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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Angst!!! im Medenspiel


Taki1980
22.05.2011, 19:37
Hallo.

Hatte heute mein erstes Medenspiel oder Punktspiel überhaupt seit September 2010.

Habe gut geschlafen, keine nervösität vor dem Match verspürt und beim Einschlagen ging auch alles ganz okay.

Dann gehe ich an die Aufschlaglinie und das Match beginnt. Meine Hände fangen an zu zittern, ich bekomme mehr und mehr weiche Knie und mein Puls rast. Egal ob ich renne oder nicht. Durchschnittspuls auf der Bank bei 120.

Nach 1:3 bin ich völlig fertig und es fühlt sich an als hätte ich in einem Glutofen schon 2h gespielt. Der Puls geht einfach nicht runter und die Nervösität vom Anfang geht einfach nicht weg.

1:6 den ersten. Dann bei 2:5 im zweiten entspanne ich. Ich hab das Match sowieso abgehakt und komme locker auf 4:5 dann schlag ich auf. Bumm 0:40 und weg.

Ich hab keine Ahnung vor was ich Angst hatte. Ich hab mir als gesasgt bruhig dich, tief durchgeatmet und Achtungsübungen versucht um den Puls zu senken und die Nervösität abzulegen.

Alles nix geholfen. Hat jemand nen Tipp? In dem Zustand kann ich gerade mal 15%-20% meiner durchschnittsleistung abrufen. :mad:

k61951618
22.05.2011, 19:56
Alles nix geholfen. Hat jemand nen Tipp?
Spielen, spielen, spielen, spielen, spielen. Mit Erfahrung/Spielpraxis wirst Du Deine Nervosität im Match schneller ablegen können, da diese Situation nicht mehr so ungewohnt sein wird. Bin überzeugt, mein Tipp wird nichts neues für Dich sein.

ardetTheSLAYER
22.05.2011, 19:59
Ich klinke mich einfach mal in den Thread ein, da ich in den letzten Verbandsspielen ähnliche Probleme hatte.
Das Problem: Ich spiele nicht ansatzweise das was ich im Training spiele. Mein Gegner war wirklich nicht gut, er konnte nur schnell und viel laufen, doch ich habe durchgehend Volleys verhauen und zig unforced errors gemacht. Das schlimmste war jedoch dass ich mit angezogener Handbremse gespielt habe. Verkrampft!
Keine Vorhand die ansatzweise in meinem Wohlfühltempo war, keine ordentliche Rückhand. Die Angriffsbälle waren zu passiv. Warum? Hat sich angefühlt wie eine Totalblockade, dass ich das in 3 knappen Sätzen verloren habe liegt an den mangelnden Fähigkeiten meines Gegners.

Taki1980
22.05.2011, 20:06
Das schlimmste waren noch ncihtmal die ganzen Fehler, sondern das ich Körperlich total im Eimer war, hatte nach 1:3 das gefühl ich spiele schon 2 Stunden und es sind 50Grad auf dem Platz (wo ich sonst mit so Konditionen nicht annähernd die Probleme hatte hier die Woche).

und als das Match für mich bei 2:5 im Kopf gelaufen war, da kann ich dann plötzlich laufen und es fühlt sich nurnoch wie 25Grad an.

Addi
22.05.2011, 21:34
Da mußt du versuchen ohne dir gedanken zu machen einfach deinen stiefel runterzuspielen... dir muß einfach alles wurscht sein. Es kann vielleicht sein, daß du dann auch verlierst, so geht es zb mir, aber die niederlage ist um einiges entspannender und verspannt bist du auch nicht. Irgendwann wird sich das mit der nervösität auch gelegt haben, so daß du dich auf dein spiel konzentrieren kannst.

Addi

Jens
22.05.2011, 22:31
@Taki1980
Was Du beschreibst sind die Auswirkungen der Streßhormone Adrenalin und Noradrenalin - diese sorgen für die erhöhte Alarmbereitschaft Deines Körpers (Puls geht nach oben), blockieren aber gleichzeitig die Signalübertragung im Nervensystem. Wenn die Streßhormone nicht abgebaut werden, macht Dich der ständige Alarmzustand so kaputt. Die Hormone können durch leichte körperliche Betätigung schneller abgebaut werden.
Habe hier mal was gefunden, das könnte nützlich sein: https://www.gabal-verlag.de/icoaster/files/der_pr_fungserfolg_mit_pr_fungsangst_umgehen.pdf

Schlucke
22.05.2011, 22:58
Was eigentlich ziemlich gut hilft, ein Lied singen!
Einfach die ganze Zeit ein Lied vor sich her trellern oder summen. Das entspannt und man beschäftigt sich nicht so sehr mit sich selber.

Bluesky
22.05.2011, 23:51
Also ich muss zugeben, mir ging es vor 2 Wochen bei meinem ersten Medenspiel überhaupt nicht viel besser. Wobei ich im zweiten Satz dann wieder normaler wurde, allerdings meinen Kopf nicht ganz unter kontrolle hatte.

Heute beim zweiten Spiel, sah das schon ganz anderst aus. Ich hab es geschafft mich gerade zwischen den Ballwechseln wieder rutner zu bekommen. (Durch gezieltes Atmen und konzentrieren auf das Wichtige)

Spielerisch war ich zwar auch heute noch nen ganzes Stück von den Trainingsleistungen entfernt, aber frei nach Brad Gilberts "winning ugly" hab ich es doch geschafft, die ruhe zu bewahren und das ganze trotzdem zu gewinnen. Was dazu geführt hat, dass ich im Doppel tatsächlich mal meine normale Form hatte. Also bei mir ist es somit wohl das Selbstbewusstsein, versuch dich einfach auf einen Matchplan zu konzentrieren, vielleicht hilft dir das weiter nicht über andere Dinge nachzudenken.

