20:41
Hallo
Könnt ihr mir weiter helfen?
Ich würde gerne wissen, ob es ihrgendwelche Grundregeln, di eman im DOPPEL
zu beachten hat.
Hawkeye2
30.04.2003, 07:59
Hallo,
wieviele tausend willst Du denn hören ?!
Ich fange mal an :
- schlage überwiegend durch die Mitte auf, der Gegner kriegt so keine
Winkel für den Return und Dein Team deckt 90 % des Platzes ab (bei Aufschlägen
nach außen viel weniger !).
- daher gehört auch eigentlich der beste Return in die Mitte.
Also der bessere Vorhand Return sollte dann auf der "Rückhandseite" spielen.
- schaue nur auf Bälle, die auf Dich zu fliegen, nie auf Bälle, die von
Dir weg fliegen. Beobachte da lieber den Gegner als Deinen Partner beim
Schlagen.
- am Netz sollte der Spieler den Ball nehmen, auf dessen Diagonale der
Ball fliegt (also auf den der Ball zufliegt). Nicht immer nur "Vorhand
nimmt die Mitte".
- jeden Ball schmettern ! Es gibt fast keinen Ball, den man nicht mit
etwas Anstrengung noch irgendwie schmettern könnte.
- ziele Volleys auf den Boden vor den Gegnern, nicht auf die Gegner.
- spiele Volleys nicht "hinter Dich", also gegen Deine Bewegungsrichtung.
Ist technisch schwieriger und Du öffnest dem Gegner eine schöne Lücke,
wenn Dein Volley nicht "tot" ist.
Mehr, sobald mir noch etwas einfällt.
Gruß
tennis-gangsta
30.04.2003, 10:02
Hi Hawkeye2,
verstehe nicht so ganz was du meinst:
- spiele Volleys nicht "hinter Dich", also gegen Deine Bewegungsrichtung.
Ist technisch schwieriger und Du öffnest dem Gegner eine schöne Lücke,
wenn Dein Volley nicht "tot" ist.
Gruß tg;)
Hawkeye2
30.04.2003, 10:14
Hi,
meine z.B. folgendes :
Du stehst als Rechtshänder am Netz auf der Rückhandseite.
Du gehst in der Mitte dazwischen, um einen Volley zu spielen.
Spielst Du den Volley jetzt nach links raus (auf die Vorhandseite Deiner
Gegner), ist das gegen Deine Bewegungsrichtung (die geht nach rechts)
und öffnet dem Gegner eine Möglichkeit, Dich longline zu passieren, wenn
Du den riskanten Volley nicht auch noch sehr gut triffst.
Ich spiele den Volley dann lieber durch die Mitte oder vor den (rechten)
Netzspieler.
Gruß
tennis-gangsta
30.04.2003, 10:53
ok, verstanden.
Danke und Gruß tg
MagicMat
30.04.2003, 13:36
@Hawkeye2
- am Netz sollte der Spieler den Ball nehmen, auf dessen Diagonale der
Ball fliegt (also auf den der Ball zufliegt). Nicht immer nur "Vorhand
nimmt die Mitte".
Also primär sollten Bälle die durch die Mitte kommen schon von demjenigen
genommen werden, der Vorhand spielen kann. Grund ist zum einem die größere
Reichweite und der druckvollere Volley.
Ansonsten schon sehr vollständig. Was mir noch so ad hoc einfällt:
- 1. Auschläge lieber plaziert als hart, also mit 75-90%.
- Der Netzspieler sollte beim Aufschlag seines Partners und bei evtl.
Grundlinienduellen aktiv dazwischen gehen. Dadurch zwingt man den Gegner
riskantere Returns und Grundlinienschläge zu spielen.
- Als unsicherer Spieler sollte man sogenannte "Elfmeter" (Situation,
beide Gegner vorne und du bekommst einen halbhohen Ball ins Tee) nicht
an die Außenlinien sondern besser durch die Gegner "durchspielen". Gleiches
gilt für Schmetterbälle.