Berni
23.05.2011, 10:22
Geht doch wohl den meisten so, dass sie im Spiel nicht ihre Trainingsleistung abrufen können bzw. nervös sind.
Ich habe mich damit mittlerweile abgefunden, auch wenn es in den letzten Jahren besser geworden ist. Wie oben gesagt wurde, suche ich mir einen Ohrwurm raus, den ich dann versuche im Kopf vor mich herzusingen. Bei mir hilfts zumindest teilweise.

mokes
23.05.2011, 10:26
Taki, mir geht es seit Beginn der letzten Medenrunde genau so wie dir gestern. Im Training kann ich ganz befreit spielen, mache mir überhaupt keine Gedanken. Beim Einspielen im richtigen Match ist soweit auch noch alles klar, doch beim ersten Ballwechsel ändert sich das alles. Ich werde extrem nervös und bin körperlich und mental komplett blockiert. Ich ziehe meine Schläge nicht durch, sondern schiebe den Ball auf Sicherheit rüber, im Sinne von "lieber irgendwie über's Netz als ins Aus". Ich weiß ganz genau, dass das falsch ist. Richtig wäre "zieh deine Schläge durch und nimm Fehler in Kauf, spiele dafür aber dein eigenes Spiel". Aber genau das ist mein Problem. Während dem Match schaffe ich es einfach nicht, mein Spiel zu spielen. In fast jedem Match sage ich mir dann "Komm, heute hängst du den Schläger endgültig an den Nagel. Das hat doch alles keinen Sinn". Aber das ist totaler Quatsch. Ich hoffe einfach, dass sich meine Blockade mit steigender Matchpraxis löst.
Nicht aufgeben, Spiel dein Spiel als wäre es ein Trainingsmatch.
@Schlucke: Deinen Vorschlag mit Singen probiere ich im nächsten Match mal aus.

Taki1980
23.05.2011, 10:27
Geht doch wohl den meisten so, dass sie im Spiel nicht ihre Trainingsleistung abrufen können bzw. nervös sind.
Ich habe mich damit mittlerweile abgefunden, auch wenn es in den letzten Jahren besser geworden ist. Wie oben gesagt wurde, suche ich mir einen Ohrwurm raus, den ich dann versuche im Kopf vor mich herzusingen. Bei mir hilfts zumindest teilweise.

Ich habe deshalb Bewusst Angst geschrieben und nicht Nervösität. Die geht bei vielen weg. Ich hab
mich nochmal länger hingesetzt und ich habe denke ich einfach Angst davor zu verlieren. Letztes Jahr ging das alles ganz gut noch. Wenn dann nach kurzer Zeit das Ergebniss passte wurde ich ein bisschen entspannter.

@Jens: Genau das ist es! Der Körper blockeirt und fährt die Stresshormone nicht runter. Ich stehe völolig unter Adrenalin und Noradrenalin als hätte ich Ampethamine zu mir genommen!

Taki1980
23.05.2011, 10:31
Also ich muss zugeben, mir ging es vor 2 Wochen bei meinem ersten Medenspiel überhaupt nicht viel besser. Wobei ich im zweiten Satz dann wieder normaler wurde, allerdings meinen Kopf nicht ganz unter kontrolle hatte.

Heute beim zweiten Spiel, sah das schon ganz anderst aus. Ich hab es geschafft mich gerade zwischen den Ballwechseln wieder rutner zu bekommen. (Durch gezieltes Atmen und konzentrieren auf das Wichtige)

Spielerisch war ich zwar auch heute noch nen ganzes Stück von den Trainingsleistungen entfernt, aber frei nach Brad Gilberts "winning ugly" hab ich es doch geschafft, die ruhe zu bewahren und das ganze trotzdem zu gewinnen. Was dazu geführt hat, dass ich im Doppel tatsächlich mal meine normale Form hatte. Also bei mir ist es somit wohl das Selbstbewusstsein, versuch dich einfach auf einen Matchplan zu konzentrieren, vielleicht hilft dir das weiter nicht über andere Dinge nachzudenken.

Ich hab Brad Gilberts Winning UGly gelesen und war auch gut vorbereitet. Nachezu Optimale Trainingsvorbereitung vor der Medensaison, genügend und richtig gegessen und ausreichend geschlafen, war vor dem Match nicht groß nervös usw.

Vor zwei Jahren war das ja noch schlimmer. Da konnte ich den Abend vorm Medenspiel nicht so gut einschlafen und wurde um 4 Uhr wach und dachte ich müsste los und komme zu spät. :-)

RumsDi
23.05.2011, 10:33
Wenn man Tennis nur als Hobby verfolgt sollte man sich nicht selbst soviel Druck machen. Was kann schon schlimmsten Fall passieren? Man verliert- wow. Ein Spiel in der Medenrunde verloren, davon geht die Welt auch nicht unter. Also macht euch kein Druck.

Was meint ihr denn mit Trainingsform? Eure Form bei Sparring-Spielen, oder bei Training, wo man einzelne Übungen macht? Bei letzterem hilft es vllt, mehr normale Sätze zu spielen?

Berni
23.05.2011, 10:38
Wenn man Tennis nur als Hobby verfolgt sollte man sich nicht selbst soviel Druck machen. Was kann schon schlimmsten Fall passieren? Man verliert- wow. Ein Spiel in der Medenrunde verloren, davon geht die Welt auch nicht unter. Also macht euch kein Druck.



So ist es. Manche setzen sich scheinbar unendlich unter Druck wegen so einem Spielchen.

Taki: "Angst" ist ein dehnbarer Begriff, aber wenn es bei mir jetzt so schlimm wäre, dass ich sie wirklich hätte und ich mich fast auf dem Platz übergeben oder der Puls rasen würde, dann würde ich keine Medenspiele mehr machen.

Taki1980
23.05.2011, 10:38
Taki, mir geht es seit Beginn der letzten Medenrunde genau so wie dir gestern. Im Training kann ich ganz befreit spielen, mache mir überhaupt keine Gedanken. Beim Einspielen im richtigen Match ist soweit auch noch alles klar, doch beim ersten Ballwechsel ändert sich das alles. Ich werde extrem nervös und bin körperlich und mental komplett blockiert. Ich ziehe meine Schläge nicht durch, sondern schiebe den Ball auf Sicherheit rüber, im Sinne von "lieber irgendwie über's Netz als ins Aus". Ich weiß ganz genau, dass das falsch ist. Richtig wäre "zieh deine Schläge durch und nimm Fehler in Kauf, spiele dafür aber dein eigenes Spiel". Aber genau das ist mein Problem. Während dem Match schaffe ich es einfach nicht, mein Spiel zu spielen. In fast jedem Match sage ich mir dann "Komm, heute hängst du den Schläger endgültig an den Nagel. Das hat doch alles keinen Sinn". Aber das ist totaler Quatsch. Ich hoffe einfach, dass sich meine Blockade mit steigender Matchpraxis löst.
Nicht aufgeben, Spiel dein Spiel als wäre es ein Trainingsmatch.
@Schlucke: Deinen Vorschlag mit Singen probiere ich im nächsten Match mal aus.

Ich kenne vieles was du beschreibst. Bei mir klappen die Schläge dann immernoch sagen wir mal "passabel". Bei mir ist der körperliche Ermüdungszustand das KRASSE. Nach 4 Spielen bin ich da tot! ;)

Mit dem Lied versuche ich auchmal. Und ich versuche mal zu ergründen warum ich die Panik bekomme bei der Aussicht ein Medenspiel zu verlieren. :confused:

Hab auch im Internet ein bisschen gelesen und man soll sich nicht die Niederlage visualisieren sondern den Sieg, das würde lockern. Da man aber dann schon bei 1:4 im ersten schon nen klaren Trend sehen kann wird sowas dann aber immer schwerer je länger das Match so läuft.

Matchplan nach Gilbert hatte ich mir auch zurecht gelegt. Ein einfaches Ding. Konnte ich aber komplett alles in die Tonne kloppen weil ich meine Nerven absolut nicht im Griff hatte.

Im Doppel war es dann ganz anders. Da verlieren wir den ersten knapp mit 6:7 (2:7) nach einer 6:5 Führung und eigenem Aufschlag. Kurze Pause und dann kam ich mental so stark auf den Platz und war heiss das Match zu gewinnen (es ging noch um das Gesamt-unentschieden und das hing von unserem Doppelsieg ab)

Ab da war mir alles scheissegal. Ich hab nurnoch Vollgas gegeben und mich 2 Köpfe größer gefühlt. Mein Doppelpartner hat wirklich stark mitgezogen und dann ging der zweite 6:2 aus und der Matchtiebreak 10:3

Ich hatte sogar aufschlag beim Matchball und war überhaupt nicht nervös bei 9:3 :daumen:

Aber Einzel killt mich immer. KOmm halt vom Fussball und da warst du nie soooo derbe alleine verantwortlich für deine Fehler sondern die Mannschaft hat es immer mitgetragen! ;)

RumsDi
23.05.2011, 10:58
Spielst du viele Einzel? Abgesehen von den Medenspielen?

moya fan
23.05.2011, 11:03
Ich glaub, daß Taki mit am meisten aller Forumuser spielt. Also, er spielt oder spielte zumindest bis zum letzten Jahr wirklich extrem viel.

Bluesky
23.05.2011, 11:05
@RumsDi
Ja ich meine natürlich die Einzelsparringsituation und nicht das Schlagtraining. Das lässt sich nicht vergleichen, da du in den Übungen ja meistens schon vorher weisst was gleich kommt. Aber ich spiele einfach nicht befreit, kann diese Nervösität aber nie abstellen, egal ob im Sport oder sonst wo. Ist vermutlich der eigene Ehrgeiz der da im Weg steht. Aber mir kommt es momentan vor wie beim Präsentieren, um so häufiger man es macht, desto weniger macht es einem was aus. So auch gestern im ersten Satz war ich noch ein wenig nervöß, aber im zweiten viel es ab.(Im ersten Spiel war es auch eher angst - die angst zu versagen - Deisler lässt grüßen...) Dann kamen noch 2-3richtig gute Schläge von mir dazu, bei denen ich mich gepusht habe und dann war die Blockade weg. Wenn ich nur just for Fun spiele, ist es mir egal wenn ich verliere, im Medenspiel nicht. Das ist der große Unterschied :)

hugohart
23.05.2011, 12:08
ich würde mal folgendes versuchen:

statt einem isotonischen Sportgetränk einfach mal ein Weizen...

macht lockerer :-) Nicht lachen... wir haben auch so Kandidaten die im
Training Weltmeister sind, aber im Spiel dann nix mehr auf die Reihe be-
kommen. Ein Weizen, und alles läuft :-)
ABER: nicht zuknallen bis man sprachlich und motorisch Probleme bekommt...


hugohart

Taki1980
23.05.2011, 12:54
Spielst du viele Einzel? Abgesehen von den Medenspielen?

Ich habe den Winter über extra die Matchsituationen mal weggelassen um besser trainieren zu können. Vor der MEdenrunde (3 Wochen davor) habe ich 5 verschidene Leute in Matchsituation gespielt um wieder reinzukommen. Mit Seitenwechsel und 2 Gewinnsätzen.

Taki1980
23.05.2011, 12:58
Ich glaub, daß Taki mit am meisten aller Forumuser spielt. Also, er spielt oder spielte zumindest bis zum letzten Jahr wirklich extrem viel.

Ich habe im Winter über 150 Hallenstunden gespielt. Seit die Plätze im April aufgemacht haben hab ich pro Woche bestimmt 15-20 Stunden auf dem Platz gestanden. Wenns reicht ;)

Da hab ich Aufschlagtraining gemacht über 20h (das war im Match das einzige was halbwegs lief) mit der Maschine, leichtes Schlagtraining mit Kollegen, Aufschlagspiele ohne mitzählen und 2-Satz Matches.

Also hast du denke ich mal mehr als Recht. :rofl:

Taki1980
23.05.2011, 13:02
Ich werd mich jetzt öfter Matchsituationen aussetzten wo es um etwas geht. Ich werd versuchen bis nächsten Sommer einige Turniere zu spielen damit es nicht auf die 5 Termine im Sommer ankommt.

Dann mal versuchen ein Lied zu summen oder vielleicht sogar mal nen Weizen zu trinken. Das sind so die Tipps bisher.