- Returns besonders erstmal am Anfang nur blocken, und das am besten leicht
cross. Der Gegner bekommt den Ball auf die Füße und man selber ist schon
am Netz.
Stimmt wohl was du gesagt hast, nur ist es natürlich auch gefährlich bei
den Grundlinienduellen, als Netzspieler dazwischen zu gehen, da der Gegner
dies früh erkennen kann, die Hälfte des Netzspielers nicht mehr abgedeckt
ist und er ihn somit leicht passieren kann.
Zu den Schmetterbällen wollt ich sagen, dass man sie in der Regel auf
die Füße des Netzspielers schlagen sollte....
MagicMat
30.04.2003, 14:40
@vegeta^ssj
Wie bei allem im Tennis, zählt natürlich das Timing.:) Sollte klar sein,
dass man sich nicht vor dem Schlag des Gegners schon zur Mitte orientiert.
Außerdem ist longline schwerer als cross, besonders wenn man zuvor schon
dreimal cross gespielt hat. Ansonsten ist es meiner Meinung nach ein muss.
Hawkeye2
30.04.2003, 15:48
So,
ein paar Sachen sind mir noch eingefallen :
- Als Netzspieler einen Ball nur dann kurz (auf den anderen Netzspieler)
setzen, wenn man ihn von oben nach unten spielen kann. Ansonsten lieber
lang zurück zu dem an der Grundlinie.
- von der Grundlinie in der Regel lang spielen, d.h. zum anderen Grundlinienspieler
oder auf den cross stehenden Netzspieler.
- die seitliche Position solltest Du Deinem Gegenüber anpassen, um alle
seine Winkel bestmöglichst abzudecken.
Die Sache mit "Vorhand deckt die Mitte" mag ich aber nicht so :
1. Warum soll denn der Vorhand Volley eines Spielers automatisch besser
sein als der Rückhandvolley des Partners ?! Kann doch oft auch genau andersherum
sein.
2. In den meisten Fällen fliegt der Ball auf einer Diagonalen aus der
Vorteils- oder Einstandsseite.
Hält man sich an den Vorschlag (den ich nicht erfunden habe), und spielt
alle die Bälle, die auf einer Diagonalen zu einem kommen, weiß man vorher,
wer den Ball durch die Mitte nimmt.
Der Spieler kann dann die Mitte schon abdecken, während der andere sich
auf seinen Gegenüber konzentriert um dessen Winkel abzudecken.
Beispiel:
auf der Einstandseite spiele ich einen Volley cross auf die Einstandseite
der Gegner. Ein Ball durch die Mitte muß dann diagonal auf mich zu fliegen,
also ist das meiner, auch wenn ich dazu einen Rückhandvolley spielen muß.
Das weiß ich vorher, also kann ich schon auf die Mitte achten, während
mein Partner den Longline-Passierball abdeckt.
Kommt mal ein Ball gerade (ohne Winkel) durch die Mitte, kann man dann
ja nach Belieben auch wieder dem Vorhandvolley den Vorzug geben.
Gruß
MagicMat
30.04.2003, 16:19
@Hawk
Wie ich schon sagte, man hat mit der Vorhand definitiv eine größere Reichweite
und spielt meistens auch einen besseren (druckvolleren) Volley (Ausnahmen
bestätigen die Regel).
Wenn beide Spieler am Netz stehen und der Gegner den Ball cross auf die
Rückhandecke spielt, ist es doch wohl einfacher und offensiver, mit der
Vorhand dazwischen zu gehen, als wenn das der Rückhandspieler tut.
Wie dem auch sei, mal wieder alles graue Theorie. In der Regel kommt so
eine Situation auch nur einige Male pro Match vor.
Klingt jetzt vielleicht blöd, aber wenn ich mit einem (vermeintlich) besseren
Spieler spiele, bzw. mein Partner bessere Volleys spielt, machen wir vorher
ab, das er die Bälle in der Mitte nimmt....
MagicMat
02.05.2003, 07:47
@vegeta^ssj
Da hast du natürlich recht. Ich denke Hwak und ich sind von gleichstarken
Volleyspielern ausgegangen
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