Darf man beim Medenspiel eigentlich auch Musik hören mit dem Mp3 Player? Dann würd ich vielleicht lockerer spielen ;)

Aber das Hauptproblem ist glaube ich erkannt. Ich spiel viel zu wenig Punktspiele wo es wirklich um was geht. Sei es Vereinsmeisterschaft, Medenspiele oder Turniere.

Da tranierst du soviel und hast dann gerade mal 5 Spiele im Jahr wo du dich beweisen kannst.

dodi
23.05.2011, 14:10
Aber das Hauptproblem ist glaube ich erkannt. Ich spiel viel zu wenig Punktspiele wo es wirklich um was geht. Sei es Vereinsmeisterschaft, Medenspiele oder Turniere.

Das ist genau der Punkt. Ich habe vor 5 Jahren das Medentennisspielen wieder begonnen,
und ich hatte in den ersten 2Jahren!!! sowas von weiche Knie.
Ich wusste manchmal garnicht, wie ich noch laufen soll, geschweige denn schlagen.
Mit zunehmender Matchpraxis wird das aber immer besser, und ich behaupte mal,
ich spiele zur Zeit so 70-80% meiner Leistung im Medenspiel.
Also spielen, spielen, spielen.

Guido
23.05.2011, 14:59
...hatte gestern auch so ein Medenspiel, wo ich (mal wieder ;)) völlig unter Form gespielt habe.
Ich habe den Eindruck, dass da gleich mehrere Dinge zusammenkommen:
Zum einen ist bei mir auch eine Nervosität da (besonders stark ausgeprägt 1. Hälfte im 1. Satz), die meine Schläge unsicherer machen lässt. Und bei den ersten Fehlern verstärkt sich die Unsicherheit noch.
Ich mache auch viele Fehler, die aus einer falschen Stellung zum Ball resultieren. Könnte mir vorstellen, dass die Nervosität einen auch irgendwie lähmt und so unbewusst die Beine verlangsamt auf dem Platz agieren.

Zum anderen ist da der Gegner, dessen Spiel und Schläge ich nicht kenne und der meistens für die Spielklasse ungewohnt langsam und risikolos versucht mich zu Fehlern zu zwingen.
Im Freizeitspiel würde ich sagen: Ah- prima ! Da kann ich mich immer schön hinstellen und die Bälle rüberknallen !
Im Punktspiel passieren dabei aber - warum auch immer - irgendwie zu viele Fehler.

mokes
23.05.2011, 17:51
Und ich versuche mal zu ergründen warum ich die Panik bekomme bei der Aussicht ein Medenspiel zu verlieren. :confused:

Wer verliert schon gerne. Jeder will gewinnen. Aber vielleicht ist das Verlieren in deinem Fall das zentrale Problem. Du musst gewinnen, alles andere wäre inakzeptabel, und daraus entsteht diese Angst.
Ich rege mich zunächst innerlich, im Laufe des Matches auch äußerlich, über jeden verlorenen Punkt auf. Mir fehlt einfach die Ruhe. Ist das bei dir auch so? Das liegt ja am ehesten an mangelnder Erfahrung, was bei mir der Fall ist.
Vielleicht ist das bei dir auch nur vorübergehend. Vielleicht muss man das einfach akzeptieren und weitermachen. Letzteres habe ich mir vorgenommen.

Yoda
24.05.2011, 10:06
Du musst gewinnen, alles andere wäre inakzeptabel, und daraus entsteht diese Angst.


Genau das ist der Punkt. Der Druck, den man sich selbst auferlegt, nicht nur nicht zu Verlieren, sondern nicht zu versagen. Dadurch entsteht diese extreme Verkrampfung, eine innere Blockade, die sich dann deutlich auf die Leistung auswirkt.

Nur wie bekommt man das in den Griff...

Hier ist nicht jeder gleich, ein paar schaffen es selbst, manchen hilft es, mit anderen darüber zu sprechen.
Meiner Ansicht nach, muss man es schaffen, den Druck den man sich selbst auferlegt gewisserweise "umzulenken". Nicht nur an den Sieg denken, nicht "gewinnen zu müssen", sondern "gut spielen zu wollen" !

Wenn du das schaffst, dir dieses Ziel einzuprägen, kannst du den Druck minimieren. Wenn du selbst gut spielst, hast du alles getan, was möglich war (unabhängig vom Ergebnis). Wenn du den Sieg aber unbedingt haben "musst", ist die Anspannung meist zu hoch, um noch gut spielen zu können.




Kleiner Ausflug, der prinzipiell genau deine Situation widerspiegelt bzw. dass ich derzeit genau ein ähnliches Problem zu lösen versuche:
Ich arbeite an dieser Angst gerade mit einer Jugendspielerin von mir (14Jahre), bei der dies seit dieser Saison stark auftritt. Vorige Saison -1.Meisterschaftssaison - war das nicht so extrem.
Sie hat sich stark verbessert seit letzter Saison, ist mit großem Ehrgeiz dabei und die beiden Mädels haben sich für diese Saison viel vorgenommen.
Diese Saison macht sie sich einen enormen Druck, sie hat bereits 5 Tage vor dem Spiel panische Angst, schweißnasse Hände am Tag des Spiels, kann die Nacht davor nicht schlafen und kann ohne verschriebene Tabletten nicht spielen.

Die 1.Meisterschaftsrunde war noch ok. Sie lag schnell 0:3 zurück im 1.Satz, hat sich dann aber erfangen und am Ende doch recht glatt gewonnen. Das folgende Doppel und das Match am Nachmittag (Damenmannschaft) waren mehr oder weniger ihre besten Spiele ihres Lebens und sie spielte locker drauf los.

Die 2.Meisterschaftsrunde das komplette Gegenteil: Jugendeinzel wieder schnell zurück, aber diesmal ließ sie sich nicht wieder aufbauen. Normalerweise hätte sie dieses Match gewinnen können/müssen, sie verlor es aber - wenn auch im 2.Satz knapp. Die spielerische Leistung war überhaupt nicht mehr vergleichbar mit der Vorwoche, sie beging alle (!) alten Fehler wieder (die ich seit längerer Zeit nicht mehr gesehen hab von ihr).
Nach dem Einzel war sie mehr oder weniger fertig mit den Nerven, das folgende Doppel (im Normalfall ein sicherer Sieg für uns, da die Nr1 bei uns doch deutlich stärker ist als die anderen), aber sie war wie paralysiert: nahm kaum einen Ball am Netz an, etliche Fehler, lief keinem Ball mehr nach, im Gesicht irgendwie nur Panik und Enttäuschung ....
Das Einzel in der Damenmannschaft war dann genauso, es ging nichts mehr.



Das beschäftigt mich nun seit Samstag ;)
Die Angst in einer derartigen extremen Form hab ich bisher noch nicht gesehen (auch bei ihr nicht).
Nun muss ich eben schaun, dass ich hier mit ihr eine Lösung finde, denn so macht sie sich selbst im Spiel komplett fertig.

Bluesky
24.05.2011, 10:47
@Yoda
Diese Rückfälle in alte Muster sind eigentlich relativ normal, wenn diese Angst mitspielt. Ist meiner Erfahrung nach aber nicht unbedingt Tennis spezifisch. Ich habe einen ähnlichen Effekt bei Präsentationen, da ich da auch entsprechende Leistungen von mir erwarte. Mir hilft es oft dieser Situation ausgesetzt zu sein, aber das ist nicht bei jedem gleich. Psychologie ist halt einfach wirklich der am meisten unterschätzte Aspekt beim Tennis.

Vielleicht findest du ja einen Weg, ihr diese Angst zu nehmen bzw. sie davon abzubringen darüber nachzudenken.

Viel Glück und Gruß
Markus

Claus
24.05.2011, 10:55
Ich spiele seit über 20 jahren Medenspiele (niedrigere Klasse) und die ersten sag mal 5-6 Jahre hab ich nie ein Einzel verloren und wenn dann war der Gegener einfach besser. Ich hatte gar nicht das Gefühl verlieren zu können. Mein Punkt war immer fest gebucht.

Dann auf einmal kamen irgendwie Selbstzweifel und ich hab wirklich gegen schwächere Gegner verloren. Man geht schon mit dem Gedanken ins Spiel, du verlierst sowieso.

Mittlerweile geht es wieder, hab diese Saison bisher alles gewonnen, sogar einmal 3 matchbälle abgwehrt und noch gewonnen. Ich sag mir einfach, streng dich an und hab Spaß. Ich will hinterher auch an ein paar geile Punkte denken können. Muß aber auch zugeben, dass meine Vorhand im spiel längst nicht so durchgezogen wird, wie im Training. Gewinne meistens durch einen sicheren Rückhand-Slice. Im Doppel ziehe ich sie durch. Aber wie gesagt, Spaß haben, fit sein und sich einfach sagen, wenn er gewinnen will muß er schon was zeigen. Damit fahre ich ganz gut.

Gruß
Claus

Addi
24.05.2011, 11:13
ich denke mal das wichtigste ist spaß haben und locker bleiben. das sind doch nur hobbyspiele, ich glaube kaum daß ihr euer geld mit tennis verdient ;)
wenn man locker ist und spaß hat und evtl. aufgrund der lockerheit verliert, na und, wenigstens hat man spaß gehabt. wenn man total verkrampft ist und verliert, dann ist das eine katastrophe. folglich kann man mit lockerheit nur gewinnen :)
es muß einem einfach alles ziemlich egal sein, dann wird das schon :D

addi

muellerhp
24.05.2011, 11:16
@taki

Wenn du den Gilbert gelesen hast, dann bestimmt auch den Teil, wo es darum geht, deinen Gegner zu "lesen". Versuch dich mal darauf zu konzentrieren, wie du den Gegner aus seinem Komfortspiel herausbringst, gerde in wichtigen Situationen. Wenn es eng steht, denk dir einen Spielzug aus, mit dem du deinen Gegner stören kannst, statt daran zu denken, dass der nächste Ball total wichtig ist. Immer nur von Punkt zu Punkt denken. Nicht an den Fehler denken, sondern nur an das, was du machen willst.

Ich rede ununterbrochen mit mir selber beim Match (natürlich nicht laut;)), beim ersten Punktspiel hatte ich auch die Situation, dass mein Spiel plötzlich drohte, auseinanderzufallen, weil ich taktischen Unsinn gespielt habe. Da habe ich mir immer wieder selbst gesagt, was ich machen muß, damit der Gegner nicht seine Stärken ausspielt, konnte das dann umsetzen und das Ding noch sicher nach Hause schaukeln.

RumsDi
24.05.2011, 14:50
http://www.youtube.com/watch?v=7455sn1KcDI&feature=related

Bluesky
24.05.2011, 17:38
ich denke mal das wichtigste ist spaß haben und locker bleiben. das sind doch nur hobbyspiele, ich glaube kaum daß ihr euer geld mit tennis verdient ;)
wenn man locker ist und spaß hat und evtl. aufgrund der lockerheit verliert, na und, wenigstens hat man spaß gehabt. wenn man total verkrampft ist und verliert, dann ist das eine katastrophe. folglich kann man mit lockerheit nur gewinnen :)
es muß einem einfach alles ziemlich egal sein, dann wird das schon :D

addi

Wenn das vom Kopf her so einfach wäre, hätte ich das Problem nicht. Das ist nichts, was du unbedingt wirklich bewusst machst, das kommt von alleine. Recht haste aber trotzdem. Sobald man es schafft, komplett locker zu sein, spielt man sein bestes Tennis. Es ist nur unterschiedlich, wie man da hin kommt. Spaß hab ich aber immer, selbst wenn ich schlecht spiele, es gibt einfach nichts geileres, als auf der gelben Filzkugel rum zu haun :)

Taki1980
24.05.2011, 18:50
@taki

Wenn du den Gilbert gelesen hast, dann bestimmt auch den Teil, wo es darum geht, deinen Gegner zu "lesen". Versuch dich mal darauf zu konzentrieren, wie du den Gegner aus seinem Komfortspiel herausbringst, gerde in wichtigen Situationen. Wenn es eng steht, denk dir einen Spielzug aus, mit dem du deinen Gegner stören kannst, statt daran zu denken, dass der nächste Ball total wichtig ist. Immer nur von Punkt zu Punkt denken. Nicht an den Fehler denken, sondern nur an das, was du machen willst.

Ich rede ununterbrochen mit mir selber beim Match (natürlich nicht laut;)), beim ersten Punktspiel hatte ich auch die Situation, dass mein Spiel plötzlich drohte, auseinanderzufallen, weil ich taktischen Unsinn gespielt habe. Da habe ich mir immer wieder selbst gesagt, was ich machen muß, damit der Gegner nicht seine Stärken ausspielt, konnte das dann umsetzen und das Ding noch sicher nach Hause schaukeln.

Danke für die Ausführliche Antwort und den Tipp. Aber ich hatte einen guten Matchplan im Vorfeld allerdings kontne ich davon eigentlich Null umsetzten weil ich total voller Angst war. Ich habe auch versucht mich wieder auf den Matchplan zu koinzentrieren. Pustekuchen. Ging alles nicht. Aber gut vorbereitet nach Gilbert war ich ;)

onetrickpony
25.05.2011, 10:16
ich denke mal das wichtigste ist spaß haben und locker bleiben. das sind doch nur hobbyspiele, ich glaube kaum daß ihr euer geld mit tennis verdient ;)
wenn man locker ist und spaß hat und evtl. aufgrund der lockerheit verliert, na und, wenigstens hat man spaß gehabt. wenn man total verkrampft ist und verliert, dann ist das eine katastrophe. folglich kann man mit lockerheit nur gewinnen :)
es muß einem einfach alles ziemlich egal sein, dann wird das schon :D

addi

ich habe dasselbe problem wie taki. hatte ich früher nicht, war lange verletzt und kann jetzt langsam wieder mehr spielen. sobald der match angefangen hat, geht mein puls hoch. er beruhigt sich auch nach einer stunde nicht und ich bin todmüde. ich will ja spass, aber das ist nicht so einfach umzusetzen. es ist ja nicht so, dass nun eine welt zusammenbricht aber trotzdem habe ich letzten sonntag so verloren :( in jedem satz matchball und jedesmal wenn ich im vorteil war ging überhaupt nichts mehr :(

Taki1980
27.05.2011, 10:17
Ich habe mich jetzt mal ein bisschen damit beschäftigt.

Für mich ist es wichtig das ich dann zumindest Spass auf dem Platz habe unabhängig vom Spielstand. Das ist ganz wichtig. Und das ich im stillen mehr mit mir rede als mit imaginären Leuten zu reden, da hab ich das Gefühl dsa mir sowieso niemand zu hört.

Also ingesamt mehr bei mir bleiben.

Gegen die Angst im Medenspiel hilft das aber glaube ich wenig. Ich berichte mal nach dem nächsten Spiel wie es war.

mokes
27.05.2011, 13:26
Ich habe mir speziell für das nächste Medenspiel vorgenommen endlich mal mein Spiel zu spielen und mich nicht an den Gegner anzupassen. Ich möchte meine Schläge schlagen und den Ball nicht nur rüberschubsen. Und das werde ich mir während dem Match immer wieder sagen. Und dabei ein bisschen singen ;)

Gunter
27.05.2011, 22:26
und stell dir ruhig vor, deinem Gegner gehts nervlich kein bisschen besser als dir :)

nitram0393
28.05.2011, 09:52
Also ich muss gestehen, dass es bei mir eher andersherum ist. Vor dem Match und beim Einspielen bin ich total nervös und aufgeregt. Aber sobald ich dann vorm ersten Punkt hinter (bei manchen Gegnern auch vor :D) der Grundlinie stehe ist alles verflogen. Keine Angst, keine Nervosität...aber woran das liegt, weis ich leider auch nicht. Vielleicht verpulver ich mein ganzes Adrenalin ja schon vor dem Match...:D

Headplayer
14.06.2011, 17:55
Hi Taki1980!

Geht mir leider genauso.
"Drehe" auch sprichwörtlich am Rad vor Angst auf dem Tennisplatz.

Ich habe es versucht mit "Aufbau und Motivationsliedern" vor dem Match wie Eye of the Tiger oder neuerdings I Can von Blue, die geben einem Energie und Motivation, teilweise hat es bei mir im Match dann funktioniert, aber ich steigere mich leider durch einige Negativbälle dann rein und sehe auf einmal alles nur negativ so a la: Das kann nicht klappen, das funktioniert nicht, ja war ja klar das der zweite Aufschlag nicht kommt usw...da bin ich im moment auch dran, dass wieder umzustellen und einfach alle positiven Bälle zu erkennen und mich darüber zu freuen. Wenn mal ein Fehler passiert schaue ich sofort auf meine Saite des Schlägers und konzentriere mich auf den nächsten Punkt. Damit kriegt man es zumindest hin sich nicht so negativ reinzusteigern so dass gar nichts mehr funktioniert. Ich würde dir aber vielleicht vorschlagen mit dem Trainer oder mit einem Therapeuten darüber zu sprechen, so was nennt man nämlich Panikattacke, kann durch Agoraphobie oder auch Emetaphobie schlimmer werden, daher mal abchecken lassen, tut keinem Weh und du kannst später wieder mit voller Power spielen und dich belastet nix mehr so stark. Hoffe dein Bericht der nächsten Medenspiele wird positiver, drück dir die Daumen, dass du's in den Griff bekommst.

Lg

mokes
14.06.2011, 18:09
Ob man deswegen zum Therapeuten muss...
Viele Spieler sind auf dem Platz nervös. Das ist doch normal. Ich will Taki's Problem nicht kleinreden, aber Therapeuten kümmern sich um andere Dinge. Ich halte das vielmehr für eine Herausforderung, der sich die meisten Spieler irgendwann stellen müssen.

k61951618
14.06.2011, 23:43
War bis Anfang dieser Saison ein extremer Psycho auf dem Platz, richtig schlechtes Benehmen zum Teil (gegen mich selbst gerichtet) und nervös ohne Ende.

Nach dem ersten Mannschaftsspiel (habe mein Spiel gewonnen, Benehmen allerdings schlecht) habe ich beschlossen, künftig auf dem Platz einfach meine Klappe zu halten und meine Rolle als tennisspielender Mensch zu überdenken, mich realistisch einzuschätzen und mich nicht unrealistisch groszer Erwartungshaltung durch mich selbst auszusetzen.

Bis zu diesem Zeitpunkt war mein Spiel wie eine Achterbahnfahrt: Super Punkte und dann wieder abartig schlechte Einfälle und Spielzüge - richtiges Psychotennis; ein ständiges auf und ab in meinem Kopf. Ich spielte ständig fast über Niveau.

Wie gesagt, ich habe dann von einem Tag auf den anderen den Schalter auf "gelassen/introvertiert" umgelegt. Weder im Training noch im Match kommentiere ich seither Punkte oder Fehler, erkenne gute Punkte des Gegners an, bin völlig gelassen und nehme das Spielgeschehen als selbstverständlich hin. Nicht nur erreiche ich jetzt vor Satz 2 meine Normalleistung und spiele viel konstanter, ich bin auch überhaupt nicht mehr nervös und kann mich viel schneller aufs Spiel einstellen.

Habe jetzt ein richtig gutes Gefühl wenn ich ins Match gehe und auch wenn ich mal nicht gleich gut beginne, verlasse ich mich jetzt darauf, dass ich früher oder später treffen werde. Seither zwar ein paar Partien unnötig verloren, mein Spiel hat sich insgesamt aber verbessert/stabilisiert und ich habe das Gefühl, dass ich mir ab sofort nicht mehr selbst im Weg stehe und ich mein Tennisspiel und meine Ziele klarer vor mir habe. Dass ich meine Nervosität, mit all den unangenehmen Symptomen, die diese mit sich bringt, ablegen konnte, ist als Nebenwirkung meiner Einstellungsänderung ein echtes Highlight für mich.

Claus
15.06.2011, 10:27
Wichtig ist auch ab und zu mal zu lachen oder wenigstens zu lächeln und Spaß zu haben. Letzten Sonntag hab ich fast 3 h Einzel gespielt. Den ersten Satz 6:3 gewonnen, alles ok, dann den zweiten im Tiebreak 11:13 verloren, einen leichten Matchball vergeben und die Motivation für Satz 3 war gleich 0.

Was mir aber auch dann geholfen hat zu gewinnen, ist meine recht gute Kondition, wenn man das im Kopf hat, hat man auch etwas mehr Selbstvertrauen wie ich finde. Mein Schläger flog auch ein paarmal über den Platz, aber es geht immer weiter. Selbstvertrauen ist das A und O, das muß man sich halt irgendwie erarbeiten. Ist leicht gesagt, aber es geht, glaubt mir.

Gruß
Claus

Headplayer
18.06.2011, 10:21
"Wie gesagt, ich habe dann von einem Tag auf den anderen den Schalter auf "gelassen/introvertiert" umgelegt. Weder im Training noch im Match kommentiere ich seither Punkte oder Fehler, erkenne gute Punkte des Gegners an, bin völlig gelassen und nehme das Spielgeschehen als selbstverständlich hin. Nicht nur erreiche ich jetzt vor Satz 2 meine Normalleistung und spiele viel konstanter, ich bin auch überhaupt nicht mehr nervös und kann mich viel schneller aufs Spiel einstellen."

Finde ich eine gute Sache, die man mal verwenden kann, vielleicht hilft mir das auch weiter. Nach dem Motto: "Tennis ist nicht alles auf der Welt, es ist und bleibt ein HOBBY, und Geld verdient man damit auch nicht ;-)"

Ich glaube diese Gedanken machen einen gelassener....und man powert sich innerlich auch nicht so aus, wenn man nicht jeden Punkt wie nen Moderator kommentiert, sondern einfach den nächsten Punkt, wie der auch immer wird angeht.

Taki1980
18.06.2011, 17:30
Morgen ist es wieder so weit. Ich hab in letzter Zeit versucht im Training gelassener zu spielen und wieder mehr Spass am Tennis zu haben. Ich bin Herr meiner Gefühle sag ich mir immer und versuche mich nicht selbst durch negative Emotionen runter zu ziehen und das bisschen mehr kontrollieren. Ist weniger Anstrengend und man ist Mental/Emotional auf dem Platz nichtmehr so ausgewpowert nach langen Sätzen oder mehreren.

Morgen ist wieder Medenspiel. Das ist was anderes aber ich versuche es genauso wie ein Trainingsmatch zu sehen ansonsten kann ich meine Leistung sowieso nicht abrufen. Konzentriert und locker spielen und einfach versuchen die eigene Leistung abzurufen.

Ich mein wie machen das ja alle nur zum Spass in unseren Klassen.

Mal sehen obs klappt!

RumsDi
18.06.2011, 17:42
Das einzige wovor ich morgen Angst habe, ist dass es regnet...

mokes
18.06.2011, 18:51
Regen macht mich sauer, vor allem dann, wenn den ganzen Tag über das Wetter ganz gut war und sich nach dem zweiten Spiel die Wolken öffnen.
@Taki: Viel Erfolg morgen.

Taki1980
19.06.2011, 00:13
Regen macht mich sauer, vor allem dann, wenn den ganzen Tag über das Wetter ganz gut war und sich nach dem zweiten Spiel die Wolken öffnen.
@Taki: Viel Erfolg morgen.

Jo danke dafür! Allen anderen für morgen auch viel Erfolg. Und hoffentlich kein Regen. Sonst war die ganze aufregung ja umsonst. :D:D

Guido
19.06.2011, 22:32
Jo danke dafür! Allen anderen für morgen auch viel Erfolg. Und hoffentlich kein Regen. Sonst war die ganze aufregung ja umsonst. :D:D

...bei uns war heute die ganze Aufregung umsonst. Nur Regen - spielen war gar nicht möglich :(

Taki1980
20.06.2011, 19:24
Bei uns gings ohne Unterbrechung über die Bühne. Haben allerdings morgens um 9 Uhr angefangen.

Wir haben 14:0 gewonnen. Ich hab im Einzel erstmal 1:3 hinten gelegen und mir aber immer gesagt "Ruhig bleiben, spiel einfach wie im Training. du kannst das etc." und dann kam ich besser rein. War immer noch nervös aber hatte viele enge Punkte auf meiner Seite. Dann nach dem Gewinn des ersten Satzes war ich locker wie im Training. Bin auf 5:0 weggezogen er hat dann noch ein Spiel geholt und dann hab ich den Sack ohne zittern zu gemacht.

Endstand: 6:3 6:1

Fazit: Mehr Spiele= mehr Ruhe. Satzgewinn ist das beste Beruhigungsmittel für mich. Sprints zu Bällen unter dem Nervösen Adrenalinspiegel zu anfang im ersten Satz waren 5mal anstrengender als Ende vom zweiten Satz. Da bin ich die Strecken locker gelaufen. :eek:

Wie liefs bei den anderen so die hier gepostet haben?

Klinkenputzer
21.06.2011, 12:52
Angst im Medenspiel ist bei mir nicht ganz richtig - ich schaffe es nur nicht mich auf das wesentliche zubeschränken - so eine Art Tunnelblick fehlt! Andere Plätze, meine Tenniskollegen auf den anderen Plätzen nebendran, Wind, von Sonne geblendet bei Aufschlag oder Überkopfbällen, mehrere Netzroller oder Linienbälle des Gegners... alles völlig unfaire Dinge also ;-) - die auch nur gegen mich sind...
Beim letzten Spiel hatte mein Gegner 2 Mitspieler auf seiner Bank, keiner meiner Mitspieler saß bei mir - alleine das hat mich schon geärgert - allerdings hatte ich den ersten Satz auch schon im Tiebreak 5:7 verloren - nach eben unfassbarem Wind und somit Stellungsfehler... daher auch mein Eintrag zum Spindoctor im anderen Thema "Spiel bei Wind"

Hawkeye2
21.06.2011, 13:13
Hi,

da musst Du aber deinen Kollegen mal kräftig irgendwo hintreten!

Und auch als Hinweis: auf der Bank darf nur Einer sitzen...

Gruß

Klinkenputzer
21.06.2011, 13:18
@Hawkeye2:

Das mit dem einen, der da nur sitzen darf weiß ich natürlich - ob da nun einer oder 20 sitzen war mir in dem Moment recht Latte - mehr haben mich meine Mannschaftskollegen gestört, die nicht da waren, weil es ja ein wenig geregnet hat...

Ich meinte auch mehr, dass ich mich dann irgendwann in einer negativen Spirale wiederfinde, aus der ich alleine nicht rauskomme (Mannschaftkamerad auf der Bank hilft schon mal) - es stört auf einmal die Fliege an der Wand - einfach ärgerlich!

Hawkeye2
21.06.2011, 13:43
Hi,

die zentrale Frage ist ja dann: warum stört Dich alles um Dich herum ?!

Und eigentlich läuft es immer darauf hinaus: welche Mechanismen habe ich mir angewöhnt, um mit Druck umzugehen ?! Sind diese "Angewohnheiten" gut für mein Spiel oder schlecht ?!

Die meisten spüren Druck beim Medenspiel (gut spielen für die Mannschaft, gewinnen wollen, an die LK denken, Zuschauer beobachten einen, daher will ich gut spielen, vielleicht besser als ich es kann...).

Wenn ich dann dem eigenen Tennismatch nicht soviel Beachtung schenke, weil ich mit anderen Sachen beschäftigt bin, diese also quasi wichtiger als das Match mache, ist das eine Ablenkung von dem Druck des Matches und vermindert ihn damit. Das verspürst Du in Bezug auf das Match als positiv, das ganze Negative hat ja mit Dingen außerhalb des Matches (Nebenplätze, Bank) / deiner Kontrolle (Netzroller etc.) zu tun...

Du lenkst Dich von dem Druck des Matches einfach ab, vielleicht sind die von Dir wahrgenommen negativen Ereignisse auch eine willkommene "Entschuldigung" dafür, die eigene Leistung nicht 100 % gebracht zu haben, vielleicht zumindest unbewusst für Dich selbst.

Das "sich Aufregen" ist auch ein willkommenes Ventil um die Stresshormone abzubauen, die dein Körper in solchen Situationen gerne mal ausschüttet.

Das Alles führt aber natürlich dazu, daß die Konzentration auf das eigene Spiel flöten geht und die Leistung leidet, es sei denn, Du bist John McEnroe...

Du musst Dich irgendwie zwingen, diese Ablenkungen auszublenden. Schenke den Details im Match einfach mehr Aufmerksamkeit.

Im Ballwechsel:

Welchen Griff hat der Gegner gerade ?! Wie wirft er den Ball bei welchem Aufschlag ?! Wie früh kann ich erkennen, ob er Vorhand oder Rückhand spielt ?!
Wie klingt der Ball auf der Saite, beim Aufsprung ?! usw...

Nach dem Ballwechsel:

Was macht der Gegner nach dem Ballwechsel, wie reagiert er, zeigt er Emotionen ?! Wie sehen meine Saiten aus, muss ich die Richten ?!
Wie gewinne ich Punkte, warum verliere ich sie ?! Was kann der Gegner gut, was nicht ?! Wie ist meine Quote beim 1. Aufschlag, wie die des Gegners ?! usw...

Und so weiter. Verschenke deine Aufmerksamkeit nicht an Unwichtiges, beschäftige dein Gehirn mit den wichtigen Dingen im Match! Wenn Du nur auf einen Bruchteil der o.g. Punkte achtest, hat dein Gehirn schon keine Kapazität / Zeit mehr lange über Netzroller oder Dinge außerhalb des Matches nachzudenken.

Und die Erkenntnisse aus diesen Beobachtungen helfen Dir sogar im Match, anstatt Dir zu schaden...

Gruß